Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Bei eiligen Abreisen wird allgemein viel vergessen. Auf alle Fälle kann Toni die Fingerabdrücke ziehen. Vielleicht sind auch ein paar Genproben dabei. Die holen sich dann die Kollegen. Toni spekuliert auf den Sanitärbereich.

Bei der Durchsuchung merken sie, im Bad haben die Jungs ziemlich eilig poliert. Die Spurenfahnder werden viel Arbeit haben. Fingerabdrücke hat Toni hingegen reichlich. Die paar Möbel im Zimmer haben die Sportler nicht komplett geschafft. Wahrscheinlich ist die Warnung sehr spät eingegangen. Marco könnte jetzt mal die Telefongesellschaft fragen, wann Telefonate statt gefunden haben. Plötzlich lacht Monika ziemlich laut. Sie hat etwas in der Hand und hält es hoch. Toni muss auch sofort lachen.

„Eine Gummischnalle“, ruft Monika. Sie kennt das. In ihren Zimmern auf der Hütte finden sie auch gelegentlich so ein Teil.

„Die Abreise war wirklich sehr eilig. Die haben sogar ihre Braut vergessen“, scherzt Toni.

„Ich dachte, Radfahrer sind impotent.“

„Das sind sicher windige Meldungen“, sagt Toni.

„Ich denke eher, Motorradfahrer sind da am meisten gefährdet.“

„Bei Auffahrunfällen, ganz sicher“, lacht Monika.

Sie kann sich gut erinnern, wie der Tank nach dem Unfall von Toni aussah.

„Lach du nicht zu früh. Schambeine brechen auch bei einem Auffahrunfall.“

„Ja schon. Du hast Recht. Aber das Futter bleibt frisch.“

Die Anspielung hat Toni sofort begriffen. Das wird wieder eine wilde Nacht.

„Hast du etwa den Heizboiler schon angesteckt?“

„Du bist heute bei mir auf der Hütte.“

„Was gibt es denn zu Essen?“

„Ultner Kalb.“

„Als Braten?“

„Nein. Als Fleischkrapflen.“

„Ah, die Rester.“

„Den Braten haben wir schon verkauft.“

„Lass uns aufbrechen.“

Die Zwei haben ihre Spuren gesichtert und werden zu Hause den Rest auswerten. Marco wird sich freuen.

Eigentlich wollten sie bei ihm vorbei schauen. Er hat aber per Telefon abgesagt. Zu viel Trubel. Toni kann sich das gut vorstellen mit den vielen Ausländern.

Die Carabinieri haben zwei Rennfahrer mitgenommen. Deren Werte waren viel zu hoch. Die Teamchefs haben gleich mit den Medien gedroht.

Eine Mannschaft hat sich beim Eintreffen der Carabinieri verdrückt. Fluchtartig. Marco sagt, es wäre das Draft – Team. Die wollten sie noch aufhalten. Das hat aber nicht funktioniert. Der Fluchtwagen stand schon bereit. Daraufhin haben die Carabinieri die Grenzposten informiert. Dort ist Keiner von denen durch gekommen.

„Die sind geflogen“, sagt Toni.

„Tja. Das nenne ich eine gut organisierte Flucht“, antwortet Marco.

„In den Zimmern werden wir genug Material finden.“

„Mach bitte keine Pressemitteilungen. Wir müssen ermitteln.“

„Versprochen.“

Die Zwei fahren mit dem Moto durch den Vinschgau. Die Zeit ist günstig. Der Feierabendstau ist vorbei. In Richtung Schlanders ist der Verkehr noch etwas rege. Aber danach ist es schon ziemlich ruhig.

Seilbahn fährt keine mehr. Die Zwei müssen mit dem Moto bis zum Aschbach. Zum späten Feierabend gibt es einfach keine Verbindung. Wehe, der Dienst geht zu lange. Dann steht man im Regen. Toni schimpft vor sich hin.

„Wir stehen morgen etwas später auf“, sagt Monika zu ihm tröstend.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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