Nachdem man sich es mit der ganzen Welt verschissen hat….


….setzt die ungewählte Diktatur Europa auf Elektromotoren. Das hatte schon ein Geist Namens Adolf im Sinn. Das Öl ließ sich schon zu der Zeit schlecht klauen. Bezahlen? Wollen die nicht. Dank dem KdF-Progamm der Reichsbahn, also Kraft – durch – Freude, mit dem sich der Pöbel in die billigen Reichsunterkünfte zur Erholung begeben kann, ist ja auch das Thema – Fernreisen im Reich gelöst. Eigentlich fehlen jetzt nur noch ein paar Neger, die mit Bauchladen den erschöpften Rüstungsmonteur im KdF – Erholungszug bedienen. Ich denke, mit einem zweistufigen Arbeitsanreizgesetz ergänzend zu den uns bekannten Hartzigern, ist es dem Reich durchaus möglich, Arbeitskräfte unter dem Minimallohnsektor zu schaffen. Jetzt, wo man den Abfall nicht mehr nach Russland und Afrika schicken kann, müssen wir den eben zu Hause an den Mann bringen. Wir werden dafür eine ganz neue Produktlinie kreieren. Die immer Grüne, Hundert – Prozent – Ballaststoffküche. Sie dürfen sich freuen. Diese Küche wird zu einhundert Prozent, nährwertfrei. Damit Sie auch morgen die Kleidung Ihrer Kinder tragen können. 

Unsere Natur wird sich zu unseren Gunsten verändern. Unsere Bäume werden ohne Rinde aufwachsen. Wiesen werden immer einen guten Tennis- und Golfschnitt haben. Die neuen Rösti werden gut vorgebacken und Goldbraun sein. Das Holz für den Holzgaser wird endlich mal zu einem anständigen Preis gehandelt. Und nach dem die Wälder gerodet sind, werden sich die Küstenstädte auf die Produktion von gutem Segeltuch konzentrieren. Wenn Sie dann von einem Grünbraunen Auto auf der Autobahn mit 260 Sachen überholt werden, dürfen Sie gern, kostenlos, den Windwirbel zur Fortbewegung nutzen.

Übrigens: Elektroenergie wird sich dann im Preis verzehnfachen. Die Vervierfachung der jüngsten Geschichte ist nur ein Anfang. 

Übrigens: Die freundliche Russische Förderation hat genug Platz und Aufgaben für Sie. Kluge und fleißige Menschen erwarten Sie weltweit. Sie müssen nicht mit Volltrotteln arbeiten und die auch noch bezahlen. Nutzen Sie die Chance. In spätestens zwei Jahren werden Sie garantiert nicht mehr ausreisen können. Die stinkfaulen, dummen Schmarotzer brauchen Sklaven.

Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Die Ämter, welche Marco kontaktierte, haben keine Bauarbeiten an der Stelle ausgeführt. Etwas weiter Unten laufen Projekte an einer Staustufe. Prad möchte auf diese Art den eigenen Strom gewinnen. Das Prinzip des Raubes von Volkseigentum ist seit der politischen Wende in Europa ein oft erprobtes. Lange werden sich die Einwohner dieses Ortes nicht an ihrem Eigentum erfreuen können.

Auch Befestigungsarbeiten sind dort nicht vorgesehen. Damit wissen die Ermittler jetzt, dort hat kein Arbeiter etwas getan. Jetzt bleiben noch die Bauern. Marco kann sich aber schlecht erklären, warum ein Bauer ausgerechnet dort nach Holz suchen sollte. An anderen Stellen liegt das vor seinen Füßen.

Energie- und andere Leitungen liegen dort nicht. Masten sind keine in der Nähe. Aufzüge und Lifte sind dort noch nicht vorgesehen. Gerade beim Bau von Seilanlagen sind in der Folgezeit, Steinschläge und Muren zu befürchten. Der Eingriff in das feste Gefüge des Gebirges führt zu Lockerungen und Verwerfungen.

Marco dachte zuerst, dort wäre vielleicht eine Trasse für Glasfaserkabel angelegt oder geplant gewesen. Der Gedanke war abwegig. Wer soll dort Wartungsarbeiten durchführen?

Bei der Nachfrage wurde Marco heftig ausgelacht. In Anbetracht der vergangenen Projekte, die bisweilen im Land ausgeführt wurden, war der Gedanke gar nicht abwegig. Immerhin gab es nach Neubauten und Erschließungen in vielen Regionen schwere Muren und Steinschläge.

Marco ruft Toni an. Sie sind schon im ersten Hotel. Im Trickhof von Schlanders. Das Hotel Germ werden sie gleich danach besuchen. Toni traut der Ruhe nicht. Er geht davon aus, die Fahrer aus der Mücke in Prad haben schon ihre Kollegen in den anderen Unterkünften angerufen. Der Vorsicht halber ruft Toni in Schluderns an. Die Carabinieri sind auch schon im ersten Betrieb, dem Burghof. Die Kollegen sagen Toni auch, welchen Betrieb sie als Nächstes nehmen. Den Krummel. Toni entschließt sich kurzer Hand, von Hinten über das Gewerbegebiet, in das Hotel Davons zu fahren. Monika fährt Toni mit dem Quad zum Aschbach. Jetzt muss es schnell gehen. Monika will mit fahren und helfen.

Schon in dreißig Minuten sind die Zwei von Rabland nach Spodinig gefahren.

‚Rekord‘, denkt sich Toni. So schnell war er um diese Zeit noch nie. Es sind immerhin schon einige Arbeiter unterwegs. Vor allem um die Gewerbegebiete Latsch und Vezzan; auch direkt in Schlanders. Dort hat Toni sogar mit dem Motorrad Schwierigkeiten, flüssig durch zu kommen. Manchmal träumt Toni von einem Warnsignal an seinem Motorrad. Das würde vielleicht helfen.

Toni nimmt sich vor, nicht durch das Gewerbegebiet in Prad zu fahren, sondern direkt über Schluderns. Er glaubt, damit schneller zu sein. In knapp fünfzig Minuten sind sie da. Zwei Kolleghen von den Carabinieri warten schon auf ihn. Sie haben keine Utensilien für die Proben mit. Toni nur die Utensilien für die Fingerabdrücke.

„Das reicht mir“, sagt er den Zweien.

Die Tür ist noch verschlossen. Toni klingelt.

„Wir haben auch schon geläutet“, sagt ihm ein Kollege. Die etwas verschlafene Wirtin kommt an die Tür und bedankt sich für das Wecken. Sie hätte sonst verschlafen.

“Das erste Mal in zwanzig Jahren“, sagt sie.

„Martha“, stellt sie sich vor.

„Toni“, antwortet er ihr.

„Guten Morgen“, sagen Beide fast zeitgleich.

„Ich suche die Radfahrer der Mannschaft – Fickel.“

„Die sind schon um Drei Uhr abgereist. Deshalb habe ich verschlafen. Gebucht war eigentlich zwei Tage länger. Bezahlt haben sie die gesamte Zeit.“

„Darf ich mir mal deren Zimmer ansehen?“

„Gerne. Wir sind aber noch nicht zur Reinigung gekommen.“

„Gerade das, finde ich gut.“

„Wollt ihr einen Kaffee trinken?“

„Gerne. Reichlich bitte“, antwortet Monika.

„Ach. Ich habe noch genug da. Die Radfahrer haben ihr Frühstück fast stehen gelassen.“

Monika schaut Toni in die Augen und lacht.

„Volltreffer!“

Fortsetzung Die Saisonpause


Nach Kastelruth ist der Arbeitsweg halbwegs erträglich. Ich muß nur etwas um die siebzig Kilometer fahren für einen Weg. Das zwingt mich trotzdem auch jeden zweiten Tag an die Tankstelle. Auf dem Weg habe ich aber die Möglichkeit, ausgiebig die Preise zu vergleichen. Und das lohnt sich. Der Unterschied beim Preis pro Tankfüllung von drei Euro, summiert sich im Monat leicht zu vierzig Euro. Die freundliche Bedienung an der Tankstelle kann das leider nicht ersetzen.

Neben den Tankkosten, warten wie üblich die Wartungskosten für das Zweirad. Bei etwa dreihundert Kilometern am Tag, lege ich monatlich ohne Freizeit bis zu acht Tausend Kilometer zurück. In fünf Monaten käme ich dafür eine Runde um die Erde. Das ist Umweltschutz der ganz besonderen Art.

Acht Tausend Kilometer zwingen mich auch zu einem monatlichen Reifenwechsel. Und der kostet mich locker Dreihundert und Fünfzig Euro.

Auf alle Fälle bin ich morgens richtig aufgeweckt, wenn ich den Arbeitsplatz betrete. Wenn nichts dazwischen kommt. Bei dem Arbeitsweg steigt natürlich auch das Unfallrisiko. Ich will jetzt nicht behaupten, das würde mich zu einem riskanten Fahrstil animieren. Schließlich ist der Unfall auf dem Arbeitsweg noch gut versichert. Zumindest dem Buchstaben nach. Den Ernstfall konnte ich noch nicht testen. Rechne ich jetzt die üblichen Verzögerungen und Hinternisse allein bei der Überweisung von Arbeitslosengeld ein, würde ich das auch nicht ausprobieren wollen.

Bei dem Arbeitsweg würde sich anbieten, dringende Post mit zu befördern. Leider erfordert das eine Extralizenz. Und die würde doch sicher wieder einen Haufen Geld kosten. Also, lasse ich das System so schlafen, wie es ruht.

Die neue Arbeitsstelle bringt uns wieder ein gemeinsames Frühstück zurück. Ich kann endlich wieder mit meiner Frau morgens aufstehen. Joana weckt mich trotzdem etwas später. Erst, nachdem sie aus dem Bad von ihrer Morgentoilette zurück ist. Selbst den Kaffee hat sie schon zubereitet. Nicht sie. Die Maschine. Die muß aber rechtzeitig eingeschaltet werden. Der Filtervorgang dauert schon auch seine Zeit.

Warum stehe ich zusammen mit meiner Frau auf? Große Arbeitswege in Südtirol erfordern die Kenntnis der Arbeitsbewegungen. Es gibt bestimmte Hauptstraßen, die regelmäßig um die gleiche Zeit, restlos verstopft sind. Dem Arbeiter stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl. Er fährt deutlich eher zur Arbeit oder er kommt zu spät. Letzteres will so, keiner. Immerhin steht der Arbeitsplatz auf dem Spiel. In meinem Fall mit diesem Weg, ist die deutlich frühzeitige Variante, die beste. Ich kann, wenn ich auf Arbeit bin, noch eine kleine Ruhe einlegen. Das wäre dann Nachtruhe in Etappen. In diesem Fall ist das sehr verlockend, weil mir mein neuer Chef ein Zimmer zur Verfügung stellt. Unsere Hoteliers in den Bergen bieten ausreichend Möglichkeiten für ihr Personal, dort zu übernachten. Dieses Angebot führt gleichzeitig zur Einsparung des Kilometergeldes seitens des Landes. Wir sind schließlich keine Landespolitiker, die lediglich ein paar Worte in ihrem Einkaufszentrum sagen müssen, um das als Dienstreise abzurechnen.

Einen Nachteil hat der Arbeitsweg. Beide Wege finden ausnahmslos im Dunkeln statt. Und das trotz Sommerzeit. Wir leben schließlich nicht im nördlichen Uralgebiet, in dem es die halbe Nacht ziemlich hell bleibt. Wie üblich in den Bergen, gibt es in den Nachtstunden auch die meisten Niederschläge. Im vergangenem Jahr benötigte ich in fünf Monaten, nur auf zwei Fahrten keine Regenbekleidung. Die nassen Straßen erhöhen das Unfallrisiko für Zweiradfahrer gewaltig. Der Druck, dem Autofahrer ausgesetzt sind, wird durch sie bisweilen auf die Zweiradfahrer delegiert. Zweiradfahrer spüren das in jeder Kurve, die von Autofahrern regelmäßig geschnitten werden. Selten, weil sie das sportlich finden. Es geht um Zeit und Verschleiß. Autofahrer sind tatsächlich der Meinung, sie würden damit Zeit und Reifen sparen.

Heute Morgen fahre ich gemütlich los. Auf der Mebo, der Schnellstraße zwischen Bozen und Meran, sind kaum Menschen unterwegs. Ich muß nicht rammeln. Die Luft ist noch frisch. Selbst durch Bozen fahre ich um diese Zeit in Seelenruhe. Nur ein paar Kleintransporter und Lieferanten sind unterwegs. Manche fahren in meine Richtung. Die mir gut bekannten Lieferanten treffe ich alle. Manche gestandene Fahrer erkennen mich am Motorrad. Sie geben Lichtzeichen. Ich winke zurück.

%d Bloggern gefällt das: