Fortsetzung Die Motive


An seiner Hütte hängt wieder ein Beutel. Vor der Tür steht ein kleines Milchkännchen. Für das Abendbrot überlegt sich Toni, ob er sich nicht ein kleines Muas kocht. Toni hat sein eigenes Rezept. Das Muas kocht er in zwei Pfannen vom Hartweizen. Kurz, bevor es fertig ist, nimmt er die zweite Pfanne, gibt Butter und Zucker hinein und das Muas oben drauf. Er ist wie verrückt auf die Karamellkruste an der Unterseite des Muas. Köstlich. Im Beutel ist auch eine Flasche Bier. Jetzt, zum Feierabend, trinkt er sie.

Am Morgen muss Toni nach Meran. Die Radfahrer werden verhört. Marco ist auch zugegen. Um die Radfahrer vorher etwas einzuschüchtern, fängt Marco das Gespräch an. Er mischt gekonnt die italienische Sprache mit der deutschen. Die Radfahrer verstehen nur die Hälfte. Ihnen droht Knast. Italienischer Knast. Marco wirft ihnen Raub vor. Raub ist Diebstahl mit Körperverletzung oder dessen Androhung in Tateinheit. Die Strafe dafür reicht eigentlich, um jeden Kieselstein des Betonmauerwerkes der Zelle zu zählen. Unter zehn Jahren ist da nichts zu bekommen. Nach zwei Stunden fängt der Erste an zu weinen. Der Rest ist etwas zäher. Einer weint gar nicht. Den schickt Marco zurück in die Zelle. „Der braucht noch etwas Bedenkzeit“, sagt er. Die anderen Drei werden jeder in einem Extraraum verhört. Toni beobachtet alle durch den Spiegel. Eine Sprechanlage lässt ihn Alles mithören. Wie erwartet, schieben alle Drei die Schuld auf den jeweils Anderen. Aber alle Drei sagen, Alfred wäre ihrer Meinung nach, tot gewesen. Auf den Vorwurf der Unterlassung von Hilfe, reagiert nicht Einer. ‚Die bedauern das nicht mal‘, denkt sich Toni. ‚Das gibt sicher ein Jahr extra.‘ Toni stellt sich gerade vor, Einer von Denen, liegt mit einem gebrochenem Bein im Wald nach einem Sturz. Auf seinen Touren trifft er häufig gestürzte deutsche Motorrad- oder Radfahrer, die ihn um Hilfe anbetteln. Seine Telefonate bekommt er oft nicht bezahlt von Denen. Er müsste demnach zuerst die Hand hin halten, ein Geld verlangen und danach die Rettung organisieren. Nach den Aussagen der Radfahrer, droht er Allen mit einem gemeinschaftlich begangenem Diebstahl. Das zeigt Wirkung. Die Radfahrer einigen sich darauf, einen Sündenbock zu benennen. Damit sind die Anderen nur Mitwisser.

Klar ist, der Familie von Alfred ist das Geld zurück zu geben. Die Verhöre waren nervenaufreibend. Schockiert ist Toni von der Ignoranz. Er kann sich einfach nicht vorstellen, wie Menschen einem Verletzten oder Toten, die Taschen ausräumen. Er würde das eher von Söldnern in einem Krieg erwarten. Beute.

Fortsetzung folgt

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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