Fortsetzung Essen außer Haus


An der Tür klopft es. Ich öffne und vor mir stehen die Eltern von Gabi. „Ist heute geöffnet?“

„Ja. Wir essen gerade Torte. Wollen Sie die auch probieren?“

„Ich bin Reinhard und meine Frau ist Lisa.“

„Ich bin Karl. Wollt ihr mit uns Torte essen, Reinhard?“

„Gerne. Die bezahlen wir.“

„Bitte keinen Streit hier. Ihr seid unsere Gäste“, sagt Joana.

Beim Kaffee trinken stellen sich die Beiden vor. Lisa ist schön. Ihre Tochter hat davon viel ab bekommen. Sie war Sekretärin im Vertrieb und nebenbei, Mannequin für Bademoden. Reinhard ist Ingenieur für Werkzeugmaschinen. Die Bilder von Lisa habe ich noch im Kopf. Sie waren in jedem Katalog unserer Kaufhäuser abgedruckt. „Nicht nur da. Ich war auch auf vielen Plakaten und in Messekatalogen.“ Die Bilder aus diesen Katalogen waren begehrte Sammelobjekte. Sie hingen oft über den Betten der Jungen und jungen Männer. Die Mama von Gabi war sozusagen, die erste Geliebte vieler Jungen bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen.

Kapazitäten wie Papa Reinhard braucht heute niemand mehr. Die Maschinen werden eh wo anders gebaut und gebraucht. Reinhard ist weit herum gekommen. Ihm können die Besatzer nichts mehr wegnehmen. Er hat bereits Vieles gesehen und erlebt.

Jochen bietet jetzt belegte Brote. Ich kaufte ihm zusätzlich einen Kontaktgrill. Damit kann er die belegten Brote zu Toast verarbeiten. Unsere Hausgäste nutzen das Angebot. Immer weniger verlassen unseren Betrieb an den Ruhetagen. Das Billard wird langsam schon zum Streitobjekt. Eigentlich könnten wir auf dem Saal ein Billardcafe einrichten. Das würden die Trägerkapazitäten noch locker hergeben. Zumal wir auch diverse Betonstützen darunter bauen könnten. Auf die ehemalige Bühne können aber noch zwei Billardtische aufgestellt werden. In der Bezirkshauptstadt ist ein Billardbauer. Den gab es schon zu DDR Zeiten. Karl-Marx-Stadt war eine Billardhochburg. Dort wurden viele Weltmeisterschaften ausgetragen. Als ich das Jochen mitteile, fangen seine Augen an zu glänzen. Jochen spielt auch gern Billard.

Fortsetzung folgt