Auszug aus „Der Saisonkoch-Erster Monat“


Jetzt kommen gerade wieder vier unserer Hausgäste, auf die wir bereits warten. Sie benötigen kein Essen. Sie haben schon unterwegs gegessen. Der Sohn hat noch eine rot gelbe Tüte in der Hand. Entsorgen dürfen wir die. Zum Glück, müssen wir nicht zu unserem Abfallbehälter gehen, um dem Kind ein Essen zu bereiten. Er ist bereits satt davon. Auf meine Frage, ob ich ihm, ein mit kaltem Braten belegtes Brot von unserem Bäcker machen soll, fragt er zurück, was das sei. Den Eltern bot ich ein Sauer Rindfleisch vom Pitztaler Rind an. Das Rindfleisch ist von unserem Nachbarn. Kaum habe ich die Gäste angesprochen, sagte der zu unserem besoffenen Chef, der Koch sei ein Ostdeutscher. Der Chef konnte darauf schon gar nicht mehr reagieren.
„Wollen sie dennoch Etwas zu essen?“, fragte ich diesen Gast. „Kannst Du rheinischen Rostbraten?“.
„Ne. Wie geht der?“
„Du musst das Fleisch in Scheiben abschneiden und braten. Dann gibst Du Sauce und frittierte Zwiebel, extra, drauf.“
„ Wir sind aber hier in Tirol.“
„Tiroler Rostbraten eß ich nicht.“
„Sie haben aber keinen Koch mit“, sage ich lächelnd zu dem Mann.
‚Der fährt nach Österreich, um Rheinischen Rostbraten zu fressen‘, denk ich mir.
„Vielleicht nehmen Sie Schnitzel?“
„Rot-Weiß.“
„Was ist das?“
„Mit Ketchup-Mayo.“
„Kein Wiener Schnitzel?“
„Ne!“
„Also, Mailänder Schnitzel?“
„Schnitzel. Rot-Weiß.“
„Bratkartoffel oder Pommes?“
„Bommes.“
„Mit Salat?“
„Ne.Pfui!“
„Ein, zwei, drei oder vier Schnitzel?“
„Für misch, eins.“
‚Sind die so blöd oder können die nicht zusammen bestellen‘, denk ich mir.
Seine Frau grölt mit so einer heißeren, dunklen Stimme, dass sie nichts essen will.
Die Kinder wollen Pommes Rot-Weiß.
‚Frisst dieses Volk nur Stallfutter?‘, frag ich mich gedanklich.
Offensichtlich. Es kamen keine anderen Bestellungen. Die kennen keine Lebensmittel. Der Chef hat sich leise verdrückt. Eigentlich wollte ich ihn fragen, ob er das Schnitzel vom Kalb oder Schwein macht. Soltan hat schon die Schweinsoberschale in der Hand. Er zieht gerade die Decke ab und gibt mir die geputzte Oberschale. Kaiserteil, heißt das in Österreich. Ich schneide ein Schnitzel ab, klopfe und paniere es. Die Fritteuse ist inzwischen heiß und ich backe das Schnitzel und die Pommes, in der Fritteuse. Soltan schneidet inzwischen die Zitrone, gibt in kleine Schalen jeweils Mayonnaise und Ketchup. Das Schnitzel samt Pommes ist fertig und wir stehen schon wieder und warten. Die Bonmaschine kratzt einen seltsamen Ton und wir bekommen wieder eine „umfangreiche Bestellung“. Ein Spiegelei mit Speck und Bratkartoffeln. Nachdem ich die Bratplatten von den zweihundert vierzig Grad auf rund einhundert sechzig abgesenkt habe, erlaube ich mir, die Bratkartoffeln und das Spiegelei, direkt auf der Platte zu braten. Eine Augenweide. Zum Würzen der Bratkartoffeln nutze ich gleich die Gewürzmischung für Krustenbraten, die beim Chef auf dem Gewürzregal stand. Das Spiegelei ist fertig und wir stehen wieder. Langsam können wir uns schon an die Reinigung der Küche machen. Es ist weit nach zweiundzwanzig Uhr.

Auszug aus „Der Saisonkoch-Erster Monat“


Hinweis. Tag Sieben ist der 7.Dezember

Tag sieben

Mich weckt ein harsches Klopfen an der Tür. Mutter. Sie ruft, ich hätte ein Telefonat aus Österreich. Ich spring in den Trainingsanzug und stürze zum Telefon. Der Anrufer ist ein Hotelier aus dem Pitztal. Ihm wäre der Koch weggelaufen, ob ich nicht gleich anfangen könnte. Ehrlich gesagt, verstehe ich nur die Hälfte von dem Tiroler Genuschel. Ich frag ihn, ob er denn auch ein Zimmermädchen benötigt, weil ich gern mit meiner Frau arbeiten möchte. Für die hätte er schon reichlich Aufgaben. Gelegentlich schicke ich für Joana auch Bewerbungen für Tutto fare, Mädchen für Alles, heraus, weil Joana auch fürstlich kochen kann. ‚Das hat sie schließlich bei mir gelernt‘, denke ich mir stolz. Joana weiß schon Bescheid. Sie hört die ganze Zeit zu.
„Soll ich packen?“
„Ja.“
„Wollt Ihr schon widder los?“, fragt Mutter. „Mir missen“, geb ich zur Antwort.
„Brauchste Kaffee?“
„Zwe Liter.“
„Wo issn der Vater?“
„Draußen.“
„Vater, mir missen schon widder weg.“
„Du bist doch noch gar ni da.“
„S‘nächste Mal komm‘mer länger. Saisonende.“
„Noja, iss gut. Gute Fohrt.“
Mutter steht schon mit dem Kaffee in der Tür und Joana mit den Taschen.
„Hamm‘mer was vergessn?“
„Ne.“
Wir drücken Mutter und verdrösten sie auf das Saisonende.
„Gute Fohrt. Fohr langsam.“
Mutter hat feuchte Augen und ist etwas rötlich geworden im Gesicht.
Ich kann noch gar nicht fahren, weil ich ganz sicher noch ziemlich besoffen bin. Joana hat sich schon von ganz allein hinters Lenkrad gesetzt. „Wo müssen wir denn hin?“, fragt sie mich und ich sage Ihr, dass es nach Imst geht. „Imst? Ah ja.“ Unsere Saisonarbeit hat auch einen großen Vorteil. Wir können uns das Navigationsgerät sparen. Zu aller Unglück, müssen wir uns freitags auf den Weg nach Österreich begeben. Unser Glück ist aber, dass wir nicht in der Schlange der Millionen DDR-Bürger stehen, die am Wochenende nach Hause fahren von ihrem Frondienst im Westen. In unserer Schlange fahren Urlauber und die Beamten der Besatzer der DDR, die das natürlich, großzügig besoldet bekommen. Die Besatzer der DDR nennen das Aufbauhilfe. Zunächst fahren wir zurück in die Kreisstadt, um uns bei unseren Geschwistern und Familienangehörigen zu verabschieden. Marco hatte dafür drei Wohnungen im Neubauviertel der Kreisstadt gebucht. Das sind leere Wohnungen ehemaliger Arbeiter der DDR. Schöne Wohnungen. Ich habe in so einer Wohnung gelebt. Für achtzig Mark im Monat. Das kostet heute eine Nacht in unserem Eigentum, das wir mit aufgebaut haben. Wir drücken uns gegenseitig und sind traurig, dass wir schon wieder weg müssen. Die Geschwister haben versprochen, uns zu besuchen, wenn es die Zeit erlaubt.

Auszug aus „Der Saisonkoch-Erster Teil“


Etwas für den Gaumen und zum Probieren zu Hause. Der Erste Teil meiner Serie „Der Saisonkoch“ ist ein Kochbuch, gemischt mit persönlichen Abenteuern.

Mit Soltan schreibe ich noch das Menü für den Tag, an dem er, der erste Koch ist. Wir schreiben es zum ersten Mal etwas einfacher, damit Soltan nicht überfordert wird.


Salate und Kalte Vorspeisen vom Buffet
Brokkolicemesuppe
Fleischbrühe vom heimischen Hirsch und grünem Wacholder
Schaumbrot vom Truthahn auf einem Reisrösti
Gratin von Penne, Tomate und Mozzarella
Rindsgulasch vom heimischen Alprind zu Böhmischem Knödel und Apfelrotkohl
Störfilet pochiert in Dillsauce zu Salzkartoffel und Spinat
Gemüsestrudel in Kräuterkäsesauce an Kartoffelpürree und Artischocke
Bayrisch Creme in Waldbeerkonfit
Eis
Beinahe hätte ich vergessen, das Menü für den Tag, nach meinem freien Tag, zu schreiben. Das wäre dann das Menü für Mittwoch. Eigentlich passt das gut, weil wir noch unsere Bestellungen ergänzen müssen. Dem Pistenpersonal werden wir gleich Truthahnschnitzel geben.
Truthahnschnitzel in Champignonrahm, Kartoffelpürree und Mischgemüse
Das Mittwochmenü sieht dann so aus.
Kalte Vorspeisen und Salat vom Buffet
Linsensuppe
Kalbsfleischbrühe mit geröstetem Wurzelgemüse
Käsepressknödel in Lauchsauce
Bratwürstchen vom Hirsch an Polentanocke
Lammkeule rosa im eigenen Saft an Sandkartoffeln und Bohnen
Forelle Müllerin gebraten in brauner Butter zu Schnittlauchkartoffeln und Schwarzwurzel
Panierte gebackene Champignons in Weinschaum an Wildreis und Ratatouille
Birnengrießflamri in Rumsauce
Eis

Soltan sagte mir, dass er das Truthahnschnitzel auch gleich für unsere Kollegen mit kocht.

Auszug aus „Der Saisonkoch-Erster Monat“


Wir erwarten heute zwei Busse. Achtzig Gäste haben sich angemeldet. Die Busfahrer haben angerufen. Wir haben Schopfbraten mit Knödel und Sauerkraut empfohlen. Die Gäste beider Busse haben das bestellt. Das machen wir auch gleich mit zum Personalessen für die Pistenarbeiter und zum Tagesgericht. Ich gehe ins Kühlhaus und hole die acht Schweinskämme. In einem Blixer mache ich die Gewürzmischung für den Schopfbraten fertig. Sie besteht aus Salz, Zucker, Pfeffer, Kümmel, Majoran, Knoblauch und Öl. Damit reibe ich die Kämme ein, stelle den Ofen auf einhundert achtzig Grad, setze den Kerntemperaturfühler auf sechsundsechzig Grad und schon ist meine Arbeit beendet. Beobachter würden jetzt denken, die Köche werden auch immer fauler und sie jammern noch dazu. Wenn ich den Ofen schon mal auf der Temperatur habe, nutze ich gleich den freien Raum, um eine Jus mit anzusetzen.

Soltan kommt gerade mit der Bestellung unserer Hausgäste. Und siehe da, wir haben wieder Kranke bei uns im Hotel. Heute erfreuen wir uns an einer ganz speziellen Diät. Das Essen soll salzfrei sein. Unser Kellner steht schon in der Tür und lacht. Ich frage ihn, ob der Gast jetzt kein Brot oder andere Dinge vom Buffet isst. „Sie isst alles“, bekomme ich als Antwort. „Wie sieht sie denn aus?“, frag ich. „Spak“, ist die Antwort. Spak ist, glaub ich, spindeldürre. „Aber“, sagt unser Kellner Andreas, ein Ungar, „sie steht auf Fünfundzwanzigzentimeterabsätzen“. „Sie steht?“, frag ich. „Nein. Sie muss die Beine hinlegen, wenn sie sitzt“, antwortet Andreas. Andreas ist mir erst jetzt aufgefallen. Er ist etwas später angereist. Andreas ist unser Oberkellner. Ein recht sympathischer Mensch. Er wirkt etwas verschlagen.
Unsere Salzdiätkundin isst also Brot, Marmelade, Kuchen, Kekse und vieles mehr. Das ist alles mit Salz. Ich frage Andreas, ob unser Essen salzarm oder salzfrei sein soll. Sie hätte salzfrei gesagt. Wir kochen fünfzehn verschiedene Essen und sollen jetzt die fünf bestellten Gänge, ohne Salz kochen. Das macht dann schon mal zwanzig verschiedene Essen. Wir warten mal ab, ob eventuell, noch ein Fall von Diät dazu kommt. Nicht, dass wir vielleicht noch Töpfe bestellen müssen. Andreas hat die Dame etwas befragt und beraten und plötzlich möchte sie nur noch salzarme Kost. Andreas hätte das falsch verstanden, meint sie. „Ich hab ihr einfach gesagt, was sie bereits zum Frühstück verzehrt hat“, sagt Andreas zu mir. Plötzlich wäre sie gesund geworden. „Rot ist sie aber nicht geworden“, sagt er. „Da hat sie ja Blutarmut. Die müsste Salz essen“. Es ist schon auffällig, dass ausgerechnet die dünnen, „gesunden“ Menschen, die meisten Allergien und Unverträglichkeiten anzeigen. Mangelernährung verändert wahrscheinlich auch das Gehirn.

Nach dem Unwetter

Auszug aus „Der Saisonkoch-Erster Monat“


Muchmat kommt wieder mit seinen drei Habseligkeiten, packt die Verpflegungstüte und verabschiedet sich unter Tränen. Er wäre gern geblieben, weil es ihm bei uns gefallen hat. Schade. Seine Vorbereitung hat uns sehr geholfen. Er sagt: „ In einem Monat kann ich wieder kommen.“ Der Chef sagt: „Einen Monat kann ich nicht warten; jetzt, in der Saison.“ „Komm‘ nächste Saison wieder, Muchmat.“

„Im Sommer?“

„Ich schau mal“, sagt der Chef. Im Sommer kommen, normal, andere Saisonarbeiter. Meist Alleinköche. Da gibt es bedeutend weniger Gäste in dem Gebiet. Wie Muchmat, geht es zahlreichen Saisonkräften. Sie sehen weder ihre Familien, ihre Kinder noch ihre Eltern. Eine Entschädigung dafür, gibt es nicht. Im Gegenteil. Für die Hin- und Rückfahrt nach Hause, kann der Saisonarbeiter, pro tausend Kilometer, auch eintausend Euro einplanen. Er hat dafür schon mal einen Monat umsonst gearbeitet. Fast wie ich. Auf der zu fahrenden Strecke stehen Strauchdiebe und Schutzgeldpresser in einer schier endlosen Reihe. Muchmat kennt Straßenabschnitte, bei denen auf zehn Kilometer, zwanzig automatische Blitzgeräte stehen. Da reden wir noch gar nicht von den über der Straße befindlichen Leitzentren, die alles filmen. Sogar die kleine Notdurft am Straßenrand. Damit wird natürlich die Durchschnittsgeschwindigkeit erheblich gesenkt. Schließlich darf der Tagelöhner und Wanderarbeiter, seine Familie nicht sehen. Der muss natürlich für eintausend Kilometer eine Zweitagesfahrt einplanen. Man fragt sich dann, warum Autos gebaut werden, die locker zweihundert Stundenkilometer fahren. Für die unterentwickelten Hormone? Oder schlimmer; für zu kleine Geschlechtsteile? Dazu kommen Aktionen, die sich wie direkte Bestrafungen darstellen. Baustellen. Ich kenne keine Methode, Geld so sinnlos an befreundete Konsortien zu schieben, wie uns das mit Baustellen vorgestellt wird. Praktisch fährt der Muchmat bei eintausend Kilometer Fahrt, durch sechshundert Kilometer Pseudobaustelle, einspurig, wenn’s geht. Er trifft auf der gesamten einspurigen Strecke, nicht einen Arbeiter. Da wird schon aus Hobby gesperrt.

Ich erinnere mich an Jahre, in denen die gesamte Strecke von Innsbruck nach Kufstein, einspurig verlief. In beide Richtungen, wohlgemerkt. Zur Saisonferienzeit. Jetzt frag ich mich ganz verstört, wofür ich dann die Autobahnschutzgeldsteuer zur Autosteuer bezahle. Wahrscheinlich für die durchgehende Autobahn nach Syrien. Dazu zahle ich an der Autobahn für Benzin und Diesel, vierzig Cent mehr als außerhalb der Zone. Bei den Bauarbeiten ohne Bauarbeiter, kein Wunder. Neben den optischen Wegelagerern, gibt es also auch noch die Tankstellenmonopole, die selbst die Benutzung von Toiletten, zu einer Strafzahlung definieren. ‚Du musst ja nicht fahren. Bleib zu Hause‘. Für eine braune Wasserbrühe namens Kaffee, eine Beleidigung dieses Getränkes, zückt man in ausgewählten, nach Toilette stinkenden Raststätten, locker vier Euro. Da ist der ruhige Kaffeeautomat in der Tankstelle, schon fast eine Erlösung.

Ankündigung


So, Ihr Lieben; mein neuer Titel wird weder ein Krimi, ein Tagebuch, noch eine Liebesgeschichte.

Mein neuestes Buchprojekt wird eine Novelle. Den Arbeitsnamen gebe ich gleich mal mit bekannt: „Die Saisonpause“.

In der Novelle behandele ich die Art der Freizeit, die Saisonarbeiter zwischen den Saisons haben. Es geht also um Urlaub, um Bewerbungen, um Vorstellungsgespräche, um das Eintreiben offener Lohnforderungen, um Familienbesuche auch an Grabsteinen und um die Zustände in diversen Betrieben. Natürlich werden Gesprächspartner, Freunde, Urlaubsbekanntschaften, Ämter und andere Bodengänge die Handlung bestimmen.

Adventsgebäck


Adventsgebäck

Jetzt ist die Zeit, Weihnachts- und Adventsgebäck zu backen.

Ich gehe jetzt nicht auf die einzelnen Rezepte ein. Auch nicht, auf das Gelingen oder nicht.

Mit meinem Tipp, möchte ich jedoch ein maßgebliches Kriterium des Geschmackes und Gelingens erwähnen.

Die Feuchtigkeit der Backware.

Unsereiner weiß, wovon er spricht. Gerade, weil wir aus einer Region kommen, in der Stollen der Maßstab des Könnens ist.

Eine Methode des Backens ist die Zugabe von süßen Bröseln in den jeweiligen Teigansatz. Bei Lebkuchen darf es Soßenkuchen sein. Bei Mürbeteig und Hefeteig kann es geriebener, getrockneter Biskuit sein oder geriebener Keks. Die Brösel werden kurz vor dem Portionieren und Backen zugegeben und, mitunter recht mühevoll, glatt eingearbeitet.

Die wichtigste Tätigkeit kommt aber noch. Und zwar, unmittelbar nach dem Backen.

Köche haben es relativ einfach in Profiküchen. Sie können die Backwaren bei Bedarf befeuchten. Wohl in der Kenntnis, dass getrocknete und trockene Ware bedeutend länger gelagert werden kann. Es gilt die Richtlinie, je trockener eine Backware, desto länger ist sie lagerbar.

Diverse Backwaren erwirbt man auf Vorrat, andere, werden frisch verzehrt.

Der Stollen ist neben dem Plätzchen und Lebkuchen eine Backware, die bei richtiger Verarbeitung, eine gewisse Lagerung benötigt. In dieser Zeit wird der Stollen, nach dem Backen und vor dem Bestreichen, befeuchtet. Heute geht das in Profiküchen etwas schneller. Die Backware wird nach dem Backen oder vor dem Servieren, einfach ein paar Minuten gedämpft.

Nach dem Dämpfen gibt man die Backware in ein Behältnis, auch Foliensäcke sind geeignet und lagert die Backware kühl aber nicht in Kühlmöbeln.

In Haushalten gibt es kaum Dämpfer. Dort muss die Backware mit einem Feinsprüher, der mit etwas Rumwasser 1:2/1:3 gefüllt ist, besprüht werden. Einmal sprüht der Bäcker kurz nach dem Backvorgang und mindestens ein zweites Mal, nach dem Abkühlen. Gleiches gilt bei gelagerten Backwaren.

Nach dem Besprühen muss das Gebäck wieder luftdicht verpackt werden.

Erst nach diesem Reifevorgang, kann das Backgut bestrichen oder beschichtet werden. Eine kleine Druck- oder Kostprobe schadet nicht. Die Befeuchtung im abgekühlten Zustand, dauert etwa einen bis zwei Tage.

Ist uns nach der Probe das Gebäck noch immer zu trocken, werden wir die Befeuchtung wiederholen müssen. Nach dem zweiten Versuch, ist das dann schon Routine.

Bis in die jüngste Vergangenheit, hat man der Backware in Dosen oder Schachteln, Feuchtigkeit spendende Zutaten zu gegeben.

Der Nachteil ist schnell erwähnt. Es besteht Schimmelgefahr bei dieser Methode.

Ausfahrt 261121


Ausfahrt 261121

Die heutige Ausfahrt führte uns an den Gardasee. Da war es tatsächlich fast zehn Grad wärmer als bei uns hier.

Und nicht nur das.

Offensichtlich ist bei uns der Benzinpreis an die Temperatur gebunden. Benzin und Diesel waren auch zehn Cent niedriger.

Bisher dachte ich, der Benzinpreis ist an den Gaspreis gebunden.

Wir hatten auch eine Kontrolle von freundlichen Carabinieri. Ausweiskontrolle.

Wie wir wissen, befinden sich einige Gemeinden in Südtirol im Ausgangsverbot. Und schau. Am Gardasee wird das kontrolliert. Die Carabinieri aus Malcesine kennen uns Südtiroler.

Die Strecke von Riva nach Garda herrscht eine Geschwindigkeitsvorgabe von 50 km/h. Auf zwei Kilometern darf man dem Tod in die Augen schauen und 70 km/h fahren.

Durch die Ortschaften wurden wir laufend überholt, weil wir 50 km/h fuhren. Überholt wurden wir mit deutlich über 50 km/h; ich schätze, 70km/h und mehr. Die Überholer waren, und jetzt halten wir uns fest, ausnahmslos Frauen. Und jetzt kommt der Clou. Alle diese Überholer (-innen) fuhren einen Panzer. Das sind die Geräte, die sich an Fußgängerschutzstreifen schlecht bremsen lassen.

Waren es nicht die Frauen, die lautstark, die Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr forderten? Genau aus dem Grund, wurden so viele teure Blitzeinrichtungen gebaut. Natürlich für Ortsfremde.

Fortsetzung Die neuen Spuren


Jolanda wurde schon in die Pathologie gebracht, als Toni und Monika eintrafen. Der Bericht kommt wahrscheinlich schon heute. Kolozs sitzt weinend auf dem Bett seiner Mutter. Lajos scheint das gelassener zu nehmen. „Ich habe das irgendwie erwartet. Mutter wusste zu viel. Wie Soltan.“

Jetzt wird Toni nicht nur hellhörig. Er wird ehrgeizig. Schon bei Jolanda hatte er erwartet, von ihr endlich einen Tipp zu bekommen.

„Lajos, die Verschwiegenheit hat offensichtlich nichts gebracht. Vielleicht willst du mir sagen, was hier vor sich geht?“

Monika vermutet, ‚hier gibt es Jemand, der sich schützen muss. Wer war bei allen Gesprächen zugegen?‘ Sie sieht einen zentralen Punkt. ‚Irgendeine Gruppe oder Einzelperson verfügt über alle Informationen. Wo laufen diese Informationen zusammen?‘ Der Kopf von Monika arbeitet.

Toni verfolgt den gleichen Weg. Er möchte heraus bekommen, welche Beteiligungen bei den einzelnen Geschäften, Gaststätten und Hotels bestehen. Vielleicht findet er dort Zusammenhänge.

Lajos möchte mit Monika und Toni reden. „Aber nicht hier“, hat er gesagt.

„Müssen wir dich nach dem Gespräch in Sicherheit bringen?“, fragt Toni. Lajos weiß es nicht.

„Wir nehmen Lajos und Kolozs mit zu uns“, sagt Monika. „Zumindest so lange, bis sie wieder nach Hause fahren.“

Alle fahren ins Bozner Büro. Dort liegen schon die Laborergebnisse. Jolanda ist vergiftet worden. Morgen können die Laboranten sagen, was Jolanda gegessen und getrunken hat. Das wäre dann schon eine entscheidende Spur.

„Wart ihr gestern noch einmal auswärts Essen?“, fragt Toni die zwei jungen Männer.

„Nein. Wir haben unser Essen kommen lassen. Pizza.“

„Und die Getränke?“

„Ein paar Getränke haben wir von zu Hause mit gebracht. Einige Getränke haben wir im Laden gekauft.“

„Wie sieht es aus mit Kaffee, Tee zum Frühstück und zur Jause?“

„Jolanda hat in letzter Zeit, Baldriantee getrunken. Soltans Tod hat sie sehr mitgenommen.“

„Ist das Geschirr noch da?“

„Nein. Das haben alles die Toxikologen mit genommen.“

„Gut danke. Mein Beileid.“

Die ersten Ergebnisse kommen.

Die Beweise

In Jolandas Baldriantee sind reichlich Spuren von Eisenhut gefunden worden. Jolanda ist praktisch im Schlaf gestorben. Das beruhigt die zwei Söhne etwas. Ihre Mutter hat sich wenigstens nicht quälen müssen. Die Söhne gehen von Selbstmord aus. Toni und Monika nicht. Jolanda sah nicht so aus, als wöllte sie ein Geheimnis mit ins Grab nehmen. Sie hatte Monika auch angedeutet, ein paar mehr Fakten zu präsentieren.

So, Ihr Lieben; hier breche ich die Veröffentlichung von „Leblos im Schnalser Stausee“ im Blog ab.

Das spannende Ende ist wie immer als Ebook und gedruckt verfügbar.

Das Team von WP hilft mir, für die Ebooks im PDF-Format eine Bezahlschranke einzurichten.

Die kommenden Beiträge widme ich diversen Küchentipps, Arbeitsanleitungen, Rezepten und, wenn die Möglichkeit besteht, Berichten von ein paar Giros – auch mit dem Auto.

Aktuell gibt es wieder ein paar Ausgangssperren, die streng regional gehandhabt werden. Es kann also passieren, wenn unser Ort von reichlich Kranken geflutet wird, die Kammer wieder abgeschlossen wird. Dann drehe ich täglich meine Runde im Ort und werde von da aus etwas berichten.

Fortsetzung Die neuen Spuren


Langsam aber sicher, muss Toni zugeben, mit der Ermittlung im Milieu, gar nicht so falsch zu liegen. Wahrscheinlich liegt die Spur doch in diesem Umfeld. Wenn jetzt noch Menschenhandel und Scheinhochzeiten dazu kommen, wird die Ermittlung für die Zwei zu umfangreich. Selbst Marco kann da nicht helfen. Die Frauen berichten jetzt bereits von Ukrainerinnen mit falschen Pässen. Das hat eine deutsche Mafia eingeführt. Offensichtlich reichen denen ihre Arme sehr tief in diesen Sumpf. Toni und Monika tun das erst Mal als Volksmund ab, obwohl das von den betreffenden Frauen selbst so geäußert wird. Ihre ersten Bezugspersonen wären Deutsche gewesen. Das Gleiche sagen auch die Frauen aus Polen, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien. Das Thema ist den Zweien zu heiß. Sie wollen sich auf den Mord konzentrieren.

Die angesprochenen Hoteliers kommen aus ganz Südtirol. Das ist den Zweien auch viel zu groß. Sie müssen sich zwar der Spuren bedienen, können aber schlecht Ermittlungen gegen alle Genannten führen. Der Mord würde dadurch nie aufgeklärt werden. Sie versetzen sich in die Situation von Soltans Hinterbliebenen.

Sie konzentrieren sich jetzt auf Geldflüsse. Dort sehen sie die Hauptspur.

Toni gibt Oliwia und Emese die Weisung, die Mietabrechnung direkt zu kontrollieren. Damit müssen sich die Zwei dafür stark machen, Jolka und Danuta, auch Barbara, die Zahlungen weitgehend aus der Hand zu nehmen. Monika, Emese und Oliwia sollen Luca bei der Eintreibung unter die Lupe nehmen. Wem übergibt der das Standgeld? Das ist nicht einfach. Luca geht schwer zu verfolgen. Die anderen Frauen würden sofort merken, wenn eine der Beiden verschwindet. Ein gespielter Freier muss wieder zur Arbeit. Toni kennt einen aus seinem Büro. Patrick. Patrick bekommt den Auftrag, gelegentlich eine der Beiden Kolleginnen, als Freier abzuholen. Er muss sich etwas in der Nähe der Frauen aufhalten und abwarten, wann Luca kassieren kommt. Dann soll er Oliwia oder Emese in seine Wohnung mitnehmen. Zumindest soll dieser Eindruck entstehen. Die entführte Kollegin kann dann mit ihm, Luca verfolgen.

Toni ist noch etwas misstrauisch. Monika soll mit Abstand folgen und kontrollieren. Toni will verhindern, Luca das Abschütteln seiner Verfolger zu ermöglichen.

Der Tag ist damit erst mal geschafft. Bei der Sichtung der bisherigen Unterlagen, beschließen die Zwei, das Umfeld von Hannes genauer zu beschatten.

In der Bar von Hannes arbeiten zwei Angestellte. Manuel und Emil. Beide sind Einheimische. Emil ist der Sohn eines Ungarischen Saisonarbeiters und der Südtiroler Mutter. Der Ungarische Saisonarbeiter lebt nicht mehr hier. Emil lebt bei seiner Mutter als Ernährer der Kleinfamilie. Monika plant, Emese dort ins Spiel zu schicken. Emese bemerkte einmal nebenbei, Hannes würde an ihr etwas Gefallen finden. Sie glaubt, mit etwas körperlichen Einsatz, ihm und Emil etwas näher zu kommen. Oliwia wurde von ihren Kolleginnen bereits zu einer Heimfahrt eingeladen. Sie weiß noch nicht genau, was die Kolleginnen mit Heimfahrt meinen. Den Gardasee oder wirklich das zu Hause in Polen. Um das heraus zu bekommen, braucht sie noch ein oder zwei Tage. Sie weiß jetzt immerhin, ein Großteil ihrer Kolleginnen kommt aus den Nachbarorten ihrer Heimat. Darin sieht sie auch die kleine Gefahr, erkannt zu werden.

Die Nacht ist kurz. Kaum liegen die Zwei auf dem Aschbach im Bett, klingelt das Handy von Toni. Die Nachricht ist extrem traurig. Jolanda ist tot in ihrem Zimmer gefunden worden. Ihre Söhne haben sie gefunden, nachdem sie Viola verabschiedet haben.

Toni fährt mit dem Dienstauto, mit dem sie auch nach Hause gefahren sind. Das Wetter ist miserabel. Die Seilbahn fährt noch nicht.

Fortsetzung folgt

März 2016

%d Bloggern gefällt das: