Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Frederico hat Marco nur beim Training geholfen. Sozusagen, als Schrittmacher. Keiner kannte Marco so gut wie er. Genau aus dem Grund, wollen Toni und Monika, Frederico so genau kennen lernen und mit ihm sprechen. Frederico reist nicht ab. Er möchte die Klärung des Falles miterleben. Das hat er versprochen. Toni geht es auch um die fachlichen Ratschläge. Bei dem Gespräch um Doping erfährt Toni viel Neues. Jedes Team benutzt die Präperate seines Vertragspartners. Ist das einem gegnerischen Team nicht recht, wird einfach bei der Doping Kommission ein Protest eingelegt. Und das regelmäßig und oft. Bei zu vielen Protesten wird eben ein Hilfsmittel, das zweifelsfrei notwendig ist in diesem Sport, als verboten erklärt. Der Hersteller mit dem meisten Einfluss scheint zu gewinnen. Sportveranstaltungen sind eigentlich die Testläufe für neue Erfindungen. Ob das jetzt technische sind oder medizinische, ist egal. Bestimmte Substanzen, die nachweislich Schaden anrichten, sind verboten. Was ist dazu besser geeignet als ein Wettkampf unter Testpersonen? Profisportler sind die Testpersonen für normale Verbraucher.

Monika hat das in der Dimension nie betrachtet. Trotzdem ist Beiden als Motorradfahrer klar, Einer oder Mehrere müssen das testen, was sie als Motorrad kaufen.

Die Feindseeligkeiten unter den Fahrern werden oft über genau diese Produkte und deren Anwendung ausgetragen. Die Preisgelder sind einfach zu verlockend. Eigentlich ist das bei jedem Rennsport der Fall. Ob das jetzt Ski sind, Motorräder oder Autos. Den Rennfahrer interessiert dabei der jeweilige Titel. Herr Ammann bei den Skispringern, ist ein solcher Athlet, der stets Proteste auf sich zog wegen seiner Erfindungen.

Toni erfährt von Frederico und Colo, Informationen mit dem gleichen Hintergrund. Marco hatte neuartige Pedalen und Schuhe entwickelt und wollte die ausprobieren. Auch Motifikationen an der Gangschaltung hat Marco P entwickelt. Paolo ist sein Techniker. Der ist gerade angereist. Der kennt sich damit aus.

Toni sagt zu Colo, er soll mal bitte Paolo rufen.

Paolo kommt gerade in den Garten und nimmt bei Toni und den Anderen, Platz.

„Wir möchten gern etwas über die Entwicklungen von Marco erfahren.“

„Sehr Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Wir sind gerade bei der Erprobung.“

„Sind das schon Patente oder noch nicht.“

„Eigentlich noch nicht. Sämtliche Entwicklungen von Marco sollten zuerst einmel getestet werden.“

„Hast du Marco bei der Entwicklung geholfen?“

„Nur bei der technischen Umsetzung. Von den Entwicklungen selbst, habe ich bis auf die Gangsschaltung, kaum Kenntnisse.“

„Wer hat Marco dann bei den Pedalen und Schuhen geholfen?“

„Die Pedalen hat Marco eine Werkstatt in seinem Wohnort gebaut. Die Schuhe hat Marco bei einem heimischen Schuhmacher anfertigen lassen.“

„Habt ihr Ersatz mit, wenn die Neuentwicklungen nicht funktionieren?“

„Ja, aber natürlich.“

Toni ruft Marco, seinen Kollegen an.

„Habt ihr das Fahrrad sicher gestellt?“

„Natürlich. Ist etwas damit?“

„Das ist nach Aussagen von seinem Techniker, ein Prototyp. Habt ihr auch noch die Anziehsachen von Marco?“

„Im Labor.“

„Da sind auch Prototypen dabei. Stellt das mal bitte sicher.“

„Wir wollten das nach der Untersuchung der Familie schicken. Das geht dann nicht mehr.“

„Ich muss Luise fragen, ob die Familie schon da ist.“

„Gut. Sag mir bitte Bescheid, wenn die kommen. Die Familie muss zu mir ins Büro kommen.“

Mittag im Kiosko

Wir DDR Bürger kennen das…


…besonders jene, die an der Trasse gearbeitet haben. Russian Insider stellt Ihnen heute Mal das beste Kalinka vor, das jemals aufgenommen wurde. 

https://russia-insider.com/en/culture/best-kalinka-ever-recorded-red-army-chorus-sings-ww2-favorite-1965/ri26995

Hier ist es auf der Tube direkt:

Na denn; ich wünsche einen feinen Ohrenschmaus.

Wenn die Deutschen/Europäischen Faschisten so weiter machen, werden Sie noch das Vergnügen haben, dieses Lied direkt vor dem Reichtagskrater zu hören:-))

Leseprobe Die Saisonpause


Wir werden uns sicher im Betrieb wieder treffen. Denke ich mir.

Die Fahrt hinauf ab Blumau bis nach Völs ist untertags ziemlich gefährlich. Am besten, man kennt als Zweiradfahrer die Zeiten, in denen Busse das Tal passieren. Die können in unübersichtlichen Kurven für Überraschungen sorgen. Leichter Lastverkehr ist in dem Tal auch anzutreffen. Die größte Gefahr geht aber von Touristen und Rasern aus, die sich nicht an den Rechtsverkehr halten. Dazu zählen auch ausländische Zweiradfahrer.

Am liebsten fahre ich die Straße ganz früh morgens und spät abends. Zu diesen Zeiten gebe ich Aufblendlicht, um mich meinem Gegenverkehr zu zeigen. Die Einheimischen tun das Gleiche. Das funktioniert sehr gut. Tagsüber nutze ich eher die Straße nach Klausen. Die ist wesentlich sicherer. Viele Kollegen nutzen lieber diese Straße. Natürlich mit dem Auto. Generell gilt das Auto in Südtirol für den Arbeitsweg als die sicherste Bewegungsmethode. Das hat aber einen Nachteil. Stau. Gerade Köche müssen sich aber vier Mal zur Arbeit und zurück bewegen. Selten bei diesen Entfernungen. Da bevorzugen wir schon ein Zimmer für die Nachmittagsruhe. Der Nachteil ist schnell ausgemacht. Der Koch trifft seine Familie nicht mehr. Das betrifft alle Arbeitsstellen, bei denen ich mich bewerbe. Ob ein freier Tag reicht, die Familie zu pflegen, laß ich mal dahin gestellt. Der Ausweg wäre eigentlich schnell zu finden. Ich gehe als Frühstückskoch oder bewerbe mich nur für die Abendausgabe. Dafür gibt es zwar weniger Gehalt, aber als Frühstückskoch sehe ich wenigstens meine Frau und die Familie. Als Abendkoch treffe ich meine Frau oder Familie auch nicht. Oder nur begrenzt.

Wir haben uns dafür eingerichtet. Joana schläft sofort nach der Arbeit und kann mit mir zusammen einen Teil des Abends verbringen. Deshalb fahre ich abends nach Hause. Also, haben wir zusammen das Frühstück und einen Teil des Abends. So lange wir das Geld benötigen, ist das die beste Methode.

Mir kommen schon ein paar Kollegen entgegen. Schätze ich. Vielleicht sind es auch Bäcker oder Leute, die dem gleichen Rhythmus nachgehen wie wir. Eine junge Frau ist dabei. Sie fährt nicht nur zügig. Sie fährt sportlich. Mit sportlich meine ich auch das Schneiden der Kurven. Dabei hat sie eine Zigarette im Mund. Nicht in der Hand und am Lenker. Sie lenkt mit zwei Händen. Ich habe den Eindruck, die halbe Zigarette steckt schon bei ihr im Hals. Der Augenblick der Begegnung ist zu kurz, um das genauer zu sehen.

Ich schätze, der Frau werde ich jeden Morgen begegnen.

Kaum bin ich in Völs, sehe ich schon den ersten Arbeiterverkehr. Ich gehe davon aus, sie arbeiten alle in der Gastronomie. Natürlich brechen jetzt auch Arbeiter der Industrie auf, die sieben Uhr ihren Arbeitsbeginn im Tal haben. Genau diesen Verkehr möchte ich vermeiden. Ab hier geht es zügig.

Ich will ein anderes Mal die Zeit über Klausen stoppen. Eventuell käme sogar die Autobahn in Betracht. In diesen Fällen benötige ich aber mehr Benzin. Das muß ich noch genau ausrechnen. Schließlich möchte ich Geld verdienen und nicht für die Mineralölgesellschaft arbeiten.

Kaum bin ich auf Arbeit, begrüßt mich der Wirt persönlich. Ich gebe ihm gleich ein Kompliment für sein zeitiges Erscheinen. Normal bin ich allein in den Betrieben zu dieser Zeit.

„Ich bin immer früh der Erste“, sagt er zu mir. Er hat sogar schon diverse Rohstoffe zurecht gelegt, die ich bis Mittag vorbereiten soll. Kurz darauf verabschiedet er sich.

„Ich gehe füttern.“

„Wie viele Kühe hast du denn?“

„Dreißig. Wir haben auch Schafe, Ziegen und Schweine.“

„Das ist ein ganz schönes Programm.“

„Ich mach das nicht allein. Der Knecht kommt noch. Zuerst trinken wir einen Kaffee.“

Beim Kaffeetrinken stellt sich Alfons vor. Er ist der Vater von Agnes, der Wirtin. Er kümmert sich nur um die Tiere. Der Knecht betritt die Küche. Nach der Begrüßung, stellt er sich mit Wladimir vor. Er ist ein Slowake. Wladimir fährt die gesamte Technik des Betriebes. Das macht ihn ziemlich wertvoll für die Familie. Auf mich wirkt er etwas dominant.

Blick vom Kiosko ins Nonstal über Gles nach Madonna

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