Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Luise weckt Toni mit dem Telefon. Es ist halb Sieben.

„Marco und die Feuerwehr aus Schlanders sind angekommen.“

„Ich komme sofort.“

Luise hat schon Rührei, Brot und Aufschnitt gedeckt. Reinhold hat frische Brötchen von Bäcker geholt.

Nach dem Frühstück gehen alle Beteiligten los zur Unfallstelle. Sie müssen die Straße halbseitig sperren. Die Talbewohner schimpfen etwas.

„Ausgerechnet zu der Zeit, zu der wir auf Arbeit müssen.“

Die Verspätungen werden in den jeweiligen Firmen schon Schäden hinterlassen. Im Raum um Prad und im Müstairtal, sind reichlich Firmen angesiedelt. Auch die Pendler, die in der Schweiz und im Grenzbereich arbeiten, schimpfen. Marco hat den Zeitpunkt schlecht geplant. Zumal das Tageslicht eh etwas auf sich warten lässt an der sehr dunklen Stelle des Tales.

Das Einrichten der Technik dauert etwas. An den Korb der Arbeitsbühne müssen noch Scheinwerfer montiert werden. Den Stromgenerator hat die Feuerwehr gleich mit gebracht.

Toni wirkt etwas unsicher auf der Plattform. Der Kollege von der Feuerwehr lacht ihn fast aus:

„Bist du nicht gewohnt. Keine Angst. Da passiert nichts.“

Sie kommen an der Stelle an, von der sich die Steine gelöst haben sollen. Bisher war das eine Vermutung. Hier ist die einzige Schanze, auf der sich eine derartige Menge an Steinen sammeln konnte. Volltreffer. Die Steine haben tatsächlich hier gelegen. Den Zweien wird umgehend klar, von allein können die sich unmöglich gelöst haben. Es bleibt zu klären, wie sich die Leute, welche die Steine lösten, bis hier her bewegen konnten. Toni sucht Hilfsmittel und Vorrichtungen, die das ermöglichen. Tatsächlich sind an kleinen Bäumchen, an Grasnarben und im Moos, Spuren zu sehen. Toni zieht auch davon Proben. Vielleicht ergibt sich eine Spur auf die verwendeten Hilfsmittel. An bestimmten Steinen sind Scheuerstellen sichtbar. Von diesen Stellen zieht Toni auch Proben. Etwas weiter oben findet Toni Reste von Textilien. Und kurz bevor sie zurück wollen, sieht Toni tatsächlich eine Tube mit Vaseline. Rüdiger, der Feuerwehrmann lacht.

„Die gleichen Funde haben wir bei Wohnungsbränden.“

An zwei – drei kleinen Birken zieht Toni noch Fingerabdrücke.

„Das muss jetzt reichen“, sagt er.

Die Feuerwehr samt Carabinieri ziehen ab. Ein paar Schaulustige sind stehen geblieben. Deren Fragen beantwortet Toni etwas wässrig.

„Wir untersuchen einen Unfall.“

Das reicht für die Passanten.

Die Zwei haben etwa einhundert Proben im Gepäck neben diversen Funden. Ein paar Textilreste, die Vaseline und sogar den Teil eines Preisschildes.

„Damit lässt sich schon Etwas anfangen“, sagt Toni.

„Habt ihr ein eigenes Labor“, fragt Rüdiger. „Oder soll ich das ins Feuerwehrlabor mitnehmen.“

„Wir haben ein eigenes Labor. Euer Labor ist doch das Unilabor.“

„Teilweise.“

„Gehen wir noch einen Kaffee trinken bei Luise?“

„Natürlich. Luise wird sicher auch wissen wollen, ob wir haben, was wir suchten. Ich habe auch schon wieder Hunger.“

Nachdem sie bei Luise noch das zweite Frühstück genommen haben, gehen die Zwei. Toni bleibt heute nicht bei Luise. Er fährt zu Monika in die Hütte. Dort können sie zusammen die Erkenntnisse sortieren und einen Ermittlungsplan festlegen.

Außerdem braucht Toni jetzt etwas Motivation. Davon hat Monika genug.

Toni fährt mit dem Motorrad bis an seine Garage. Monika wartet schon.

„Wir können bis nach Oben fahren mit dem Moto.“

Gesagt getan. Oben angekommen, wartet ein Elektroquad, angesteckt vor Tonis Hütte. Mit dem fahren sie zusammen in Monikas Hütte. Die hat geöffnet und ist gut besucht.

Im Büro von Moni liegen vor Toni die ganzen Unterlagen, die Marco schon gesendet hat. Und die haben es in sich. Sieben ausländische Mannschaften sind in Südtirol. Wenn Toni die alle besuchen will, braucht er ein Jahr. Er ruft gleich Marco an. Der muss in allen Hotels Razzien veranlassen. Man braucht Fingerabdrücke, Genproben und Aussagen. Heimlich geht das nicht mehr. Die Teams werden auch wissen, was passiert ist und sich dazu bereit erklären. Es handelt sich immerhin um einen Sportkameraden, der stark geachtet war bei Allen. Eigentlich bräuchte Marco nur die Dopingkontrolleure anrufen. Die haben ganz sicher alle Tests schon da. Die Fingerabdrücke jedoch, die müssen sie sich holen in den Unterkünften.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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