Genossen


In sozialistischen Staaten ist die führende Partei, eine Partei der Arbeiter und Bauern. In manchen Ländern wurde die Partei in Mehrheit gewählt, in anderen Ländern hat diese Partei, in Mehrheit, mittels einer Revolution, die imperialen Diktatoren entmachtet. Revolutionen sind das Ergebnis schwerer und schwerster Misshandlungen großer Teile der produktiven Gesellschaft. Oft geht es um die Abwendung vom Massenmord durch Hunger, nicht behandelte Krankheiten oder Ausgrenzung von gesellschaftlicher Teilhabe.

Nach dem Sturz des Regimes haben Genossen die Aufgabe, den Staat neu aufzubauen und neu zu organisieren.

In aller Regel wird das mittels Parteiaufträgen realisiert. Während das normale Volk einer geregelten Freizeit nachgeht, die jetzt gesetzlich verankert ist, haben Genossen ihre Freizeit der Partei und ihren Mitmenschen zu opfern. Das Opfer ist aber weder der Partei geschuldet noch einem Diktator, sondern jenen Menschen, die sich gerade in der Freizeit über die Genossen lustig zu machen scheinen.

Tatsächlich ist es so, die Genossen haben aktiv den Aufbau und die Entwicklung des neuen Staates bewirkt, der allen Anderen jetzt mehr Freude bereitet.

Ob eine neue Wohnung, eine gerechte Arbeitszeit oder ein gemütliches Auskommen, kostenlose Gesundheitsfürsorge oder Bildung. Das Alles haben Genossen bewirkt. Auch in ihrer Freizeit. Sie haben sich für ihre Mitmenschen geopfert. Auch als Vorbild.

In der DDR wurden Genossen bisweilen als 110%-ige bezeichnet. Sehr oft wurden sie, teilweise überheblich, belächelt. Sogar beim Einzug in eine neue Wohnung, deren Miete nicht den gesamten Familienhaushalt forderte und die Familie zum Pastafressen verurteilte.

Genossen sind jene, die Unwetterfolgen, Waldbrüche, Überschwemmungen und Notlagen mittels Parteiauftrag bei Subotniks ( für das Volk – freiwillige Arbeitseinsätze), beseitigten. Selbst Schwerpunkte, wie Neubauwohnungen, Straßenbau, Bau von Freizeitanlagen usw. werden mittels Parteiauftrag geregelt. Heute, in manchen kapitalistischen Systemen, wird die Aufgabe von Beamten in ihrer Dienstzeit wahr genommen. Die werden auch belächelt. Sie dienen aber dem falschen Gesetzen der Herren und ihrem Haushalt. Garantiert nicht dem Volk.

Die Genossen sind also jene, die praktisch das gesellschaftliche Leben erst ermöglichen. Auch das der Bauern und Kleingewerbler.

Manchmal fragt sich ein Genosse, wieso gerade ein Mitglied er Intelligenz auf den Gedanken kommt, Genossen zu verleumden. Schließlich hat genau dieser Intelligente, seine Bildung den Genossen zu verdanken. In anderen Systemen hätte er dafür Erpressungen und Knebelverträge unterzeichnet. Genossen erwarten nur ehrliche Dankbarkeit und etwas Opferbereitschaft. Unsere gut und teuer ausgebildeten Ärzte demonstrieren uns das gerade. Eine wahre Erkenntnis, offen ausgesprochen, führt zu deren Entlassung. Das ist auch der Grund, warum sich in unseren Spülen der Hotels, so viele Doktoren aus dem besetzten Osten tummeln. Die Abspüler sind klüger als deren Chefs. Sie sagen es nur nicht. Als Doktor würde ihm selbst diese Arbeit verweigert.

Und genau da wirft man den Genossen die Vergeudung von gesellschaftlichem Vermögen vor.

Jetzt fehlt nur noch, diesen Zustand als Fortschritt zu bezeichnen.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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