Fortsetzung Die zweite Spur


Heiner steht schon vor seinem Hof und erwartet Toni.

„Thomas kommt gleich“, sagt als zum Empfang.

Sie setzen sich an einen Tisch am Haus ins Freie.

„Willst Du auch eine Kaminwurz mit essen?“

„Gerne.“

„Und ein Viertel?“, fragt Heiner noch.

„Ich fahre. Das geht nicht.“

Thomas hört das beim Kommen und lacht. Heiner muss auch lachen.

„Ich will von Euch eigentlich nur wissen, ob Ihr Leute getroffen oder gesehen habt.“

„Gehört haben wir ein paar Italiener. Gesehen haben wir eine Gruppe Mountainbiker.“

„Haben die miteinander gesprochen?“

„Das waren Deutsche. Die waren ziemlich laut. Fast so laut wir unsere italienischen Landsleute.“

„Und sonst, war Keiner zu sehen?“

„Zwei Angler. Die kommen aus dem Tal.“

„Danke. Das hat mir noch gefehlt.“

„Bist Du schon weiter gekommen? Wir sind sehr traurig. Alfred fehlt uns.“

Thomas hat ein selbst gebackenes Brot unterm Arm. Es ist noch warm. Das Brot riecht herrlich nach Anis. Am Haus hängt eine geselchte, gut gereifte Bauchseite vom Schwein. Fetter Speck. Heiner schneidet eine dicke Scheibe ab. Sie essen zusammen Kaminwurzen, Speck und frisches Vinschger Brot.“Ich muss gehen. Morgen bin ich in Deutschland. Braucht ihr etwas von dort?“

„Höchstens ein neues Auto. Das wird aber nicht in deinen Koffer passen.“

„Dein Panda ist doch noch gut. Die deutschen Autos gehen hier eh nicht.“

„Da hast du schon Recht.“

Alle lachen ausgelassen.

Fortsetzung Die zweite Spur


Da hinauf kommt man entweder umständlich per Fahrzeug oder per Seilbahn. An sich ist die Lage recht günstig. Toni hat eine gute Internetverbindung. Die braucht er schon für seine Recherchen. Dazu benötigt er Ruhe. Und genau die, bekommt er zur Genüge auf dem Aschbach.

Seine Hütte besteht aus einem Raum und einer winzigen Kochecke, in der er sich auch wäscht. Größer mag er es nicht. Toni liebt das bescheidene Leben. Der Blick aus seinem Haus ist ein Erlebnis der besonderen Art. Er schaut auf den Partschinser Wasserfall und auf die Texelgruppe. Das Panorama wirkt auf ihn sehr beruhigend. Genau mit dieser Stimmung geht er auch seine Fälle an.

Marco möchte den Fall jetzt an seinen Kollegen abgeben. Die Spurensicherung ist fast beendet. Es warten bereits neue Fälle im Pustertal.

„Gebe mir bitte alle zwei Tage einen kurzen Bericht“, sagt er zu Toni. Toni freut sich. Er ist jetzt leitender Kommissar. Eine gute Beförderungsmöglichkeit.

Bevor Toni nach Deutschland fährt, möchte er noch einmal Thomas und Heiner befragen. Er ruft bei den Beiden an. Sie erwarten ihn. Toni muss etwas sportlich fahren. Auf der Vinschger Staatsstraße ist reger Verkehr in beide Richtungen. Dazu gibt es zu viele Baustellen mit Ampeln.

Die Auffahrt zu den zwei Berghöfen ist ziemlich anstrengend. Die Wege sind mit einer Art Kies befestigt. Toni hat aber Straßenreifen auf dem Motorrad. Das Vorderrad eiert fürchterlich. Toni kann kaum die Balance halten.

Fortsetzung folgt