Fortsetzung Vorbereitung für a la minute-Küche


Sobald Sie ein Grundstück oder einen besonderen Raum besitzen, dürfte Ihnen die Nachkriegsmethode der Kochkiste gefallen. Sie nehmen eine Kiste und füllen die mit reichlich Dämmstoff. Bei einem Grundstück machen Sie es wie die australischen, indianischen oder afrikanischen Ureinwohner und graben sich ein Kochloch. Das legen Sie natürlich auch mit Dämmstoffen aus. Denken Sie bitte auch an die Dämmung der Abdeckungen. Wer hätte je gedacht, dass uns die Entwicklung der fortschrittlichen Westlichen Welt wieder mit Kriegs- und Nachkriegsmethoden beglückt. Denken Sie bitte auch daran, sie könnten selbst beim Reisig sammeln, erschossen werden. In nicht all zu langer Zeit werden Sie vielleicht auch noch mit einem Holzgaser beglückt. Mit diesem Gerät können Sie während Ihres Arbeitsweges kochen.

Bei kurzgebratenem Fleisch senke ich die Temperatur der Bain Marie auf 60°C. Eigentlich reicht ein ganz kurzer Grillprozess. Generell zählt man bis zehn und wendet das Stück. Die zweite Seite darf etwas Farbe bekommen. Nicht zu viel. Wir zählen bis zwanzig.

Danach versenken wir das Stück in einen verschließbaren Behälter der Bain Marie. Die Bain Marie wird jetzt das oder die Fleischstücke mit etwa 200 Watt pro Stunde bei 60° garen und geschmacklich erheblich verbessern.

Unser Fleisch wird nach Euronorm gepoltert, sprich, gepökelt. Wir bemerken das, in dem wir eine mehr oder weniger leichte Rosafärbung an den Fleischrändern wahrnehmen. Beziehen Sie Ihr Fleisch direkt vom Bauern, bleibt Ihnen dieser Anblick erspart. In dem Fall, müssen Sie etwas mehr salzen. Das Steinsalz selbst, hat auch gewisse Anteile an Nitrit. Je höher dieser Anteil, desto öfter sehen sie auch da einen rosafarbenen Rand.

Meersalz, naja, würde ich bei dem Zustand der Umwelt, eher meiden. Egal, was es kostet und wie gut es angepriesen wird. In dem Salz werden Sie auch menschliche Reste unserer afrikanischen Leidensgenossen finden, die im Mittelmeer und andererorts von diversen Exbrigaden tot gefahren werden.

Damit erkläre ich Ihnen auch, wie etwas Ernährung und gutes Essen, politisch werden kann. Das wollten Sie doch eigentlich meiden? Dann essen Sie einfach Nichts mehr.

Schamlose Kapitalisten werden Sie grundsätzlich beim Grundbedarf des Lebens berauben. Überflüssige Dinge und Plunder, bekommen Sie von diesem Gesindel wortreich angepriesen.

Bei 60° C können Sie auch Gemüse (wenig Wasser-kein Fett), das Sie vorher aufgekocht haben, einhängen. Genau so gut geht Reis, der aufgekocht und mit der ausreichenden Menge Wasser versehen ist (1:1,6). Da ist eine kleine Fettzugabe zu empfehlen.

Auch Kartoffeln in verschiedenen Ausführungen sind möglich. Wichtig zu wissen ist, der Geschmack der Speisen wird sich erheblich verbessern und ziemlich harmonisch. Das ist eigentlich das Ziel der Vorbereitung. Bei der Nachbereitung zum Abschluss des Kochvorganges, ist es kaum noch nötig, irgend welche Gewürze zu verteilen. Und das ist genau der Vorteil dieses Vorbereitungsprozesses. Der Eigengeschmack des Produktes wird erheblich gesteigert.

Blick ins Ultental

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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