Fortsetzung Die Suche


Vor dem Paternoster stehen neben unseren verschiedenen ehemaligen Werksleitern, die Blaumäntel. Man sieht sich nicht besonders freundlich an untereinander.

„Ganoven“, sagt der Leiter vom Vorrichtungsbau zu mir. Er sagt es laut, wie üblich in der DDR.

„Erst klauen sie uns die Maschinen und und dann verkaufen sie uns die Ruinen.“

Die Blaumäntel schweigen dazu. Keiner redet auch nur ein Wort. Wie Zinnsoldaten. Alle sind mit ungeheuren Aktentaschen bewaffnet. Zwei haben sogar einen Träger dabei. Die Zuträger sind normal gekleidet und wirken etwas freundlicher. Joana rempelt einen etwas an. Sie hat uns einen Kaffee aus dem Automaten geholt und balanciert die heißen Becher durch das Gedränge. Der Angerempelte entschuldigt sich bei Joana. Auch ein Westler, wie wir hören. Ich schätze, es sind Praktikanten. In der DDR gibt es keinen Namen für Praktikanten von Verbrechern. Gehilfe oder Helfer? Mitangeklagter, wäre vielleicht das richtige Wort. Naja. Dafür bräuchten wir erst wieder ein Nürnberger Tribunal.

Oben treffe ich wieder Gerd. Dieses Mal ist seine entzückende Frau und seine weniger schöne Tochter dabei. Seine Frau hat der Familie das Geld verdient. Als Barfrau zu den zahlreichen Tanzveranstaltungen.

„Wir unterschreiben heute. Ein Gartenverein hat uns sein Klubhaus verkauft. Das müssen wir hier genehmigen lassen.“

„Was! Der Verkauf des Klubhauses eines Gartenvereins wird von diesen Dieben genehmigt?“

„Wir haben im Moment eine verkehrte Welt, mein Freund.“

„Angeblich haben sie nur noch Kulturhäuser übrig. Eventuell wäre noch ein Weg bei Margret, Deiner alten Nachbarin offen.“

„Das hat sie mir auch angeboten. Mir war das etwas zu wacklig mit den komischen Partnern.“

„Schade. Wir müssen in kürzester Zeit, neue Gesetze und Gepflogenheiten lernen. Die Fehler, die uns dabei passieren, sind nicht wieder gut zu machen.“

„Der Gartenverein verkauft ohne Bank. Zumindest sind wir die los.“

„Das müssen wir bei Gelegenheit feiern.“

Fortsetzung folgt

DER 30. JANUAR 1933. Die einen sagen so, die anderen so… Anhang: Du mußt dich entscheiden! Diese „Impfung“ ablehnen.


Sascha's Welt

Kled von SchWas mich schon immer abgestoßen hat, wenn manche Menschen sich nach langem Hin und Her noch immer nicht entscheiden konnten, was sie tun oder besser lassen sollten, oder wem sie eigentlich noch glauben sollen – Menschen, schwankend wie ein Rohr im Winde. Glauben müssen wir eigentlich gar nichts, vertrauen da schon eher. Den Weg ins Leben zu finden, war noch nie einfach und bequem. Der Kommunismus war schon immer eine Sache des Wissens und der Überzeugung. Und es gehörte nicht selten Standhaftigkeit dazu, wenn man erleben mußte, daß ehemalige Gefährten plötzlich zu Feinden wurden, weil der Kapitalismus sie mit allem Nötigen versorgt hatte, und sie bereitwilligst ihr Parteibuch weggeworfen und ihre bisherige Meinung aufgegeben hatten, und sie nun zu Schoßhündchen der Bourgeoisie geworden waren. Karl-Eduard von Schnitzler (seine Freunde nannten ihn Kled) war ein besonderer Mensch. Aufgewachsen mit den Privilegien das Adels, sagte Kled sich schon frühzeitig los von seiner…

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BRD-Faschisten geben nicht auf


Zahlen, die überzeugen sollten!

Schramme Journal

Immer mehr Menschen haben das dreckige und grausame Spiel durchschaut. Schon die Logik zeigt auf, wer seit der feindlichen Übernahme der DDR durch Verbrecherbanden der BRD fast eintausend Krankenhäuser mit Intensivbetten vernichtet, kann kein Interesse an der Gesundheit der Menschen haben. Nicht nur die Räumlichkeiten wurden vernichtet, sondern auch das Personal auf ein Minimum entlassen. Die Pfleger und Krankenschwestern, die verblieben sind, werden absolut schlecht entlohnt und werden genötigt die Arbeitszeit zu verlängern. Die Krankenhäuser sind heute Profitmaschinen, die nur gut bezahlte Operationen und Behandlungen ausführen.

Viele Ärzte sind heute nach der Definition keine mehr, da sie ihr Gewissen und Ethik gegen Profitgier und bis hin zu verbrecherischem Handeln bei denen der Patient schwer erkrankt, zum Invaliden operiert wird oder sogar stirbt, eingetauscht haben.

Und so finden sich diese Verbrecher in Weiß heute wieder, die wie damals Mengele tausende Patienten misshandeln und sogar für Geld töten. Was wäre auch anderes…

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Fortsetzung Die Suche


„Die ersten Zwei hat mir Karin gemacht. Schon unter der Dusche.“

„Das wundert mich schon. Ich dachte immer, Karin kann nur mit Männern umgehen. In der Sowjetunion jedenfalls, war sie eine große Nummer. Steffen hat das nie gestört. Er liebt Karin über Alles und Karin liebt Steffen. Steffen hat in Etwa das gleiche Gemüt wie ich.“

„Das habe ich sofort bemerkt. Er ist wie Du.“

Die Heimfahrt dauert lange. Von Großenhain bis Dresden Nord ist ein wirklich fester Stau. In Dresden Nord ist ein Flugplatz und einen Abzweig in Richtung Polen. Zwei Stunden haben wir allein dort verloren. Wir hätten umfahren können. Ich stelle mir vor, der Rest will den Stau auch umfahren und kennt teilweise die Gegend nicht. In dieser Gegend sind die Straßen etwas schmaler. Es gibt viele Alleen.

Joana schläft neben mir. Sie ist zufrieden. Ich freue mich, ihr zufriedenes Gesicht anschauen zu können.

Nach rund zehn Stunden Fahrt kommen wir in Karl-Marx-Stadt an. Wir überlegen, ob wir in unser Kinderzimmer fahren oder zu meiner Mutter. Das Kinderzimmer von Joanas Mutter hat gewonnen.

Bei ihr zu Hause angekommen, müssen wir feststellen, Joanas Vater geht es nicht gut. Er soll ins Krankenhaus gebracht werden. Genau da ziehen jetzt noch mehr Westärzte ein. Der Chefarzt ist schon einer von denen. Er ordnete an, sämtliche DDR Medikamente gegen angeblich bessere Westmedikamente auszutauschen. Vater hat jetzt darunter schwer zu leiden. Sein Lebenswille scheint dadurch akut zu schwinden. Es gibt massive Unverträglichkeiten im Zwölffingerdarm. Dabei war Vaters Zuckerkrankheit vor der Annexion durch den Westen, leicht mit Spritzen behandelbar. Jeder Zuckerkranke wurde gut geschult bei der Berechnung der benötigten Dosen. In der Nacht wird Vater geholt. Damit war auch unsere Nachtruhe vorüber. Mutter kocht uns Kaffee und wir sprechen zusammen von der Treuhand. Sie ist sehr skeptisch.

„Das sind doch alles Schwindler und Verbrecher.“

„Einen anderen Weg sehen wir aber erst Mal nicht.“

„Deine Mutter könnte doch ihr Geschäft auf Euch überschreiben.“

„Das haben wir schon ein paar Mal angesprochen. Die Zeit ist nicht reif genug dafür. Sie wollen sich nicht trennen von dem Geschäft.“

„Das wird nicht gut enden, Karl.“

„Naja. Wir versuchen es bei der Treuhand. Vielleicht können wir ein Bergmanns- oder Arbeiterdenkmal retten.“

„Vater ist mit Euch in der Beziehung.“

Es ist noch etwas Zeit und wir können uns noch einmal hinlegen. Joana hat die Tasche von Karin im Auto gelassen. Sie traute sich nicht, es Mutter zu zeigen. Mutter geht so und so immer etwas kontrollieren. Es war ihre Gewohnheit. Fünf Kinder mussten auch ordentlich überwacht werden. Diese sehr sympathische Gewohnheit konnte Mutter nicht ablegen. Joana hat die Gewohnheit übernommen. Das bewirkt irgendwie eine ständige Unruhe. Steffen und Karin ist das aufgefallen.

„Das lässt sich behandeln“, hat Karin gesagt.

„Du musst das übernehmen. Das ist Deine Aufgabe.“

Ich dachte erst, die Zwei haben sich zu sehr auf ihre Gummispielzeuge eingeschossen. Aber irgendwie haben sie recht. Joana wirkt jetzt ruhiger rund ziemlich ausgeglichen. Sie steckt selbst das Dilemma mit unserem Vater gut weg.

Die Nacht geht schnell vorbei und wir bereiten uns auf den Besuch der Treuhand in Karl-Marx-Stadt vor. Den Kaffee koche ich. Mutter ist etwas zu sparsam bei der Portionierung des gemahlenen Kaffees. Wir haben ihr extra einen Löffel mit dem DDR Kaffeemaß besorgt. Den nutzt sie aus innerer Sturheit nicht. Eine große Familie benötigt das eigene Maß. Joana rennt schnell zum Bäcker in der Nachbarschaft.

Wir fahren wieder nach Karl-Marx-Stadt zu der Treuhand. Dort treffen wir endlich ein Mal Kollegen und Freunde von Betrieben, die bei uns oder bei unserer Familie, Betriebsfeiern abhielten.

Sie standen Schlange für den Erwerb ihrer Betriebe. Keiner von ihnen lächelte dabei. Die Besatzer bekamen die Werke geschenkt und sie sollten sie überteuert kaufen.

„Auf Dich wartet das gleiche Los“, sagt der Chef eines Vorrichtungsbaus. Er war ziemlich gut im Bilde.

„Wir werden jetzt zwei Mal geplündert. Erst ist das Werk weg und danach zahlen wir mit überhöhten Zinsen das Ganze noch einmal.“

Ich ahne nichts Gutes. Welchen Preis wollen die Besatzer für unser Eigentum, ist jetzt die Frage.

Fortsetzung folgt