Fortsetzung Die Saisonpause


Johann fragt nicht weiter nach den Gründen meiner häufigen Wechsel.

„Wie ich sehe, hast du schon in Schenna gearbeitet.“

„Du kannst dort gern anrufen, wie ich war.“

„Das habe ich schon.“

Normal bekomme ich das nicht gesagt.

„Ich zeige dir mal den Betrieb.“

Wir gehen zusammen eine Runde durch die Küche und Lager. Der Betrieb sieht ordentlich aber etwas gebraucht aus. Zur Pause der Zimmerstunde ist das normal.

„Unser Chefkoch hat uns plötzlich verlassen.“

Irgendwie kommt mir der Satz bekannt vor.

„Warum?“

„Er hatte es satt.“

Ich bin mir sicher, die haben gestritten. Mein Einsatz wird maximal zehn Tage dauern. In der Zeit kommt der alte Chefkoch wieder. Vielleicht hat er sogar nach den Feiertagen einen Urlaub gebraucht und bekommen.

„Ich muß die Menüs sehen, die ihr bis jetzt gekocht habt.“

Johann bringt mir ein Menübuch. Eigentlich will ich feststellen, wie viele verschiedene Schriften ich dort finde. Zum Glück ist das Buch ziemlich gebraucht und fast voll. Ich kann drei Jahre zurück blättern. Alles mit der gleichen Schrift. Gelegentlich sehe ich eine andere Handschrift. Meist um die zehn Menüs. Wie mir scheint, ist der Zweite Koch früher gegangen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum der erste Koch die Nerven verloren hat. Er konnte kein Frei nehmen.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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