Fortsetzung Die zweite Spur


Auf alle Fälle muss er jetzt ins Martelltal.

Die Familie von Christine muss jetzt Stellung nehmen zu dem geplanten Hotelbau. Gesehen hat er jedenfalls noch nichts vor Ort. Die Hotelplanung würde immerhin ein Motiv liefern. Das wäre sicher der Familie nicht recht. Umsonst haben die das nicht verschwiegen.

Toni nimmt gleich noch neue Kameras mit. Die ausgelegten Kameras will er jetzt kontrollieren.

Bei Christinas Familie angekommen, wird er von Julius, dem Vater empfangen. Er wirkt etwas ungehalten. Toni wartet nicht lange und fragt gleich nach dem Hotelplan.

„Das ist ein Familienentscheid“, sagt Julius. „Wir haben uns das reiflich überlegt.“

„Kann ich die Planungsunterlagen sehen?“

Julius zeigt sie nicht gern. Er legt die Zeichnungen auf den Tisch. Oma und Opa sind dabei. Beim Betrachten der Zeichnungen fällt Toni auf, das Nachbargrundstück ist dabei voll integriert.

„Wissen das ihre Nachbarn?“

„Wir haben schon mal darüber gesprochen.“

„Was hat Alfred dazu gesagt?“

„Er war nicht begeistert. Wegen den Schulden seiner Familie.“

„Ja. Aber die Schulden hättet ihr ja mit übernommen.“

„Das war ja seine Angst. Wenn unser Projekt in die Hose geht, wäre er sein Zuhause los.“

„Gibt es denn Probleme bei der Finanzierung?“

„Unsere Banken sehen das etwas skeptisch wegen des Naturschutzgebietes.“

„Habt ihr Alternativen?“

„Eventuell, Tiroler Banken.“

„Also, Österreichische?“

„Naja. In Morter haben die auch etwas getan.“

„Das ist kein guter Plan in meinen Augen.“ Toni wird skeptisch.

„Das wäre auch der letzte Ausweg.“

Toni merkt langsam, die Familie hat sich in Etwas verrannt. Der Plan ist nicht gut. Wenn, dann muss die Initiative aus dem Tal kommen. Und genau das Tal, ist dafür zu arm. Hier muss das Land helfen. Insgesamt sieht er nach dem Gespräch, kein direktes Motiv mehr. Es sei denn, die Familie hat schon einem Dritten etwas versprochen. Damit bliebe eigentlich nur ein Unfall mit Fahrerflucht und dessen Vertuschungsversuch.

Marco vermutet aber mehr dahinter. Und genau das, muss Toni nun heraus finden. Der Druck wächst etwas.

Toni fühlt sich nicht wohl. Marco muss ihn wieder etwas aufbauen. Es gibt reichlich Motive und Verdächtige. Nur die Spuren verschwimmen etwas.

Die deutschen Kollegen haben die Autoverleiher zusammen gestellt. Die Radfahrer waren mit einem Leihauto unterwegs. Toni hat das Auto sogar auf den Videos gesehen. Nicht im Traum dachte er daran, dort die Radfahrer zu vermuten. Die Deutschen haben auch sofort Proben genommen von dem Fahrzeug. Nichts. Alles frisch poliert. Keine Schrammen.

„Ich brauche Fingerabdrücke und Genproben aus dem Auto.“, hat er seinen Kollegen gemailt. „Spurlos können die das nicht gereinigt haben.“

Die Kollegen haben versprochen, das Fahrzeug gründlich zu untersuchen.

‚Wer solche Riesenplatten voller Rippelen frisst, kann auch mal etwas tun‘, denkt er sich.

Die Tage verfliegen fast im Sekundentakt. Die Zeit rennt Toni davon und die Spuren werden kalt. Er muss sich dringend noch mal mit den Proben und Ergebnissen befassen. Dort liegt des Rätsels Lösung. Die Daten müssen nur sortiert und zugeordnet werden. Toni sieht ein, er ist etwas übereifrig ans Werk gegangen. Marco geht so etwas bedeutend ruhiger an. Was nützt die Spurenflut, wenn sie nicht zugeordnet sind?

Toni ruft Marco an. „Ich befasse mich jetzt mit der Zuordnung der Spuren.“

„Endlich! Naja. Spuren haben wir genug. Ruf mich an in zwei Tagen.“

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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