Wer so einen Präsident hat…


…benötigt keine Haustiere. Eher ein gängiges Tribunal.

„Russland trägt die Verantwortung“

Auszug aus Die Saisonpause


Der Stadtrundgang bietet uns nichts Besonderes. Wir fahren weiter. Uns kommen die Fabrikschornsteine von Lößnitz entgegen. Aus Lößnitz kamen viele Textilien in der DDR. Auch unsere berühmten Jeans. Die Lößnitz Jeans waren die einzigen, deren Größe genau der angegebenen entsprach. Schließlich haben die Sachsen, die Konfektionsgröße erst erfunden. Heute sind die Größen wieder abgeschafft. Kleidung zu kaufen, ist heutzutage ein Lottospiel. Anarchie und grenzenlose Verbrechen sind wieder hoffähig geworden. Wie lange können wir noch über die Grenzen fahren?

Die Dörfer wirken wie ausgestorben. An fast jedem Dorf sehen wir aber eine Neubausiedlung. Auf meine Frage, ob hier so gut verdient wird, antwortet Mutter.

„Die Neubauten sind entweder vom Pfarrer, vom Bürgermeister oder von Westdeutschen Politikern.“

Ich muß nicht weiter fragen. Mutter winkt ab.

Langsam aber sicher, bewegen wir uns auf Stollberg zu. Stollberg sollte zwischendurch mal zur Kreisstadt werden. Die Westbesatzer haben sich um ihren Sold gestritten. In Stollberg gab es auch genug zu klauen.

Strumpffabriken und auch Fabriken, in denen früher die Schulterstücken der Wehrmacht hergestellt wurden. Dafür ist jetzt wieder reichlich Bedarf. Die Vorlagen hat man bei der fluchtartigen Abreise nach dem Krieg, in den Westen mitgenommen. Die Betriebe sind heute still gelegt und leer. Die Schwester einer Oma hat für die Maschinen dieser Betriebe die Nadeln geklopft. Die Maschinen sind weg, die Nadeln sind noch bei der Tante.

Hätten wir jetzt gute Beziehungen in die Türkei, könnten wir die Nadeln noch liefern.

Wir fahren über Lugau nach Hause. Unsere Kulturhäuser wurden alle weg gesprengt. Gelegentlich steht ein Einkaufszentrum auf dem Fleck. Arbeiten im Westen und Kaufen zu Hause. Etwas teurer natürlich. Der Lieferaufwand ins besetzte Land ist zu hoch.

Heute gehen wir zusammen Essen. Marco und auch Udo sind da. Wir wollten etwas Neues probieren. Einen anderen Griechen. Udo kennt noch einen, bei dem er sich besonders wohl fühlt. Also, geht es wieder nach Karl-Marx-Stadt. Ich kann mich schlecht an den neuen – alten Namen gewöhnen. Chemnitz. Udo muß dauernd lachen, wenn ich Karl-Marx-Stadt sage. Mutter nennt mich manchmal einen nostalgischen Kommunisten.

Wir lachen zusammen über ihre Ansichten.

Komisch….


Neuerdings sterben bei uns die Skifahrer auf den Pisten an Herzinfarkten. Früher haben die sich untereinander tot gefahren. Ich hab schon immer gewußt, daß bergab fahren so anstrengend ist.

%d Bloggern gefällt das: