Fortsetzung Der Erpressungsversuch


Wir haben im Ort eine kleine Druckerei. Dort lasse ich uns das Hausprospekt samt Umleitung drucken. Ich werbe mit Ruhe und diskreter Abgeschiedenheit. Die Druckerei will das Prospekt bereits am Wochenende fertig haben.

Freitags reisen sowohl die Finanzbeamten als auch unsere Monteure ab. Wir sind das Wochenende allein. Klaus hatte uns eigentlich eine Buchung vorhergesagt. Ich rufe bei ihm an. „Die haben abgesagt. Wegen Krankheit“, ist seine Antwort. Jetzt bleibt mir nichts Anderes übrig, als beim Fremdenverkehrsamt und bei meinen Kollegen anzurufen. Das Amt hat keine Buchungen, meine Kollegen sind auch leer bis halb leer. „Saure Gurkenzeit“, sagt mir ein Kollege aus dem Nachbarort. „Ferien sind doch erst in zehn Tagen“, antworte ich ihm. „Naja. Viele nehmen ihre Kinder schon eine Woche vorher aus der Schule und fahren vor der Saison in Urlaub. Das ist billiger.“

„Das geht doch eigentlich nur mit einer Krankmeldung.“

„Bei mir sind zwei Familien, deren Kinder bei ihrer Anreise einen Verband trugen. Jetzt sind sie wieder gesund.“

„Alles klar. Danke. Wiederhören.“

Unser Hotel ist kein Ferienhotel. Die Menschen aus der Stadt wollen in die Natur. Und die vom Land? Die fahren wohl eher in Stadthotels. Wegen dem Einkauf.

Nach unserer Essenslieferung klingelt das Telefon. Mutter ist dran. „Vater ist im Krankenhaus.“

„Wie das?“

„Er ist zusammengesackt. Ich schätze, ein Herzinfarkt.“

„Wir kommen mal vorbei.“

Joana fährt die Tour in die Kreisstadt. Damit fährt sie auch täglich bei unserer Mutter vorbei. Ich rufe Joana an und sage ihr das. Sie möchte unsere Mutter mitbringen. Wir wollen zusammen zu meiner Mutter fahren. Ich bereite gerade ein Schild vor „Wegen Krankheit geschlossen“, da kommt der Sohn unseres Dachdeckers in die Gaststube.