Fortsetzung Die Spur


Nach Kurzras fahren die Zwei mit dem Motorrad. Am Morgen ist es eiskalt. Viele Stellen sind gefroren. Die kleinen Rutscher manövriert Toni locker aus. Monika fühlt sich trotzdem sicher hinter ihm. Sie umschlingt Toni ganz eng. Man könnte denken, auf dem Motorrad sitzt eine Person.

Am Morgen ist sehr viel Betrieb auf den Parkplätzen in Kurzras. Das Personal der Gletscherbahn bereitet sich gerade für die Auffahrt vor. Im Restaurant gegenüber ist vor dem Tresen kein Platz frei. Im Wintergarten sitzen schon Skiläufer. Auf einigen Parkplätzen stehen Campingautos mit Italienischem Kennzeichen. Sogar Deutsche sind dabei.

Silvio ist noch nicht im Büro. Aber eine Rezeptionistin ist anwesend.

„Silvio ist noch beim Frühstück“, sagt sie und zeigt auf den Frühstücksraum. Am Tisch von Silvio sitzen zwei junge Frauen.

„Hotelchef ist ein schöner Beruf“, stöhnt Toni.

„Nehm dich zusammen“, faucht Monika und zwickt ihm mit den Fingernägeln in den Hintern.

„Das gibt blaue Flecken“, flüstert er zurück.

Die Frauen kennen die Zwei. Sie stehen sofort auf und gehen nach der Begrüßung.

„Arbeitest du gerade an unbegrenzten Verträgen?“, fragt Toni. Silvio lacht.

„Kannst du schon polnisch?“, schiebt Toni nach.

„Hier brauche ich eher Slowakisch“, antwortet Silvio.

„Wir müssen Darek und einige seiner Kollegen und Kolleginnen befragen. Es gibt ein paar offene Ungereimtheiten.“

„Das dauert etwas. Nehmt euch inzwischen etwas vom Buffet. Kaffee ist auch dort.“

„Wenn alle Fälle in Hotels wären, könnten wir uns das Frühstück sparen“, sagt Monika.

„Gegen unser Frühstück in Aschbach ist das hier eher zweite Wahl.“

Beide lachen.

Darek kommt wie zum letzten Mal, etwas später. Toni ist das recht. Er möchte zuerst die Frauen befragen.

Bei der Befragung kommt heraus, sie gehen alle nach Bozen. Dazu erfahren sie, Petr ist wie Darek, auch eine Art Chef. Zuhälter wollen sie jetzt nicht sagen. Trotzdem organisiert er deren Einsätze fleißig mit. Monika fragt sich langsam, wer denn die ungarischen Kolleginnen betreut. Sie steht auf, geht zu Silvio und fragt, ob es einen ungarischen Kollegen gibt.

„Ja. Einen. Den schicke ich dann mit vorbei.“

Die Befragung der Frauen dauert ziemlich lange. Ferenc, der Ungar, kommt im Anschluss an die Befragung der Frauen. Sie haben ihn raus geschickt.

Bei dem Gespräch kommt heraus, Ferenc ist der Mittelsmann, der traditionell die Weisungen von Silvio übersetzt. Damit ist er praktisch ein Hauptmann. Eine zentrale Figur.

Wie bei den Polen und den Slowaken, gehen alle Landsleute zu ihm, um sich zu erkundigen. Bis zu seinem Tod, war das Soltan. Dadurch entwickeln sich ganz spezielle Beziehungen. In wieweit die von den Hauptmännern erpresserisch genutzt werden, können Monika und Toni jetzt nicht klären. Das Schweigen in der jeweiligen Gruppe ist sehr ausgeprägt. Bei der Befragung ergibt sich, alle Hauptmänner organisieren den zusätzlichen Dienst am Straßenrand. Der Gedanke kommt auf, der Tod Soltans könnte etwas mit Konkurrenzkampf zu tun haben.

Fortsetzung folgt

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