Essen außer Haus


Essen außer Haus

Auf der Suche nach geeigneten Geschirr und Transportbehältern, haben wir wieder Kontakt mit skrupellosen Vertretern aus dem Westen. Die bieten uns für dreißig Mark, Geschirr und Behälter für eine Person an. Ich stelle mir gerade vor, wir würden einhundert Personen oder mehr mit Essen beliefern. Wir würden für diese Geschirrbude arbeiten und sicher nicht für uns. Im Campingbereich finden wir das passende Set. Wir möchten Mehrweg benutzen. Keine Einwegsysteme. Welcher Mensch möchte mittags aus einer dünnen Aluschale fressen? Mit der kann man das Essen nicht mal erwärmen. Wir entscheiden uns für Plastik, welches unsere Kunden auch in der Mikrowelle erwärmen können. Wir könnten unser Essen sogar notfalls kalt ausliefern.

Zunächst bieten wir ein klassisches Menü in fünf Gängen an.

Für jeden Wochentag ein Menü. Diesen Speiseplan verschicken wir in der Vorwoche mit dem Fax. Die Bestellung muss ausgefüllt zurück gefaxt werden. Und schon wäre der Plan perfekt. Privatpersonen haben natürlich kein Fax. Die müssen ihre Bestellung in der Woche vorher, dem Lieferanten mit geben.

Auf unserem Grundstück ist eine sehr schöne Kompostanlage. Gemauert. In der DDR gehörte das zur Grundnorm bei größeren Gastronomieobjekten wie eine intakte Kläranlage. Der Grünschnitt und vegetarische Speisereste wurden auf dem Kompost, in einem Jahr zu wertvoller Erde verwandelt. Mit den Besatzern kamen natürlich auch deren Geschäftemacher. Die stritten sich mit uns um die Speisereste. Bauern unserer Nachbarschaft waren auf Eierschalen und Grünabfälle scharf. Die dürfen ab jetzt nicht mehr verfüttert werden. Plötzlich sind Kläranlagen der DDR ungeeignet. Die intakte Kreislaufwirtschaft der DDR wurde über Nacht zum Verbrechen deklariert. Dafür sind landesweit, tausende Besatzer ausgeschwärmt, um das Volk und deren Kreislaufwirtschaft nachhaltig zu zerstören. Beim Kompostieren kämen in der Nacht die Füchse und würden den Viehbestand der Bauern anstecken. Ihr Viehzeug zu Hause macht das natürlich nicht. Die Erklärungen werden immer erlogener. Wir sehen ein schweres Diktat auf uns zu kommen.

Fortsetzung folgt

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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