Ausfahrt zum Tag der Republik


Ausfahrt zum Tag der Republik

Geschrieben von BeyerKH am Donnerstag, 7. Oktober 2021 | Eintrag bearbeiten

Die „Himmelfahrt“ zum Tag der Republik führte mich heute auf die Mendel-Gampenrunde. Ehrlich gesagt, bereitet mir das Auf- und Absteigen vom Moto noch einige kleine Schmerzen. Das Standbein ist schließlich das Bein mit den Brüchen. Beim Auf- und Absteigen gibt es am Standbein eine leichte Drehung und die drückt bisweilen gewaltig. Dem entsprechend ähnelt das Auf- und Absteigen eher einer Kletterei. Außenstehende würden das vielleicht als ulkig ansehen. Nach so einer Runde muss ich aus der Garage mit meinen zwei Stöcken kriechen. Ich brauche fast einen Tag, um im Wohnzimmer wieder ohne Stöcke laufen zu können. Solche Ausfahrten kann ich bestenfalls, alle zwei Tage unternehmen.

Trotzdem wollen wir nicht vergessen, dass die Ausgangssperre maßgeblich Schuld an meinem Bruch ist. Motorradfahren erfordert tägliche Übung. Vor allem, wenn es darum geht, das Motorrad abzufangen. Das Eingesperrt sein, lähmt den Bewegungsapparat. Und das ist Gift, trotz der täglichen Stunden, die ich allein auf meinem Heimfahrrad verradele. Wenn ich bedenke, knapp sechshundert Tage a 15 bis 20 km…? Da bin ich schon fast durch Sibirien von hier aus.

Meine Fotoreihe beginne ich mal in der Töll. Viele Fotos habe ich nicht geschossen heute. Weißhimmel.

Es braucht schon einige Bearbeitungen, um Hafling anständig zu erkennen.

Trotzdem unterliegt der Blick einer gewaltigen Täuschung. In St.Pauls habe ich das mal deutlich gemacht:

Sobald wir unter den Wolken stehen, bekommen wir auch blauen Himmel zu sehen. Und jetzt habe ich das Foto mal von der Mendel aus geschossen. Bei dieser Perspektive könnte man glauben, es wäre wirklich bedrohliches Wetter:

Das ist mit zwei Fotos schon fast ein Panorama:

Weitere Fotos, vor allem mit Blick auf die Brenta oder gar auf Meran vom Gampen aus, waren mir leider nicht möglich. Das Gedränge war einfach zu belastend. 

Ausfahrt zum Tag der Republik


Ausfahrt zum Tag der Republik

Geschrieben von BeyerKH am Donnerstag, 7. Oktober 2021 | Eintrag bearbeiten

Ausfahrt zum Tag der Republik

Als Migranten haben wir ja das Glück, zwei Tage der Republik feiern zu dürfen.

Zum Einen ist es der 2.Juni…:

Festa della Repubblica

…und zum Zweiten..am 07.10.:

Der Tag der Republik der DDR.

Allgemein sind wir am Tag der Republik zu einer Danksagung in Form einer kleinen Demo mit verschiedenen Rednern angetreten. Anschließend gingen Einige in Restaurants und andere auf einen Ausflug.

Mit der Visafreiheit, 1972, wurde natürlich auch das Nachbarland besucht. Je nach Entfernung war das die Volksrepublik Polen oder die Tschechische Republik. Kilometerlange Staus gab es auch schon zu DDR Zeiten. Und das waren garantiert keine Fußgängerstaus.

Unsereiner gab sich dem Böhmischen Knödel mit Gulasch hin. Auf dem Heimweg war der übliche Schmuggel angesagt. Bei mir als Koch und Liebhaber diverser Fischkonserven, waren das Dorschleber und Ölsardinen.

In Hotels und ähnliche Einrichtungen mussten wir nicht gehen. Um im Nachbarland preiswert zu übernachten, reichte es, in einer Gaststätte oder im Kaufhaus, Leute anzusprechen. Gastgeber und Freunde fanden sich ziemlich schnell. Die Freundschaften hielten oft sehr lange und beruhten auf Gegenseitigkeit.

Im Oktober sind wir oft noch mit dem Motorrad gefahren. Die beliebteste Runde war der Grenzübergang Oberwiesenthal auf dem Hinweg; der Rückweg führte uns entweder über Reizenhain, Zinnwald oder über Schmilka.

Generell lohnte sich ein Besuch über drei Tage. Es gab einen etwas erhöhten Tagessatz beim Umtausch. Mogeln konnte man auch; aber eben im Rahmen. Unsere Grenzer waren stets großzügig und freundlich. Das genaue Gegenteil durften wir erst nach der Annexion erfahren. Das wurde immer unter dem Hinweis versteckt, wir wären das ja gewohnt von unserem Regime. Eben das, waren und sind wir eben nicht gewohnt. Misshandlungen und Schikanen an Grenzen, haben wir erst mit dem Westen kennen gelernt. Sozusagen, all inklusive:-))

Große Runden sind ob des Bruches noch nicht möglich. Es wird sicher eine einfache Hausrunde. 

Heute dürfen wir also ein paar Bilder erwarten, die hoffentlich etwas besser werden als das.

Gratulation zum 72.DDR Geburtstag


Allen DDR Bürgern gratuliere ich zu ihrem Geburtstag heute. Ich bin nicht der Einzigste:

https://ddr-kabinett-bochum.blogspot.com/2021/10/unser-feiertag-ist-der-7-oktober.html

https://www.demvolkedienen.org/index.php/de/t-brd/5880-magdeburg-kaempferische-demonstration-gegen-tag-der-deutschen-einheit

http://cleo-schreiber.blogspot.com/2021/10/vor-und-nach-72-jahren-harry-popow.html

VOR UND NACH 72 JAHREN… – Harry Popow

VOR 72 JAHREN…

Leseprobe aus „AUSBRUCH AUS DER STILLE. Persönliche Lebensbilder“ anlässlich des 72. Jahrestages der Gründung der DDR am 07. Oktober 1949

Der Autor wurde 1936 in Berlin-Tegel geboren, wuchs in der DDR auf, arbeitete als Militärjournalist im Dienstgrad Oberstleutnant in der NVA und betätigt sich heute als Blogger, Buchrezensent und Autor. Er ist seit 1961 glücklich verheiratet.

Jetzt kommt noch der Jürgen:

..mit dem:

»Einheitsfrontlied«

»Und weil der Mensch ein Mensch ist,

Drum braucht er was zum Essen, bitte sehr!

Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt,

Das schafft kein Essen her.

 

Drum links, zwei, drei!

Drum links, zwei drei!

Wo dein Platz, Genosse, ist!

Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,

Weil Du auch ein Arbeiter bist.

Und weil der Mensch ein Mensch ist,

Drum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern.

Er will unter sich keinen Sklaven sehn

Und über sich keinen Herrn.

Drum links, zwei, drei!

Drum links, zwei drei!

Wo dein Platz, Genosse, ist!

Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,

Weil Du auch ein Arbeiter bist.

Und weil der Prolet ein Prolet ist,

Drum wird ihn kein anderer befrein.

Es kann die Befreiung der Arbeiter nur

Das Werk der Arbeiter sein.

Drum links, zwei, drei!

Drum links, zwei drei!

Wo dein Platz, Genosse, ist!

Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,

Weil Du auch ein Arbeiter bist«.

Bertolt Brecht, 1934.

Gesungen von Ernst Busch 1971.

Fortsetzung Der Schreck


Toni studiert die Liste gleich vor Ort. Vielleicht entdeckt er Anhaltspunkte. Die Sekretärin schmiert noch etwas um den Schreibtisch und macht einladende, bewusst ungeschickte Bewegungen.

„Darf ich noch Etwas bringen?“

Silvio fragt umgehend, ob Toni einen Kaffee oder Tee möchte.

„Einen doppelten Macciato bitte.“

Auf der Liste sind einige Gastarbeiter eingetragen. Ungarn, Polen, Slowaken und, man staune, Italiener aus Kalabrien. Toni muss die Daten mitnehmen und mit den Papieren bei Marco vergleichen.

Auf dem Weg zurück spürt Toni mit dem Motorrad, die Außenseite ist oberhalb der Viadukte, ziemlich gefährlich. Der Abgrund hinter der kurzen Mauer am Straßenaußenrand, kurz vor Juval, scheint hundert Meter tief zu sein. Ein nachlässiger Fahrer, der üblicherweise die Kurve, Spur übergreifend – ausholend anfährt, kann dort für einen kostenlosen Flugunterricht sorgen. Ein Linienbus reicht für einen Freiflug. Es gilt, vorhandene Spiegel gut zu beobachten. Bei Regen, der dort nicht selten ist, kann das ziemlich problematisch sein.

Unten angekommen, herrscht schon wieder Stau. Und das schon vor Naturns. Zu dieser Tageszeit. Toni schüttelt den Kopf. Er wird bei Naturns abbiegen. Vielleicht fährt er durch die Apfelplantagen. Mit dem Motorrad geht das bei achtsamer Fahrt.

Nach Naturns ist von dem Stau nichts mehr zu sehen. Toni vermutet einen Unfall im Tunnel.

Kaum ist er in Meran angekommen, trifft er auch Marco. Marco ist schon vor ihm aufgebrochen. Die gefundenen Sachen geben sie der Spurensicherung. Im Büro überlegen sich die Zwei, wie sie weiter vorgehen.

Heute ist erst einmal Feierabend. Toni fragt Marco, ob er nicht mal mit seiner Veronika auf die Hütte kommen möchte. Matteo, der Sohn, würde sich garantiert darüber freuen. „Immer in der Stadt. Das ist kein Auskommen.“

„Höchstens am Wochenende“, ist die trockene Antwort Marcos. „Unter der Woche hat Veronika einfach zu viel zu tun.“

„Arbeitet sie noch bei der Gewerkschaft?“

„Ja, sicher. Es gibt viel Arbeit bei ihnen, weil die höher liegenden Betriebe schon die Saison beendet haben.“

Marco nimmt sich seine Notizen mit uns fährt nach Hause.

Monika wartet schon. Sie war bei ihren Eltern.

„Diese Woche haben wir viel zu tun. Papa ist krank.“

„Wünsch ihm Gute Besserung von mir. Hast du gleich etwas zu Essen mitgebracht?“

Toni bemerkt zwei große gegrillte Koteletts, eingepackt in Alufolie.

Fortsetzung folgt