Wir schauen heute mal nach Nordkorea



Die Südtiroler Arbeiterpresse

Sie wissen, das sind die bösen Kommunisten. Und vor allem, die Massenmörder. Dazu sind die berüchtigt, ihr Volk hungern zu lassen.Wir kennen die Märchen von Millionen verhungerten Nordkoreanern.

Balkongarten


Unser Balkon wird jetzt zum Garten

Mit den unerhörten Preissteigerungen für Energie usw., sind Arbeiter natürlich gezwungen, diese Mehrkosten einzusparen. Firmen setzen das als Kosten ab; wir nicht. Von den Firmen kommen deswegen weniger Steuern für die Gesellschaft. Wir werden das Alle mit dem Verlust von Sozialeistungen doppelt bezahlen. Wir bezahlen das auch so schon doppelt. Jene Firmen, die mehr Aufwand haben, werden die höheren Kosten, die sie eh schon absetzen und uns zur Last legen, noch mal aufschlagen.

Das System hat einen Namen. Der nennt sich Kapitalismus. Die Befürworter und Nutznießer dieses Systems sind in der Minderheit. Gelegentlich werden sie ein paar Maulhelden an ihrem Gewinn beteiligen. Aber auch nur in Form einer kurzen Prämie für Propaganda und so weiter. Wer zuckt, fliegt!

Der Balkongarten ersetzt uns nicht den kompletten Lebensmittelbedarf. Wir sind nur aufgefordert, jene Produkte selbst anzubauen, die uns am teuersten kommen. Nehmen wir Kräuter als Beispiel. Die kosten uns pro Kilo nicht unter zwanzig Euro. Manchmal, in Hochsaisons, bekommen wir die etwas preiswerter. Die sogenannte Überproduktion. Wir sind dann der Müllcontainer der Erzeuger, die sich nicht schämen, unverkäufliches Essen weg zuschmeißen.

Zunächst geht es uns um Platz. Den gewinnen wir auf dem Balkon mit den üblichen Maßnahmen. Regale. Wir gehen also die kommenden Tage, Regale suchen.

Nach der Ernte der ersten Früchte, sind wir angehalten, uns Gedanken für die kommende Saison zu machen. Gärtner stellen zu diesem Zweck, Steckhölzer her und ziehen Ableger separat auf.

Steckhölzer sind zwar so fruchtbar wie ihre Stammhölzer, aber nicht winterfest. Wir werden die im Spätherbst austopfen, die neuen Wurzeln versiegeln und rechtzeitig im neuen Jahr, auspflanzen.

Das wird dann unsere neue Kategorie im Blog. Kochen ist auch Essen und Essen zubereiten.

Gelegentlich werde ich dann zeigen, wie wir unsere Ernte konservieren und weiter verarbeiten.

Natürlich spreche ich jene Leute an, die aktuell keine Arbeit haben oder von dem, was uns die Diktatoren übrig lassen nach ihrer Selbstbedienung, leben müssen. Und glauben Sie mir, das, was übrig bleibt, wird rasant weniger. Es wird zukünftig kein Jahr vergehen, in dem ihre Diktatoren kein anderes Land überfallen und teilweise entvölkern. Die Ausgaben für die neuen Waffen und Kosten für Söldner werden Ihnen gerade abgezogen.

Glauben Sie mir, Schützenpanzer und ähnliche Waffen, werden in diesem System garantiert nicht zu Traktoren umgebaut. Das hat der böse Stalin samt seiner Kommunistenbande gemacht; aber wir, sicher nicht.

Das ist übrigens: Spargel, Ditta-Kartoffel und in Italienischer Butter geröstetes Semmelmehl. Italienische Butter eignet sich ausgezeichnet für braune Butter. 

Fortsetzung Die Saisonpause – Das letzte Kapitel


Die Zwischenarbeit

Mit der Zwischenarbeit ist natürlich mein Saisonurlaub beendet. Diesen Urlaub habe ich diesjährig in erstaunlicher Ruhe und voller Erholung verbracht.

Ich nehme mir vor, mich zu Hause zu wiegen. Immerhin benutze ich gerade meine größte Motorradkombi. Größer habe ich sie nicht. Im vergangenem Jahr mußte ich zeitweise den Trainingsanzug anziehen. Meine größte Kombi erlaubt mir zwanzig Kilo Übergewicht. Mit dem Gewicht, in dieser Kombi, laufe ich wie ein Roboter. Verkehrsbedingte Reaktionen mit dem Motorrad sind damit nur noch eingeschränkt möglich. Gerade im Frühjahr und im Herbst, ist aber der Verkehr auf der Straße, der die wenigste Rücksicht nimmt. In diesen Zwischenjahreszeiten gewinnt Sturheit und Unsicherheit.

Ich kann mir das nicht erklären. Liegt das am Wetter?

Mit der Zusage im Gepäck, gestalte ich die Heimfahrt gemütlich. Ich habe Joana nicht extra angerufen. Ich will sie überraschen. Jetzt könnten wir mit einer Flasche Wein oder ein paar Blumen den Tag abschließen. Oder einen kleinen Ausgang organisieren. Geht nicht. Das Geld wird alle und wir sparen. Vielleicht wird es eine Pizza bei Doris.

Joana freut sich sehr über die Nachricht. Sie fällt gleich wieder in den Organisationsmodus. Kochwäsche, Messer, Schürzen, Schuhe und etwas Taschengeld legt sie bereit. Die volle Ausrüstung schleppe ich am ersten Tag selten an. Ich nehme mit, was in den Koffer des Motorrades paßt und unbedingt benötigt wird. Manchmal, aber nur, wenn es der freie Tag Joanas erlaubt, benutzen wir das Auto. Damit karre ich meine ganze Ausrüstung auf einmal zur Arbeit. Leider hat sich diese Methode als nicht vorteilhaft erwiesen. Manche Arbeitsverhältnisse, in die ich sehr viel Hoffnung investierte, dauerten eben nur drei oder vier Tage. In dem Fall bekomme ich die volle Ausrüstung mit dem Motorrad nicht weg. Oft habe ich dann Joana bemüht, mit dem Auto vorbei zu kommen, um meine Ausrüstung zu holen. Das funktioniert oft, aber nicht immer. Und schon beklage ich neben dem Arbeitsplatzverlust, auch noch den Verlust wertvoller Ausrüstungen. Die scheint sich irgendwie in Luft aufzulösen. Nachfragen werden mit einem Lächeln und Kopfschütteln beantwortet. In ganz speziellen Fällen, wird mir sogar mein Eigentum abgestritten. DDR Bürger kennen das von ihren Besatzern aus dem Westen. Es wird konfisziert mit einem Lächeln im Gesicht. Wohl in der Kenntnis der Wehrlosigkeit der Opfer.

„Das gehört doch dem Betrieb.“

„Wie kommt dann mein Name darauf?“

Natürlich werden den Betrieben bisweilen Arbeitsmittel gestohlen. Manche gehen auch kaputt. Für den Betrieb sind das Kosten. Für mich nicht. Die Ausgaben des Betriebes werden von der gesamten Gesellschaft bezahlt. Meine nicht. Mein Eigentum ist meines. Von meinem Lohn geschaffen. Das Betriebseigentum ist von der gesamten Gesellschaft geschaffen. In Form von Kosten, Zuschüssen, Freibeträgen und Abschreibung. Selbst die Käufe, Kredite und Zinsen haben wir als Gesellschaft bezahlt. Nicht der vermeindliche Eigentümer. Der hat nur einen kleinen Beitrag bezahlt. Seine Leistung und die der Familie. Trotzdem steht dort sein Name drauf. Würde ich jetzt sagen, das ist mein Betrieb oder zumindest teilweise meiner, bekäme ich umgehend einen Platz in der Nervenanstalt. In diesem System. Einem System, das Diebstahl legitimiert. Der Lohn ist eben nicht der Anteil an dem Betrieb, den wir gemeinsam so geschaffen haben. Der Lohn ist eine zeitweise Abfindung. Und schon landen wir bei Karl Marx und dem Mehrwert. Und das ausgerechnet in einer Hotelküche.

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