Leblos im Schnalser Stausee E-Book/PDF


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Plötzlich, urplötzlich, sind alle gesund.

Österreich gilt in Deutschland nicht mehr als Hochrisikogebiet

Deutschland streicht alle Corona-Hochrisikogebiete

https://www.suedtirolnews.it/chronik/deutschland-streicht-alle-corona-hochrisikogebiete-3

Das Reich braucht Söldner:-))

Fortsetzung Die Saisonpause


Annaberg hat mit die am schönsten gelegenen Neubauten der DDR. Der Ausblick ist atemberaubend. Schönes Wetter natürlich vorausgesetzt. Die Neubauten stehen schön terrassenförmig. Bei der Anordnung dieser schönen Häuser, lohnt es sich, die höheren Etagen zu bewohnen. Gymnastik und Ausblick. Das klingt doch fast wie Kraft durch Freude. Dieser Vergleich hätte einem manchen Westpropagandisten, Millionen eingebracht. Die Neubauten wurden in der DDR nicht zu hoch gebaut. Leider habe ich vergessen, in welchem Haus Andreas wohnt. Ich würde mich glatt verfahren.

Wir wollen weiter fahren. Unsere Tour sieht vor, Jöhstadt zu besuchen. Dort haben wir den Wald wieder aufgeforstet nach einem Schneebruch. Das Gebiet mit dem Schaden war riesig. Von Kühberg, über Schmalzgrube, Steinbach bis Satzung und Reitzenhain. Unterwegs stellen wir fest, bis an die Elbe schaffen wir es nicht an einem Tag. Die Frauen wollen auch nicht so lange im Auto hocken. Sie dachten eher an eine gemütliche Ausfahrt mit einem Essen oder Kaffeekränzchen. Ruck Zuck haben sie mich überstimmt. Ich habe keine Chance bei der hübschen Übermacht.

Wir beschließen, in Jöhstadt eine Pause einzulegen. Danach wollte ich gern sehen, wie die Bäume angewachsen sind, die ich dort gepflanzt habe. Ein ganzes Waldstück müßte eigentlich meinen Namen tragen. Gut. Nicht nur meinen. Wir waren immerhin zu Sechst. In bestimmten Regionen würden sich jetzt die Pflanzer in einer Gruppe vor den Wald stellen und fotografieren. Nach der Methode: Das ist unser Wald.

Eigentlich könnten wir das in Karl-Marx-Stadt, in Dresden, in Halle oder an den Gruben im Braunkohletagebau auch tun. Die haben wir zu dem gemacht, was sie heute sind. Naherholungszentren und Parks zwischen den Neubauten. Irgendwie macht das innerlich stolz, etwas Bleibendes getan zu haben. Ein Pumpspeicherwerk, eine Drushba – Trasse mit gebaut, Städte, Tagebaue und Gebirge mit bepflanzt zu haben. Meine Frauenfuhre registriert das etwas halbherzig. Ihnen fehlt die Vorstellung für die Leistung. Dafür gibt es keine Preise. Die gibt es für bedeutend weniger Wichtiges.

Was sagt ein persisches Sprichwort über einen Mann?

Er soll einen Baum gepflanzt, ein Haus gebaut und einen Sohn gezeugt haben. Was bin ich jetzt, wenn ich das hundertfach getan habe bis auf die vielen Söhne? Ein Gott? Minderwertigkeitskomplexe bekomme ich garantiert keine. So sieht für mich ein erfülltes Leben aus.

Wir sind an einem Restaurant angekommen. Mittlerweile ist das Restaurant zu einem Hotel gewachsen. Die Chefin ist freundlich. Der Chef lebt nicht mehr. Den kenne ich noch. In Zwanzig Jahren scheint sich die Welt gewaltig zu ändern. Roulade ist das Tagesgericht. Gefüllt mit Speck und Zwiebel. Echt Erzgebirgisch. Karin hebt etwas die Zähne. Sie mag keinen Speck. Sächsischer Speck ist etwas anders als Südtiroler. Etwas ist gut gesagt. Der Sächsische Speck besteht nur aus Fett. Rückenfett. Das Fett wird nicht mit Pökelsalz behandelt. Nur gesalzen und geräuchert. Diesen Speck nehme ich immer mit, wenn ich zurück nach Südtirol fahre. Diesen Speck kann man braten. Er spritzt nicht in der Pfanne. Nach der Pause fahren wir bis Steinbach. Den Wald möchte ich sehen. Der war nach einem Wetterbruch total nieder gerissen. Ich bin überrascht. Vor uns steht ein neuer Wald. Mein Wald. Wir haben bis Satzung gepflanzt. Auch weiter östlich im Hochmoor.

Unsere Damen sind dafür, ab Reitzenhain zurück zu fahren. Sonst wird es ihnen zu spät. Reitzenhain war ein sehr beliebter Grenzübergang. Den haben wir immer genutzt, um nach Most zu fahren. Dort fanden regelmäßig interessante Rennveranstaltungen statt. Bei der Gelegenheit haben wir unseren Haushalt mit Ölsardinen und Dorschleber versorgt. Wir nutzten auch die Gelegenheit, unseren Bauch mit Knedlik und Gulasch zu belohnen. Das war auch der Grenzübergang, den wir nutzten, um nach Horice oder Brno zu fahren. Bei den entsprechenden Rennveranstaltungen gab es schon ziemlich beachtliche Staus. Wir sind mit einem Moped oder mit einem Motorrad gefahren. Dadurch wurden wir etwas zügiger abgewickelt. Für Zweiräder wurde eine Extraspur bereit gehalten. Schon damals wurde den Zweiradfahrern neidisch hinter her geschaut. Natürlich gepaart mit einem gewissen Zorn. Wir nahmen das gelassen. Bei schönem Wetter waren wir im Vorteil. Bei schlechtem Wetter, sahen wir die ausgestreckten Mittelfinger hinter den Scheiben. Zur damaligen Zeit gab es noch nicht die moderne Regenschutzkleidung.

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