Fortsetzung Die neuen Spuren


Toni geht mit Monika sofort zur dritten Wohnung. Nach dem Klopfen öffnet eine schöne Frau mit dunklem Haar. Sie ist schätzungsweise vierzig Jahre alt. Sie bittet Monika und Toni herein. Beim Betreten begrüßen die Kommissare zwei junge Männer und eine noch schönere junge Frau. „Meine Kinder“, sagt Jolanda. Sie stellt ihre Kinder auch gleich vor. Bei dem Namen Kolozs tritt ein recht stämmiger junger Mann hervor. Als sie Lajos nennt, zeigt sich ein schlanker, gewitzt wirkender junger Mann. Beim Aufruf von Viola hebt die Tochter die Hand. Die erste kurze Befragung ist nur einem Thema gewidmet. Monika möchte wissen, als was die Kinder Jolandas arbeiten und wo.

Kolozs arbeitet in einer deutschen Autofabrik in Ungarn. Lajos arbeitet als Kellner und scheint das Lieblingskind von Jolanda zu sein. Er bringt wahrscheinlich das meiste Geld nach Hause. Viola ist Verkäuferin in einer Österreichischen Kette. Bei der kurzen Befragung wird schnell klar, warum Soltan in Südtirol arbeitete. Kolozs verdient bei der Deutschen Autofirma zu wenig und Viola geht es nicht anders bei dem Österreichischen Händler. Lajos arbeitet im Sommer am Balaton. Im Winter in Österreich. Er hat mit Soltan die Familie ernährt. Tragisch ist das, weil Lajos endlich seine eigene Familie gründen will. Er hat sich dafür ein Haus gekauft. Sein Gehalt fällt damit schon mal aus.

Eine weitere Befragung wäre eigentlich sinnlos, weil Toni sofort bemerkt, der Familie fehlt jedes Motiv. Sie werden doch nicht ihren Haupternährer umlegen. Ganz ausschließen kann er die Familie trotzdem nicht. Manchmal gibt es so starke Motive, die selbst in die Grundfeste einer Familie eingreifen.

Die Verabschiedung ist freundlich. Jolanda drückt Toni noch eine halbe Ungarische Salami in die Hand. Toni weiß in dem Moment gar nicht, wie er reagieren soll. Er nimmt die Pick einhundert ganz steif entgegen und drückt sie Monika in die Hand. Jolanda hat ein paar Tränen in den Augen.

„Wir werden den Täter finden“, sagt Monika.

„Das bringt mir Soltan nicht zurück“, antwortet Jolanda schluchzend.

Vor der Tür sagt Toni zu Monika, „die waren es ganz sicher nicht.“

„So sicher bin ich mir nicht. Eigentlich wissen sich die Ungarn etwas zu helfen. Der Autoteilemarkt funktioniert gut dort.“

„Du meinst, sie klauen sich den Lohn, der ihnen vorenthalten wird?“

„Sicher.“

„Das geschieht der Firma recht!“

„Damit entsteht aber ein Schwarzmarkt. Und der ist mitunter auch gefährlich.“

„Stimmt, meine Gute.“

Fortsetzung folgt

%d Bloggern gefällt das: