Fortsetzung Die Motive


Zwetschgenkuchen mit Streuseln. Toni schluckt bei dem Anblick. Der Kuchen ist mit Mürbeteig gebacken und noch warm. Das ganze Zimmer riecht nur nach diesem Kuchen.

„Morgen könnt ihr heiraten“, sagt Mama Frieda. Lukas, der Papa, kommt und gratuliert schon. Er hat einen Hausbrand und fünf Gläser in der Hand. Toni staunt.

„So schnell?“

„Besser heute als nie“, antwortet Lukas. Der freut sich riesig. „Monika wartet auf Dich schon zwei Jahre.“

Marco wirkt etwas berührt von der Begegnung. Er hat feuchte Augen.

„Das Verhör morgen, musst du allein führen“, sagt Toni zu Marco.

„Bei dem Register, können wir die Radfahrer auch einen Tag länger sitzen lassen bis zur gerichtlichen Anhörung.“

„Wollt ihr gleich hier übernachten?“, fragt Frieda.

„Gerne!“, antwortet Marco.

Toni wird wahrscheinlich gar nicht mehr gefragt. Er ist überstimmt. Lukas gibt ihm zu verstehen, „du hast doch Monika gestern geheiratet.“

Jetzt weiß Toni, woher der Wind weht. Abgemacht ist abgemacht. Jetzt kommt er nicht mehr weg ohne einen erheblichen Verlust seines guten Rufes.

Der Zwetschgenkuchen ist ein Gedicht. Der Kaffee könnte etwas besser sein. Toni bestellt um auf Kakao.

Frieda schaut etwas misstrauisch.

„Mir drückt etwas der Bauch“, entschuldigt sich Toni kleinlaut. Monika weiß, Toni trinkt Filterkaffee. Und genau mit dem, haben Südtiroler kein glückliches Händchen.

Fortsetzung folgt