Fortsetzung Die Saisonpause


Allgemein werden diese Gäste als schwieriger empfunden. Das liegt eigentlich an deren Gewohnheiten. Sie sind selten in so teuren Hotels. Damit haben sie oft auch andere Erwartungen. Sie erwarten das, was in den Katalogen, schön und schmeichelhaft, umschrieben wird. In Katalogen wird eben mit Worten übertrieben. Je nach Leseverständnis.

Am ersten Tag wird den Kollegen meist Schnitzel gekocht. Heute auch. Natürlich nutze ich gleich meine Vorbereitung und serviere Rahmschnitzel, das ich auch im Menü vorgesehen habe. Die Kollegen stellen sich alle vor. Die meisten arbeiten halbtags. Die sehe ich nur vormittags oder zum Mittagessen. Zwei Knechte sind auch zugegen. Die kommen aus Polen.

Die Familie ißt nicht mit dem Personal. Trotzdem kommt die Chefin, Marianne, kontrollieren, was ich denn gekocht habe. Sie geht zu den Knechten und gibt ihnen auch gleich Anweisungen für den Nachmittag. Zum Essen, als Nachtisch sozusagen. Die Aufgaben scheinen den Jungs nicht den Appetit zu verderben. Marek, einer der Knechte, gibt absichtlich beim Essen, Geräusche von sich, die wir eher in einem Stall erwarten würden. Die Chefin stört das scheinbar nicht. Goran, der andere Knecht, lächelt in meine Richtung. Zum Personalessen erscheinen heute neun Kollegen. Nach einer knappen halben Stunde, sind alle Kollegen verschwunden. Ein Zimmermädchen bringt einen Stapel Wäsche in die Küche. Schürzen und Putztücher. Die Schürzen sehen aus, als wären sie mit den Putztüchern gewaschen worden. Das in etwa hatte ich befürchtet. Generell mache ich an den Putztüchern eine Geruchsprobe. Sie riechen nach altem Speiseöl. Das ist ein typischer Küchengeruch, den ein Koch auch mit nach Hause nimmt. An der Wäsche wird also an duftenden Spülen gespart und wahrscheinlich auch an Waschmittel. Was der Umwelt eventuell zu gute kommt, belästigt leider unsere Nase etwas.

Die Familie kommt zum Essen. Der Speiseraum füllt sich. Ich zähle bis jetzt zwölf Familienmitglieder. Ihnen koche ich natürlich auch Rahmschnitzel. Schon bei der Bestellung bekomme ich die ersten Empfindlichkeiten gesagt. Zwei dürfen keine Sahne essen und Einer kein Fett. Ich renne schnell in die Küche zurück und koche die drei Schnitzel nach. Zwei lege ich auf die Bratplatte und eins schmeiße ich etwas widerwillig in mein Englischwasser. Das ist das fettfreie Schnitzel. Zu dem Schnitzel gebe ich zwei geschälte Pellkartoffeln und blanchiertes Gemüse des Abendmenüs. Die Schnitzel ohne Sause serviere ich natur.

Am Tisch wollen die Familienmitglieder tatsächlich zu dem Schweineschnitzel natur, Zitrone. ‚Jedem das seine‘, denke ich mir und gehe Zitronenkeile schneiden. In der Zwischenzeit kommen noch zwei Familienmitglieder. Von ihnen ist nur einer allergisch. Er mag kein Schweinefleisch. Seinem Aussehen nach, hätte ich vermutet, er lebt von Haxen und Rippelen.

Ich begrüße herzlich eine neue Leserin meines Blogs


Noch dazu, eine wirklich schöne und reizende. Liebe Grüße nach Myanmar.

Fleischbrei


Generell wird Fleisch in Zukunft ziemlich teuer werden. Unser Anliegen, gesundes Fleisch zu essen, zwingt uns schon seit Bestehen der BRD zu direkten Bauernkontakten. Wir werden uns doch nicht von Firmen, deren Anliegen es ist, unser Fleisch in jeder erdenklichen Art zu strecken, Salzwasser als Fleisch unterjubeln lassen. Sämtliche Gesetze sind seit der Annexion der DDR bereits soweit fertig, die uns zu Abfallfressern der besonderen Art werden lassen sollen.
Vergleichen Sie jetzt den Preis eines ehrlichen Bauern mit dem, den Sie im Laden vorfinden, bemerken Sie bisweilen einen ziemlich großen Unterschied. Unser Bauer möchte natürlich für seine Arbeit bezahlt werden wie Sie auch. Und das gefällt Unterdrückern nicht. Sie nötigen den Bauern zu Maßnahmen, die er als Verwalter von Leben innerlich zu tiefst ablehnt.
Zuerst soll der Bauer natürlich das Futter von Monopolen beziehen und dann darf er das „genormte“ Produkt auch an Monopole verschenken.
Mit der „Norm“ sind alle Aufzucht- und Verarbeitungsschritte gemeint. Genau das hatten die Besatzer auch den DDR Genossenschaften und Betrieben unterstellt. In der DDR nannte sich das Richtlinie für die Aufzucht und war eine Empfehlung ohne jeglichen Druck.
Kommen wir zurück zum Fleisch vom Bauern. Egal, unter welcher Marke oder Begründung Ihnen der Bauer das Fleisch verkauft.
Zuerst bleibt festzustellen, das Fleisch ist unbehandelt. Die Behandlung des Fleisches macht das Stück doppelt schwerer als es in Natur war. Wenn Sie also ein Stück Fleisch kaufen, multiplizieren Sie den Preis dafür mit Zwei. Schon wird der Preis des Bauern realistischer. Sie kaufen nämlich Salzwasser statt Fleisch. Gut. Die Verarbeitung hat auch einen gewissen Vorteil. Wenn Sie Fleisch richtig kochen können, wirkt es etwas zarter als das die Natur vorgesehen hat.
Wir haben aber zum Glück, Maschinen. Fleischwolf oder Kutter können Ihrem Anliegen sehr dienlich sein.
Kommen wir zum Fleischbrei. Früher nannte sich das Hausschlachtene Wurst. In Italien Ragu und in Frankreich, Pastete oder Pate.
Welchen Geschmack Sie diesem Brei/Püree zuteil werden lassen, überlasse ich Ihrem Gaumen.
Am besten schmeckt Fleischbrei mit neuen Pellkartoffeln. Pasta, Bohnen, Gemüse usw., passen genau so.
Zunächst nehmen wir uns das Fleisch unserer Wahl. Damit wir es nicht zu lange kochen müssen, lassen wir es durch unseren Fleischwolf oder kuttern es in unserer Küchenmaschine. Wir können den Fleischbrei etwas anbraten, Zwiebel und Wurzelgemüse zugeben und auch die eigene Leber mit Wein und anderen Alkoholika beglücken. Sind Innereien im Haus, können wir auch geputzte Nierchen, Herz oder Leber mit zerkleinern und kochen.
Jede dieser Zutaten wertet den Brei geschmacklich auf. Denken Sie dabei an Wurst.
Nach dem Kochen und Braten zerkleinern wir das Ergebnis noch einmal. Dieses Mal im Kutter Ihrer Küchenmaschine. Gewürze, Kräuter, Knoblauch usw., sind herzlich willkommen. Der Geschmack muss Ihnen passen.
Haben Sie zu viel von dem Brei hergestellt, füllen Sie das Ergebnis kochend heiß in ein Schraubglas passender Größe. Später wird ihnen dieser Brei selbst als Brotaufstrich schmecken. Vorausgesetzt, sie haben schon beim ersten Mal Ihren Geschmack richtig getroffen.
Für diese Variante der Verarbeitung können Sie auch im Laden das preiswerteste und festeste Fleisch kaufen. Selbst ein relativ hoher Fettanteil wird Ihnen nicht schaden. Sie haben sich eine Streichwurst zu Hause selbst hergestellt und die warm, mit den Zutaten Ihrer Wahl, verzehrt.

Partschins

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