Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Vorerst haben Toni und Monika mehr erfahren, als sie vermuten konnten. Trotzdem sind beide im Suldenklotz angemeldet. Dort treffen sie die Teams Kette und Griff. Das wird ein Stück Heidenarbeit. Zwei Teams mit etwa zehn Fahrern pro Mannschaft. Marco hat keine zusätzlichen Kräfte abgestellt. Es gibt keine zusätzlichen Kräfte. Toni dachte, vielleicht kann uns die Carabinieri Mannschaft aus Prad etwas helfen. Er telefoniert mit dem Maresciallo – Carlo. Kaum ist Carlo am Telefon, erfährt Toni, Marco, sein Chef, ist befördert worden. Er ist jetzt Maggiore. Toni dreht fast durch als er das hört.

„Der hat uns nicht gesagt, dass er befördert wurde.“

„Wer?“, fragt Moni.

„Marco!“

Er wird Marco nur noch mit Maggiore anreden. Das wird ihn etwas ärgern. Etwas Rache muss sein. Vielleicht wollte er auch die Feier etwas verschieben wegen dem Fall.

Gerade in dem Augenblick ruft Marco an.

„Ich habe heute Abend auf dem Aschbach ein Abendessen für uns Alle bestellt. Wir treffen uns dann unten an der Seilbahn.“

Die Zwei kommen gerade im Suldenklotz an. Sie werden von einem Familienmitglied begrüßt. Julia, die Chefin. Monika kennt Julia noch aus der Fachschule. Sie sind gute Freundinnen. Toni hofft auf ein leichtes Spiel bei den Ermittlungen. Bei der Hilfe. Er rollt mit den Augen. Julia ist eine schöne Frau. Monika lächelt verschmitzt über Tonis Blick.

Auf die Frage, wo denn die Radmannschaften seien, antwortet Julia ohne nachzudenken. Die sind in der Garage. Alle. Der Suldenklotz hat eine Riesengarage. Die ist in den Berg gearbeitet. Im Winter nutzt der Suldner Straßendienst bei Bedarf diese Garage mit.

Beim Betreten der Garage, die sogar ziemlich warm wirkt, treffen unsere zwei Detektive die Fahrer samt Techniker der zwei Mannschaften. Die Fahrer sitzen auf ihren Rädern, die in Ständer gehangen sind. Sie fahren sich warm oder trainieren ab. Eigentlich müssten sie schon fertig sein mit ihrer Giro. Die Techniker, nicht wenige, hantieren an den Rädern, während die Jungs treten. Sie scheinen an den Einstellungen zu arbeiten, die für jeden Fahrer, extra, eingerichtet werden müssen. Die Fahrer hören nicht auf mit Strampeln, als die Zwei herein kommen. Sie werden von zwei Trainern angesprochen. Zum Glück reden die Zwei Deutsch. Italienisch wäre auch gegangen. Bei den anderen Sprachen sähe es schon etwas komplizierter aus.

Monika kann etwas Englisch; Toni etwas Französisch. Für Befragungen wären die spärlichen Kenntnisse aber ungeeignet.

„Haben sie etwas vom Tod Marco‘s gehört?“

„Marco war bei uns einmal Teammitglied. Ein hervorragender Bergfahrer.“

Der zweite Trainer, der vom Team – Griff, kannte Marco nur von seinem Auftreten bei Wettkämpfen her. Trainiert hat er mit ihm noch nie.

„Wie sieht das mit den Fahrern aus?“

„Einzelne ältere Fahrer, kennen Marco noch. Die jungen-, nicht.“

„Ah; die sind erst neu als Profi dabei.“

„Ja. Die haben als Amateure angefangen und haben dann gewechselt.“

„Was verdient so ein Fahrer?“

„Das ist unterschiedlich. Ohne Titel wird er etwa so viel verdienen wie ein Schlosser der Industrie.“

„Also, ist er damit ein normaler Arbeiter.“

„So in etwa.“

„Verstehen die Fahrer alle Deutsch? Kann ich sie etwas fragen?“

„Zwei ältere Fahrer verstehen Deutsch. Der größte Teil kann etwas Englisch.“

„Wie verständigen sie sich mit den Fahrern?“

„Wir haben Dolmetscher für die wichtigen Fahrer. Oft übernimmt das auch deren Manager.“

„Sind deren Manager vielleicht zugegen?“

„Aber sicher. Dort steht Perone.“

Monika wartet nicht lange. Sie geht gleich zu Perone. Er ist Spanier, glaubt sie. Etwas Italienisch wird der schon verstehen. Kaum ist sie bei ihm, stellt sich heraus, er ist Kolumbianer. Er versteht Moinika sehr gut. Perone spricht auch Deutsch. Monika ist überrascht davon. Perone spürt das und fängt gleich an zu flirten.

„Sie sind eine schöne Frau. Wollen sie nicht in meinem Team arbeiten?“

„Sie suchen wohl einen Koch?“

„Unser Catering könnte schon eine Verstärkung gebrauchen.“

„Was bieten sie mir denn als Gehalt?“

Monika geht wirklich jedes Mal bis an die Grenze. Toni staunt immer wieder, mit welchen Methoden, Monika ihre Gesprächspartner aushört. Monika setzt wirklich auch ihr Aussehen und ihre weibliche Figur ein. Offensichtlich trifft sie mit ihrer Südtiroler Figur genau den Geschmack des Kolumbianers. Der rollt sichtbar mit den Augen.

„Das kommt etwas darauf an, was du kannst.“

Perone sagt das in einem Ton, der sehr viel vermuten lässt.

‚Der balzt‘, denkt sich Toni.

„Was wäre denn das Mindestgehalt?“, schiebt Monika nach.

„Naja. Als Managerin des Caterings, würden sie bei mir sicher achtzig Tausend im Jahr bekommen. Spesen extra.“

Monika überlegt.

‚Das ist ja drei Mal mehr als ich jetzt verdiene. Und dann noch die hübschen, sportlichen Jungs… .‘

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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