Marion


Marion dient bei der NOT-OH. Sie ist dort glücklich und verdient gutes Geld.

Eigentlich heißt Marion, Mario. Mit diesem Geschlecht war Marion aber unzufrieden. Jeden Tag kamen die Kumpanen der Garnison, wenn ihnen langweilig war. Und lange Weile ist in diesen Kreisen nicht gefragt.

Die täglichen Captagondosis macht irgendwie bedrückt. Die Kumpanen springen nur noch lustlos und teilweise brutal auf. Mario hatte schon schwere Probleme beim Stuhlgang und überlegte, ob er nicht etwas unternehmen könnte für mehr Respekt. Der ganze Spaß der Kompanie leidet, wenn Mario krankheitsbedingt zeitweise ausfällt. Selbst die Filmaufnahmen für diverse Pornokanäle bringen kaum noch Geld ein. Und das trotz Stützung seitens der Arbeitgeber. Wie oft soll ich jetzt noch die Fahne schwingen, um endlich auf mein versprochenes Gehalt zu kommen?, fragt er sich. Mit allen Tricks hat er versucht, seinen Sponsor irgendwie zu zeigen. Mit Ringen, Ketten und selbst mit Familienfotos am Banner im Hintergrund. Das Geld reicht nicht. Der Koks wird langsam zu teuer.

Kurzerhand entschließt sich Mario, Marion zu werden. Es winken Presseverträge, zusätzliche Einnahmen von Medien und Ruhm. Danach kann ja Marion das machen, was alle US-Schauspieler machten. Erst Militär und dann Karriere in einem billigen Militär- oder anderem Märchenfilmchen.

Gedacht, getan. Mario erkundigt sich beim Kompaniearzt, ob denn ein Geschlechtswandel möglich wäre. Die Kumpanen hätten heimweh. Sie wünschen sich, endlich wieder eine ordentliche Westfrau zu besteigen.

„Nichts ist unmöglich“, zwitschert der Arzt und greift gleich mal lüstern in den Schritt des Patienten.

„Wir sind doch unter uns. Ich hab da einen Kollegen, der macht gerade die Karin von >Die Traumnonne< etwas kurvenreicher. Die Serie kennst du doch?“

„Aber ja. Die sieht gut aus.“

„Naja. Wir könnten auch etwas sparen dabei. Nehme einfach die Vorlagen von der.“

„Aber ganz so wie die, will ich eigentlich nicht aussehen.“

„Denk an den Gewinn, meine zukünftige Freundin. Bei dem sehen alle ziemlich gleich aus. Dieses Modell bringt aktuell den meisten Gewinn. Deine Kompanie wird sich freuen darüber.“

„Denkst du wirklich?“

„Ja. Zu Hause haben deine Kumpanen, Silikonhalterungen zwischen den Schultern ihrer Nutten. Das machen wir dir auch.“

„Das ist gut. Ich will, dass sich die Kumpanen fühlen wie zu Hause.“

ion

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: