Neue Waschmaschine


Wir mussten wieder einmal die Waschmaschine wechseln. Entschuldigen Sie, wenn mich der Wechsel zu etwas Nostalgie verleitet. Ich rede von den DDR Waschmaschinen. Die wurden bekanntlich in Schwarzenberg hergestellt. Unsere hielt dreißig Jahre. Nur die Kaffeemaschine hat es länger geschafft. Made in „Meine Hand für mein Produkt“. In der Nähe des Ortes habe ich mal ein Pumpspeicherwerk mit gebaut. Als Koch natürlich. Trotzdem ergaben sich manches Mal Gelegenheiten, den in den Berg verbauten Turbinensaal zu sehen. Ein Fußballfeld in Kirchenhöhe in einen Berg gehauen. Die Schächte, durch die das Wasser fließt, gleichen einem Autobahntunnel, an dem wir heutzutage mit angeblich modernerer Technik, Jahrzehnte bauen. Soviel zu den Leistungen der neuen „Privatbetriebe“. 

Unsere neue Maschine ist eine Italienische, eine Candy. Die abgebaute Maschine war eine Gorenje. Das Produkt kennen wir sogar noch aus DDR Zeiten. Damals war die Qualität erheblich besser. Sicher unter einem anderen Namen. Das steht zumindest auf dem Produkten. Bei einem Gespräch mit den zwei freundlichen Monteuren, wurde mir wie üblich in Südtirol, ein Deutsches Produkt empfohlen. Das ist drei bis vier Mal teurer. Angesichts der Plünderung und Besatzung der DDR durch Westfirmen inklusive der Versklavung der Arbeiter durch diese Diebe, weigern wir uns seit Jahrzehnten, deren Produkte zu kaufen. 

Jetzt kommen wir mal zur Hauptsache. Die Zwei sagten mir, ein Deutsches Produkt würde einfach länger halten. Sie könnten Recht haben. Mit einer Einschränkung. Das Deutsche Produkt hat wie das Italienische, das übrigens mit Hoover, einem Englischen verheiratet ist, wohl eher nur einen sehr geringen Anteil an wirklich Deutschen-, Italienischen-, Englischen Produkten. Lediglich der Händler tritt hier als Monteur auf, sonst Niemand.

Wir leben in Zeiten des Imperialismus, teilweise Faschismus. Wenn wirklich ein Kunde glaubt, seine Waschmaschine oder sein Auto käme aus einem Werk, dessen Name er kauft und bezahlt, dann negiert er bewußt die Verhältnisse, in denen er lebt. Wir leben in Zeiten der Arbeitsteilung mit der Einschränkung, dass Kapitalisten beim billigsten Anbieter der Produkte kaufen, die er für sein Endprodukt benötigt. Die Versklavung der wahren Produzenten wird damit international verteilt. Im Imperialismus und Faschismus nennt sich das Umweltschutz. Deswegen stempeln wir auf alle diese Produkte, bunte Marken, die einen Monopolraum markieren aber sicher keinen Umweltschutz.

Wirkliche Umweltschützer wären vielleicht gut beraten, sich einen Hometrainer zu einer Waschmaschine umzubauen. Natürlich in Eigenleistung. Nach etwas Training sind Sie vielleicht dann so fit, Ihre Wäsche auch anständig Schleudern zu können. Wir reden von mindestens sechshundert Umdrehungen pro Minute. Energie sparen Sie dabei aber nicht. Sie müssen dafür immerhin etwas Essen. Und das, schenken Ihnen die Imperialisten garantiert nicht.

Schauen wir mal vom Kiosko aus, das Nonstal runter in Richtung Brenta und Andalo

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: