Leseprobe Der Saisonkoch-Erster Monat


Aktuell bin ich bei etwa zwei Drittel des Ersten Teiles. Ich habe früher mit Software, Korrektur gelesen und darf jetzt bei Handarbeit feststellen, da schleichen sich schon erhebliche Fehler ein. Die redigiere und korrigiere ich gerade. Im Januar kommt das streng redigierte und korrigierte Buch dann in Neuauflage. Das Vorgängerwerk nehme ich dann für eine Woche raus.

Die derb wirkende Wortwahl habe ich nur teilweise entfernt. Ich möchte aber den Charakter des Buches nicht unbedingt verändern. Das Buch spiegelt schließlich die Gedankenwelt einfacher Menschen wieder, die auch bisweilen in Wut geraten. Mit der derben Wortwahl versuche ich zudem, die fast schon grenzenlose Dummheit gepaart mit der Überheblichkeit unserer Gäste auszudrücken und wie der Arbeiter darauf reagiert. Wer in diesem Gäste-Gastgeber-Verhältnis noch auf eine besondere Qualität spekuliert, tut mir wirklich aufrichtig Leid. Ein Service konzentriert sich wirklich nur noch auf das Nötigste, das zudem auch ziemlich schlecht bezahlt wird. Eine Saisonkraft verdient pro Stunde, rein gerechnet, keine fünf Euro. Für diesen Preis dürfen Sie wirklich nur das Notwendigste erwarten.

AuszugUnsere Kellnerinnen kommen in die Küche und sagen mir, ich solle zu den Kunden gehen. Sie können das nicht Alles beantworten, was sie von den Gästen gefragt werden. Dafür fehlt ihnen auch die Zeit. Ich gehe an den Tisch. Dort sitzen zwei dürre Gestalten, die aussehen als wären es weibliche. Die männlichen Begleiter sitzen bei ihnen und sagen keinen Ton. Die eine bellt mich aus einem steif operierten Mund an, was denn das für Beilagen auf dem Vegetarierteller wären. „Vegetarische“, sage ich ihr. Ich habe den Eindruck, sie wollte eigentlich nur erfahren, wer da kocht und woher der Koch stammt. „Ach.“
„Haben Sie noch Fragen zu dem Essen?“
„Nein. Dasch kenne ich. Wir schind hier jedes Wochenende. Wir wollen nur den neuen Chefkoch schehen.“
„Sind Sie jetzt zufrieden?“
„Wie kochen Schie denn die Käscheschpätschzle?“
„Ich rede mit Kunden, die keine Ahnung von Lebensmitteln und Kochen haben, nicht gern über Essen und wie man das herstellt.“
Einer der Begleiter antwortet mir, dass er meine Antwort nicht gerade schick findet. Die Wortwahl lässt bei mir einige Vermutungen aufkommen. Es scheint, der Begleiter ist die Hausfrau. Bei dem Stecken, kein Wunder, schätze ich.
„Mit Ihnen können wir wohl nicht über das Eschen reden.“
„Wenn ich ehrlich bin; ich hab von dem Essen kochen keine Ahnung. Ich bin nur der Chefkoch. Kochen tu ich schon lange nicht mehr. Haben Sie schon bestellt?“
Zum Glück kommt jetzt meine Kellnerkollegin und befreit mich von der Vorstellung.
„Chef. Du wirst in der Küche gebraucht.“
„Ich wünsche noch einen schönen Abend und guten Appetit.“
Antworten gab es keine.
Kaum in der Küche, kommt die Kellnerkollegin und zeigt mir die Bestellung des Tisches, welche gerade aus dem Bondrucker pfeift. Es sind vier verschiedene Speisen, wie schon vermutet. Komplett vegetarisch. Ausgerechnet bei Wolfgang, der seine eigenen Tiere und die der Nachbarn verarbeitet. Regionaler geht es schon gar nicht mehr. Das Gemüse ist importiert und garantiert nicht frisch. Ich finde es eh ziemlich witzig, wie Vegetarier im Winter an ihren Gewohnheiten festhalten. Wohl in der Kenntnis, dass ihr Essen, dort, nicht wachsen kann zu der Jahreszeit. Auszug

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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