Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Zuerst wollen Marco, Toni und Monika die Wirtsleute von Hotel Prad befragen. Luise wirkt stark erschüttert. Sie ist zu Aussagen noch nicht bereit. Toni geht in der Zwischenzeit mit Monika das Zimmer von Marco durchsuchen. Marco verabschiedet sich von Luise, der Wirtin.

„Die Untersuchung hier wird von Toni und Monika durchgeführt. Wir bringen erst mal alle Funde ins Labor.“

Reinhold ist bereits dabei, das Rennrad und die Sachen von Marco zu packen, die nicht im Labor sind. Er hat die Familie von Marco benachrichtigt. Eigentlich würde Luise in den kommenden Tagen einen Bus mit Touristen erwarten. Sie muss das absagen.

„Ich denke, Marcos Familie und sicher auch ein paar Freunde werden hier her kommen.“

Frederico kommt wieder gefahren. Louis ist bei ihm. Sie waren in Sulden und anschließend in Prad. Beide fahren in anderen Teams, die alle in Prad und Sulden sind. Deren Räder sehen gut aus. Die Trikots sind mit Reflektoren versehen. Ganz vorschriftsmäßig.

Die Hoteliers aus der Gegend sind dankbar für die Veranstaltungen. Neben den Mannschaften, finden sich auch reichlich Fans ein. Im Tross dieser Profis sind aber auch reichlich Amateure, die eventuell mit diesem Beruf liebäugeln.

Auf den größeren Parkplätzen stehen Lastwagen mit den Namen der Teams. Einige sehen aus wie rollende Labore. Andere, wie Reisebusse. Nur deren Fahrer schlafen im Bus. Die Passagiere sind alle zu Gast in den örtlichen Hotels.

Monika sieht viel Arbeit auf sie zukommen. Die Carabinieri können das allein gar nicht schaffen ohne reichlich Verstärkung.

Dazu liegt die Vermutung nahe, dass die Teams die Gegend in den kommenden Tagen verlassen. Dann wird eine eventuelle Spur kalt.

Neben dem Trubel gibt es auch reichlich Feinde dieser Veranstaltungen. Die Radfahrer als auch deren Fans, schmeißen nicht wenig Müll in die Gegend. Die Bauern und der Straßendienst beklagen sich regelmäßig über ruinierte Maschinen, die bei der Säuberung der Straßenränder kaputt gehen. Die leicht bewachsenen Ecken und ohnehin spärliche Natur, ist an verdeckten Stellen die Toilette der Fangemeinde. Neben übermäßig benutzter Unterwäsche, Tampons, Slipeinlagen, Taschen- und Handtüchern im Zelluloseformat, finden sich in den abggesonderten Darminhalten, Verpackungen von Arzneimitteln, Spritzen und Ersatzteilen. Kein Mensch kann das ohne Vollschutz beräumen. Es sei denn, er möchte sich täglich, nach der Beräumung, einem kompletten Gesundheitstest unterziehen. Schließlich wäre damit auch die menschliche Umgebung samt Familie stark gefährdet. Kein Mensch kann in dem orangenen Vollschutz länger als zwei Stunden am Stück arbeiten. Offensichtlich ist es den Verantwortlichen auch nicht möglich, sich diese Arbeit an zu tun. Noch zu mal die Entsorgung sicher zu dem problematischsten Teil des Unternehmens gehört.

Wer möchte schon gern Kinder oder Passanten mit diesem hoch giftigem Müll belasten? Eigentlich dürfte es reichen, bisweilen einen Radprofi an dem Zeug krepieren zu sehen. Von den Tieren der Umgebung ganz zu schweigen.

Am meisten freuen sich die örtlichen Tankwarte über die umweltschonenden Veranstaltungen. Diese umweltfreundlichen Umsätze bringen nicht mal die umweltschädlichen Motorradfahrer in den Hochsaisons ein. Erwin, der Tankwart, verkauft selten so viel Treibstoff wie an diesen Tagen. Daneben handelt er in diesen Tagen auch vermehrt mit Keilriemen, Ölen und Fetten und, man will es nicht glauben, mit Scheibenwischern. Selbst das Angebot an Sonnenbrillen muss extra erweitert werden. Die normalen Sonnenbrillen, die von Motorradfahrern bevorzugt werden, sind den Radfahrern zu billig. Die ziehen in den Augen.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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