Gefüllte Hühnchenbrust


Zum Sonntag, gibt es gefüllte Hühnchenbrust. Übrigens: Der Westduden, der die Grundlage der Korrektur bildet, kennt weder Hühnchenbrust noch Westduden. Das wird geschmückt mit einer schönen roten Wellenlinie unten drunter. Jack hingegen, scheint er zu kennen. So vielfältig kann Deutsche Sprache sein. Muss man den Duden kaufen? Das fehlt noch.

Sonntags essen wir natürlich Kartoffeln. Selbst unsere Vinschger Bauern bieten noch Kartoffeln an. Das wird doch sicher kein Überangebot vom letzten Herbst sein? Liebe Südtiroler. Die Bauern sind Eure Leidensgenossen.

Die Kartoffeln schälen und halbieren wir längs. In die Hühnchenbrust können wir natürlich Südtiroler Speck, oder einen Pancetta gemixt mit anderen Zutaten stecken. Etwas Rosmarin schadet nicht. Früher haben wir in die Brust eine Art Taschen geschnitten. Heute muss das Keiner mehr tun. Wir rollen die gefüllte Brust in Alufolie ein. Im Grill, nur Oberhitze, können wir die Brust etwas anbraten. Bevor wir die Brust in der Folie auslegen, sind wir gut beraten, die Folie etwas zu fetten. Ich bevorzuge Südtiroler Butter. Italienische Hühnchenbrust mit Südtiroler Butter. Was wünschen wir uns mehr?

Unsere Kartoffeln dämpfen wir heute. Wir nehmen minimal Kochwasser, welches nicht die Kartoffeln bedeckt. Heute salzen wir die Kartoffeln nicht.

Nach dem Anbraten der Hühnchenbrust, die wir gemeinsam mit Zucchini angebraten haben, legen wir die Hühnchenbrust auf die Kartoffeln und decken den Topf ab.

In etwa zehn-zwölf Minuten sind die Kartoffeln fertig und auch unsere Hühnchenbrust.

Die Zucchini können wir noch mal kurz erwärmen.

Die Alufolie schneiden wir über den Kartoffeln auf. Es wird etwas Brühe austreten, die sicher gewürzt ist. Die Kartoffeln stampfen wir etwas grob, geben Südtiroler Butter und eventuell, fehlende Gewürze hinzu.

Na denn. Viel Glück beim Gelingen. Wir haben für 15 Cent – Energiekosten ein Sonntagsessen gekocht. Um das zu feiern, könnten wir jetzt einen kleinen Weinbrand trinken. Weinbrand passt am besten zu Geflügel.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

2 Kommentare zu „Gefüllte Hühnchenbrust“

  1. Hühnerbrüstchen oder Hühnchenbrust erkennt der Duden nicht an, da er nur die Grundformen und nur bei sehr gebräuchlichen Wörtern die Verniedlichungsform anerkennt. Auch ich mag solche Ausdrücke wie Süppchen in Speisekarten nicht.

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    1. Danke, mein lieber Richard. Ich freue mich ungemein, einen Landsmann (ich zähle mich etwas dazu) unter meinen Lesern zu finden. In unseren Köcheverbänden und -gruppen (nicht jeder hat das Geld dazu, dort Mitglied zu sein) wird oft darüber diskutiert, wie man Karten und Menüs, literarischer gestalten kann. Ich bin eigentlich der Anhänger von recht nüchterner Beschreibung des Produktes und hasse: „mit“. Die Beschreibungen, oft wahrheitsleugnend, sind mir ein Dorn im Auge. Vor allem, wenn sie auf restlos versaute Produkte angewendet wird. Dort sehe ich eher einen Kritikpunkt.
      Trotzdem, und das betone ich, hat die Schönschreibung von Produkten auch einen inhaltlichen Zweck. Die wenigsten unserer Kunden und Gäste, haben eine Vorstellung von den gewaltigen Qualitätsunterschieden bei Lebensmitteln. Die Beschreibung benötigt also eine unaufdringliche Steigerungsform. Wenn ich z.b. in einem Menü mit X – Gängen, eine Verniedlichung platziere, ist das zweckmäßig. Einfach, weil es nicht mehr ist als das Beschriebene. Mit der Verniedlichung wird auch das Alter des Tieres oder Produktes umschrieben, das der Koch verarbeitet hat. Wenn ich also ein junges Tier, in unserem Fall – ein Hühnchen (mehr ist es nicht bei heutigen Zuchtmethoden) genau so beschreibe, wie es ist, wer lügt dann?
      Bei der Beschreibung von Produkten soll sich der jeweilige Koch der Wahrheit bewusst sein. Alles Andere ist eine Täuschung. Der Koch ist immerhin der erste Arzt der Gesellschaft.
      In dem Zusammenhang ist wohl eher entscheidend, wie heute Täuschungen, ob groß oder klein, erkannt, verfolgt und bearbeitet werden. In unserem Fall spielt auch eine Rolle, was der jeweilige Besitzer einer Gaststätte (Hotel/Restaurant usw.) von seinem Angestellten fordert. Bekanntlich gehen Menüs usw., durch die Hände des Chefs. Und der entscheidet, ob ein Menü seiner Ansicht nach schwach oder weniger schwach beschrieben ist.
      Betreff des Dudens bin ich einer absolut anderen Ansicht. Damit wäre aber die Antwort zu lang. Ein Sprachratgeber bzw. – nachschlagewerk hat auf bestehende Sprachgebräuche, Rücksicht zu nehmen. Dieser Duden ist eher ein Diktat, in dem der bestehende Sprachgebrauch, grob verändert und vielfach die Bedeutung des Wortes verfälscht wird.
      Der Duden ist übrigens ein Sächsisches Produkt:-) Nur nebenbei , zum Lachen.

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