Fortsetzung Die Spur


Bei Schorsch finden sie Ersatzteile für Fahrzeuge.

„Wenn ich Etwas brauche, komme ich zu dir“, sagt Toni. Er hält einen Kettensatz von seiner Marke in der Hand, den er sonst nicht unter vierhundert Euro bekommt.

„Ist der original?“, fragt er.

„Was ist original in der heutigen Welt?“

Toni muss ihm Recht geben.

Sie verabschieden sich von Schorsch. Als Nächstes fahren sie nach Graun. In Graun ist Toni relativ oft. Vor allem dann, wenn er ins benachbarte Österreich zum Tanken fährt. In Graun auf dem Parkplatz am Turm, treffen sich oft die motorisierten Kollegen. Graun ist dabei der Ausgangspunkt für gemeinsame Touren. Die dabei eingesparten dreißig Cent je Liter, können sie dann einem Imbissbetreiber zu kommen lassen. Die kleine Umverteilung findet Toni gerecht.

Der nahe gelegene Stall mit dem angebauten Stadel ist ihr Ziel. Auch hier finden sie den Bauer umgehend. Er fährt gerade mit dem Traktor den Mist zusammen.

Nach der Vorstellung gehen sie sofort in die entsprechenden Räume. Rudi zeigt ihnen gleich sein Lager. Sie werden stutzig. Hat vielleicht Schorsch hier schon angerufen? Rudi ist erstaunlich, gründlich informiert. Rudi macht sein Geschäft mit Sportschuhen und Fahrradzubehör. Toni würde sich nicht wundern, wenn er das örtliche Sportgeschäft direkt beliefert. Eine tiefe Kontrolle ergibt nichts Neues. Es sei denn, die Lager sind frisch geräumt. Nebenbei erkundigt sich Monika bei Rudi nach den Frauen und Helfern auf de Hof. Dabei kommen ein paar nützliche Informationen heraus. Die Frauen übernachten oft in den Hotels der Umgebung. Vornehmlich außerhalb der Saisonzeiten. In den Saisonzeiten stehen ihnen Möglichkeiten bei den privaten Vermietern offen. Es gibt auch Personalunterkünfte, die rege genutzt werden.

Toni und Monika wird langsam aber sicher die Größe des Netzwerkes bewusst.

„Wenn die ihre Beute gut verteilen und bewegen, finden wir nichts“, sagt Toni. Genau das, denkt sich auch Monika. „Wir müssen sie in der Bewegung erwischen.“

Trotzdem fahren sie jetzt zu dem letzten Hof. Es geht weit ins Langtauferer Tal hinein. Dort werden sie schon erwartet. Josef sitzt ebenfalls auf seinem Traktor. Er hat Stöpsel im Ohr. Toni meint, Musik bei ihm zu hören. Er gibt ein Zeichen. Josef stellt die Musik ab und nimmt die Stöpsel aus dem Ohr. Toni und Monika stellen sich vor. Josef tut so, als wäre er überrascht. Er bittet die Zwei in die Küche. Dort sieht es etwas unaufgeräumt aus. Auf die Frage, wo seine Familienangehörigen sind, antwortet er eher schüchtern. „Sie arbeiten in Samnaun.“

Die zwei Kommissare sehen, das Leben in dem Tal ist nicht einfach. Das Tal ist ziemlich kalt und eine gängige Infrastruktur gibt es auf dem Reschen nicht. In Zeiten der geschlossenen Grenzen war das Leben dort einfacher.

Auf die Frage, ob er noch schmuggelt, antwortet er ziemlich gelassen: „Ja“. Seine Lagerräume zeigt er freiwillig und ohne jeglichen Druck. In der Küche liegen vier Handys. Das macht Monika stutzig. Mit einem Zeichen gibt sie Toni zu verstehen, er solle Josef mal etwas ablenken. Monika will nur sehen, wem die Handys gehören und welche Rufnummern sie haben. „Das sind die Handys meiner Knechte“, sagt Josef, als er das Interesse Monikas bemerkt.

„Wo sind die?“

„Sie arbeiten in der Tenne und im Stall.“

Fortsetzung folgt

Ein Blick ins Cembratal

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: