Ausfahrt am 280521


Ausfahrt am 280521

Das Wetter ist glänzend aber, wie üblich in den Bergen, nicht ganz wolkenfrei.

Meine Runde sollte mich heute ins Eggental und folglich, zur Marmolada führen. Von der Marmolada fahre ich zum Pordoi. Natürlich könnte ich jetzt nach Corvara. Aber die Straßen sind nahezu alle gesperrt. Daher entscheide ich mich für die Sella, um zu sehen, wie es meinem Buchcover vom Ersten Teil geht.

Bei der Runde ist mir Erstaunliches aufgefallen. Während wir bei uns in Südtirol auf Straßen fahren, die schlechter sind als mir bekannte DDR Straßen, sehen die Dolomitenstraßen im Trentino, in Belluno, im Veneto und natürlich auf der Route außerhalb Südtirols, wesentlich besser aus. Früher war das genau andersherum.

Die Einheimischen begründen das lächelnd mit dem Giro de Italia. Also haben auch die Dopingfestspiele ihr Gutes. Natürlich muss ein Motorradfahrer gelegentlich mal Pause machen zum Rauchen, Trinken und Pinkeln. In dem Sinne, haben wir der Natur das zurück gegeben, was sie uns schenkte. Schockierend dabei ist, ich pinkele nicht mehr in die Natur. Ich treffe immer Anfall und das in jedem Fall, egal wo.

Damit möchte ich einen wirklich ernst gemeinten Kommentar los werden:

Liebe Alpenbesucher,

ich bin Motorradfahrer und führe alle meine Erfrischungen, Schokolade, Zigaretten usw. mit. Nach Gebrauch sind die Verpackungen und Behälter alle leichter als vorher. Ich sehe also keinen Grund, die an Ort und Stelle des Verzehrs zu entsorgen oder gar wegzuwerfen. Gehen Sie pinkeln oder versteckt, etwas größer; die Natur dankt es Ihnen. Es sei denn, Sie sind leidenschaftlicher Gennahrungsmittel Verbraucher. Dann ist ihre Naturgabe, leider Sondermüll. Den Gästen empfehle ich ein starkes Gebiss, damit sie die Sondermüllplätze unserer größeren Gemeinden besuchen können. Nicht, dass uns irgendwann einmal Murmler mit zwei Schwänzchen begegnen.

Der Verkehr war erträglich. Es gab keine Staus. Ein Hochgenuss. Auf dem Parkplatz vom Pordoi stehen um diese Jahreszeit für gewöhnlich, etwa fünfzig Busse, zweitausend Fahrräder und die dazugehörigen Autos mit Transportgestängen. Mich empfing da eine gähnende, natürliche Leere und etwa dreißig Motorradfahrer.

Normal bilden sich hinter jedem Radfahrer ungeheure Staus von Bussen und SUVKarossen.

Radfahrer behindern damit schon mal keine Motorradfahrer. Im Gegenteil. Einspuriger Verkehr ist echter Alpenverkehr, der auch wirklichen Genuss bietet.

Beachten Sie bitte: Die Pflanzen brauchen CO2 und Sie brauchen Luft, Sonne und stressfreie Erholung.

Also, lassen Sie ihr Auto stehen und genießen Sie die Alpen mit einem Zweirad in Form von Scooter, Motorrad oder Muskelkraft. Mit dem Autoführerschein dürfen Sie auch einen Scooter benutzen.

Beachten Sie bitte: Es muss nicht sein, mit einem vierzig Tonnen schweren Bus, Alpenstraßen zu befahren, die für 25 Tonnen ausgelegt sind. Buchen Sie kleine Busse und zahlen Sie lieber drei Euro mehr für die Ausfahrt. Die einheimischen Busunternehmen haben sich fast alle schon in diese Richtung umgestellt.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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