Fortsetzung Joana wird Hotelier


„Unser Bürgermeister sitzt doch bei Ihnen mit im Vorstand.“

„Sie wissen mehr als ich.“

„Wie geht das jetzt weiter?“

„Wenn Sie renovieren wollen oder bauen, müssen Sie als Erstes, Angebote einholen von den Handwerkern. Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung, welcher Rahmen Ihnen zur Verfügung steht. Ich sage es noch Mal; ein Neubau wäre für alle Beteiligten besser.“

Warum versucht der mir ständig, einen Neubau einreden zu wollen. Das geht nicht allein um die Beseitigung der Gedenktafel für Karl Liebknecht. Da muss mehr dahinter stehen.

„Was kostet mich denn ein Neubau?“

„Pro Zimmer können Sie aktuell etwa mit 200 Tausend rechnen.“

Rechnen wir mal. Die normale Busgröße wären etwa dreißig Doppelzimmer. Dann wären für den Bau schon mal die ersten sechs Millionen weg. Die Einrichtung der Zimmer, der Gastronomie, der Küche, der Lager, der Parkplätze und so weiter, eingerechnet, käme ich auf etwa zehn bis fünfzehn Millionen. Wir wissen schon, dass er uns nur die Kosten für den Rohbau offeriert. Das ist die Hälfte vom ganzen Projekt. Und das bei zehn Prozent Zinsen. Das geht nicht. Wir müssten mit dem Bestand so lange arbeiten, bis die Zinsen erträglich wären. Dieser Weg ist realistischer für einen Neubau oder eine Erweiterung. Jeder Banker weiß das. Und wir Zwei, sind keine Banker.

„Ich denke, wir machen das Dach neu und bauen dort vier Zimmer zusätzlich ein, renovieren die einzelnen Räume und ehemaligen Büros. Wir kommen dabei günstiger weg. Zumal, das bedeutend schneller geht und weniger Baugenehmigungen benötigt. Zusammen kommen wir auf fast dreißig Zimmer. Bei dem Rahmen, den Sie uns anbieten, sind das pro Zimmer fünfzehn Tausend und die Gastronomie.“

„In Ihrer Lage ist der Weg gut. Den gehen wir mit.“

In allen Orten wird gebaut und viele Bauherren kenne wir persönlich. Wir besuchen sie und fragen, mit welchen Handwerkern sie bauen. In recht kurzer Zeit haben wir die Betriebe zusammen, die bei uns bauen würden. Deren Angebote schicke ich zur Bank. Immerhin wissen die Banker, wie die Handwerker sind, ob sie aktuell mit Kunden streiten und ob sie in unserem Preisniveau liegen.

Nach einer Woche, die wir schon in dem neuen Haus auf Campingmöbeln verbrachten, kommt der wichtigste Termin bis dahin. Der Notartermin für die Bestätigung des Eigentums. Das ist immerhin unsere Sicherheit für alle anderen Vorhaben. Ohne Sicherheit, kein Darlehen.

Wir fahren also mit einem Bankberater zum Notar. Komisch. Er ist auch ein Wessi. Sind die DDR Notare plötzlich alle verstorben? Was pfuschen diese Besatzer in unseren Grundbüchern rum? Wahrscheinlich gibt es viel um zu schreiben. Das Ganze kostet schon mal eine Stange Geld. Auf Kredit. Wir haben noch keinen Handschlag getan und schon laufen die Zinsrechnungen.

Fortsetzung folgt

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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