Fortsetzung Die Spur


Am darauf folgenden Morgen brechen Toni und Monika zusammen auf, die Route für die Erkundung des Reschengebietes festzulegen. Nebenbei ziehen sie von bestimmten Stellen, Bodenproben. Die werden zum Abgleich mit den Proben der Autos benötigt. Gleichzeitig ruft Marco bei dem Autoverleiher an, er möchte bitte, Genproben und Fingerabdrücke von den Autos ziehen, welche von entsprechend gemeldeten Personen benutzt wurden.

„Langsam bekommt das Vorgehen, Kultur“, sagt Monika.

Die Proben geben sie ins Labor. Die Carabinieri schicken auch schon ihre erste Charge. Die Landeslaboranten jammern etwas. Ein Teil der Proben muss ins Trentino. Allein würden sie das nicht in angemessener Zeit schaffen. Die Verkleinerung bestimmter Abteilungen im medizinischen Sektor, zeigen ihre Auswirkungen.

„Warum wird immer in den falschen Abteilungen gespart?“, schimpft Toni. „Der halbe Landtag würde völlig reichen.“

„Die sitzen eh nur rum zum Kassieren und Parolen heraus posaunen“, sagt Monika leicht aufgebracht dazu.

Monika müsste eigentlich dankbar sein. Ihre freie Mitarbeit wurde immerhin genehmigt. Trotzdem ist das eine Projektarbeit. Eine Arbeit danach, ist ungewiss. Zur Not hat Monika immer noch ihre Hütte. Und die läuft wenigstens.

Bei der Besichtigung des Reschen notieren sich die Zwei diverse Objekte, die nach ihrer Meinung geeignet wären. Dort wollen sie zuerst suchen.

Den Ausflug wollen sie mit einem zünftigen Imbiss beenden. Der ist leider geschlossen. Die Restaurants in der Umgebung auch. Sie haben von einem Imbiss am Grenzübergang gehört. Der soll gut sein. Sie fahren hin. Der Betrieb direkt am großen Grenzparkplatz hat tatsächlich geöffnet. Empfangen werden sie in muslimischer Tradition. Sehr herzlich und nicht aufdringlich mit aufgesetzter Freundlichkeit. Das Essen ist sehr gut. Beide wollen hier wieder einkehren. Der Kaffee ist auch sehr gut.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur


Nach der Besprechung, machen die Kommissare unter sich aus, die entsprechenden Bewegungsketten zu beobachten und notfalls, zu verfolgen. Bei den Gesprächen kommt zudem heraus, die Zwischenlager für das Diebesgut müssen sich sowohl auf Südtiroler als auch auf Österreichischer Seite befinden. Man denkt an verlassene oder selten benutzte Hütten. Auch alte Bunkeranlagen, Schächte, Brunnen und verlassene Höfe kommen in Betracht. Auf Südtiroler Seite wird das Toni organisieren und auf der Österreichischen, die Gendarmerie.

Sara und Verena, die Sekretärinnen Tonis, haben alle Hände voll zu tun. Die Anfragen sollen heute noch raus. Monika hat aber schon sehr gute Vorarbeit geleistet. Sie hat Gruppen, Verbände und Gemeinden zusammen getragen, die sich mit dem Thema befassen.

Das Unternehmen, bei welchem die Polnischen Saisonarbeiter ihre Leihautos beziehen, wurde von Marco ausfindig gemacht. Die Firma liegt im Unterland. Sie ist schnell und leicht erreichbar. Toni möchte die Tage aufgelistet haben, an denen vorzugsweise geliehen wird und diverse Verträge sehen. Toni möchte die Hintermänner heraus finden.

Die Verträge sind schon da. Sie kamen per Email.

Toni gibt Monika, innerfamiliär, die Anweisung, die Namen der Menschen heraus zuschreiben, die regelmäßig ganze Fahrzeugkolonnen leihen. Das ist praktisch das Handwerk Monikas. Dazu versucht Toni, seine Kollegen von der Zollfahndung und von den Carabinieri zu veranlassen, unauffällig, Proben bei Kontrollen zu ziehen. Die Proben von Reifen und Karossen sind besonders interessant. Er erhofft sich damit, den Standort der Lager und Umschlagplätze heraus zu bekommen. Gleichzeitig sagt er dem Verleiher, er möchte bei Großbuchungen informiert werden. Toni ist sich auch bewusst, die Fahrzeuge werden von Gruppen gebucht. Also, nicht von einer einzelnen Person. Monika wird ihm das bestätigen.

Emese möchte mit Toni reden. Sie hat wahrscheinlich wichtige Informationen zu Soltan erfahren. Die Informationen kommen von zwei ungarischen Bedienungen. Sie gehen nur an ihrem freien Tag auf den Strich. Die Zwei kommen aus der Puszta wie Soltan.

Nach der Konterrevolution und mit der Integration Ungarns in die Europäische Union, geht es den Bewohnern dieses Landstriches besonders schlecht. Sie stellen einen beachtlichen Teil der Saisonarbeiter in Europa. Bis zur politischen Wende, war die Puszta ein gut gefördertes Gebiet Ungarns. Toni hört sich die Schilderungen seiner Ungarischen Kollegin an. Im Sozialismus ging es den Ungarn dort, blendend. Nach der Wende setzte dort ein rapider Verfall ein. In der Puszta lebten auch sehr viele Roma. Der Niedergang wirkt auf diese Menschen wie eine Vertreibung. Vertriebene leben am Rand der Gesellschaft. Durch die Arbeit als Saisonkraft, erhoffen sie sich einen Ausstieg aus dieser Randgruppe.

Soltan war weder kriminell noch in Gruppen aktiv. Er war eher ein Einzelgänger. Sein verdientes Geld schickte er den Eltern und seinen zwei Geschwistern. Obwohl sie eine kleine Viehzucht betreiben, können sie unter den neuen Bedingungen davon nicht leben.

Toni kann die Schilderungen nach vollziehen. Europa ist die Region des Bauernsterbens. Die Konsumenten zahlen Preise, von denen der Bauer nicht einmal zehn Prozent bekommt. Toni würde zu gern ermitteln, wer das Geld klaut, das den Erzeugern zusteht.

Den Schilderungen Emeses zu Folge, hatte Soltan viel Kontakt zu Jolka und ihrer Freundin Dunja. Das lässt Toni aufhorchen. Immerhin stehen Jolka und Dunja regelmäßig vor den Tankstellen auf der Innsbrucker Straße.

Fortsetzung folgt

Moos am Kalterer See zur Zeit der Apfelernte

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