Fortsetzung Die Ermittlung beginnt


Talaufwärts fahren sie noch einmal an der Obstgenossenschaft vorbei. Marco hat Appetit bekommen. Die Erdbeeren sind leider schon vergriffen. Dafür gibt es noch frische Pflaumen, Zwetschgen und sogar einige Gravensteiner. Nach einer kurzen Lagerung, schmecken die am besten. Dazu liegen ein paar Elison Orange im Regal. Die probiert Marco sofort. Er kennt sich aus. Toni gibt ihm ein Kompliment.

Um diese Zeit ist die Fahrt am Plimabach ein Genuss. Sie treffen ein paar Angler. Alle grüßen freundlich. In den Kaffees und Imbissbetrieben herrscht Hochkonjunktur. Kein Parkplatz ist frei. Man parkt Südtirolerisch in zweiter Reihe.

„Jetzt eine Alkoholkontrolle…“, sagt Marco.

„Das geht uns Nichts an“, antwortet Toni schnell.

Marco lacht. Toni muss mit lachen.

Am Tatort angekommen, machen sich die Zwei auf Spurensuche. Toni interessiert das Geländer und der Randstreifen. Der ist noch nicht geputzt und sogar mit bunten Bändern abgesperrt. „Wir könnten morgen den gesamten Dreck vom Randstreifen einsammeln lassen. Vielleicht finden wir noch ein paar Kleinstteile.“

„Das hätte ich gleich mit machen lassen sollen“, antwortet Marco.

„Eigentlich reichen unsere Spuren. Aber, ein – zwei mehr, können nicht schaden“, sagt Toni.

„Bei den Tätern, sicher.“

„Gehen wir noch bei den Familien vorbei?“

„Das machen wir morgen“, antwortet Marco.

„Aber abends sind sie eher anzutreffen als tagsüber.“

„Du hast recht. Wir fahren hin zu ihnen.“

Auf den Hof von Alfred angekommen, bemerken sie hinter den Gardinen, Blicke. Alfreds Mutter kommt heraus und begrüßt die Kommissare. „Haben Sie schon ein paar Erkenntnisse?“

„Einige schon. Wir haben Proben und deren Auswertung.

Wir müssen nur noch die Personen dahinter suchen.“

„Wollen Sie mit essen? Wir haben Speck, Salami und geräucherte Forelle.“

Toni tropft der Zahn. Marco fragt: „Alles selbst gemacht?“

„Natürlich!“

Zwei ältere Herrschaften kommen ins Zimmer. Der Mann stellt sich als Opa Alfreds vor, die Frau als Oma. Helmut und Berta heißen die Senioren. Bei dem Gespräch kommt heraus, Alfred war der Hofbetreiber. Sein Papa, Gerhard, ist bei einem Forstunfall ums Leben gekommen. Die Mutter und die Großeltern, wissen jetzt nicht mehr, wie es weiter geht. Es gibt viele Tränen bei dem Gespräch.

„Helfen ihnen die Nachbarn?“

„Die Nachbarn haben eine Tochter, Christine. Sie wollten, dass Christine, Alfred heiratet. Für sie galt das als sicher.“

„Damit wären ja ihre zwei Gründe zusammen gelegt worden“, sagt Toni.

„Das war so angedacht.“

Opa Helmut serviert beim Abendbrot hausgemachte, getrocknete Blutwurst. Er stellt ein Gläschen Marillensenf dazu. Marco kommt ins Schwärmen als er das sieht.

„Mein Gott! Wie zu Hause!“

„Das essen heute unsere jungen Leute nicht mehr“, sagt Helmut. „Früher haben wir die Wurst sogar verkauft.“

Fortsetzung folgt

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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