Fortsetzung Die Ermittlung


„Nachdem, wie ich es sehe, bekommen wir reichlich Bewegung“, stellt Toni nach dem Studium der Unterlagen fest. „Wir kommen auch wieder Mal ins Pustertal. Wie ich sehe, nach Toblach, Reischach und nach Kiens.“

„Das klingt interessant“, sagt Monika.

„Wir haben bisher kaum Spuren. Wir suchen die Nadel im Heuhaufen“, sagt Marco. Er wirkt verzweifelt. „Das Schlimmste ist eigentlich, dass wir nicht in die Personalzimmer können. Wenn sie dort Diebesgut lagern oder mitführen, sind wir bis jetzt machtlos.“

„Mit einer Vollmacht könnten wir schon nachschauen“, sagt Marco.

„Gibt es die eventuell blanko?“, fragt Toni.

„Ich kümmere mich“, antwortet Marco.

„Jolka hat eine Kollegin oder Freundin“, sagt Monika. In allen Betrieben, in denen Jolka arbeitete, arbeitete auch ihre Freundin. Sie heißt Dunja.“

Monika wird für die zwei Kommissare immer wertvoller. Sie hätten das nicht im Geringsten gemerkt.

„Von der Freundin, Dunja, ist der Bericht vom Patronat oder vom Arbeitsamt zu ziehen“, sagt Marco. Er wirkt heute etwas nervös. Die Ermittlung zieht sich zu langsam hin. Toni spürt das.

Beim weiteren Studium der Unterlagen entsteht der Eindruck, mit den Diebstählen kann der Tod Soltans nicht unbedingt zusammen hängen. Es muss andere Motive geben. Vielleicht ist es gar eine Beziehungstat? Toni schüttelt den Kopf. Wer bringt in dem Umfeld seine Freunde und Kollegen um? ‚Die haben doch alle untereinander intime Beziehungen‘, denkt er sich. Moni sieht das Rauchen des Kopfes von Toni. Als könnte sie ahnen, an was Toni gerade denkt, sagt sie ihm aus eigener Erfahrung: „Unterschätze nicht die Beziehungen der Saisonarbeiter untereinander.“

Marco lässt ein Schreiben aufsetzen, mit dem die Vermieter der Personalzimmer offiziell gebeten werden, aufmerksam die Zimmer der vorläufig Verdächtigen etwas genauer zu kontrollieren. Diebesgut ist zu melden. Ohne Aufruhr. Toni ist sich fast sicher, die Vermieter gehen von sich aus schon die Zimmer der Saisonkräfte durchwühlen. Irgendwie kennt er seine Landsleute. Er kennt zwei Saisonkräfte persönlich, die das sogar heimlich gefilmt haben. In Privaträumen ist das erlaubt. Sobald die Zimmer vermietet sind, sind es Privaträume. Und dort darf man filmen. Er hat diesbezüglich mal einen Streit geschlichtet. Zum Glück konnten sich die Parteien einigen. Der Vermieter wollte lediglich vermeiden, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein. Rauschgifte sind auch in Südtirol ein Thema. Bei dem Gedanken, öffnet sich die Ermittlung noch etwas. ‚Ist vielleicht Rauschgift mit im Spiel?‘, denkt er sich. Er fragt seine Kollegen. Marco weiß, wovon Toni spricht. Er hatte früher einige Fälle mit österreichischen Saisonkräften. „Dem Gedanken folge ich nicht so direkt. Saisonkräfte aus Osteuropa sind einfach zu arm für den Rauschgiftkonsum.“

„Und für den Handel damit?“, fragt Toni.

„Naja. Für den Handel braucht es schon auch Einiges an Kapital. Für Lau macht das auch da Keiner.“

Der Gedanke gefällt Toni. Trotzdem wird er das Thema im Auge behalten.

Fortsetzung folgt

Blick von Molveno in die Brenta vor sechs Jahren im November

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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