Giro 150722


Gestern bin ich eine Giro gefahren. Der Blick zum Himmel gab mir dieses Mal die Richtung vor. Eigentlich wollte ich mal wieder den Jaufen fahren und anschließend, über das Grödner Joch retour.

Die Marmolata meide ich aktuell. Mir sind zu viele Spanner dort. Der Himmel über dem Norden Südtirol war verhangen. Der Süden zeigte sein komplettes Blau. Damit war auch die Marschrichtung vor gegeben.

Ich bin also das Ultental lang in Richtung Madonna di Campiglio. Vor Male habe ich noch einen Abstecher ins Rabbintal genommen. Das Tal gehört eigentlich zur Fraktion Stilfser Joch. Man prahlt dort auch mit einer „touristischen Sehenswürdigkeit“. Das ist immerhin Pflicht in den Kreisen der Touristiker. Soviel wir demnach wissen, gibt es dort die Cascade, sprich, einen Wasserfall. Und der vom Rabbintal ist nicht größer als der von Partschins. Wobei ich die Vermutung äußere, unser Wasserfall ist bedeutend größer.

Der Hammer ist eigentlich ein anderer. Noch vor dem Ort steht eine Sperrscheibe an einem Riesenparkplatz. Am Parkplatz stehen kleinere Busse, die Neugierige für ein kleines Entgeld zu der Sehenswürdigkeit schaukeln. Sie verdienen also mit einer kleinen Attraktion, einen kleinen Zuschuss zum Gemeindehaushalt. Und der scheint in dem Örtchen gut angelegt zu sein. Ich habe nicht fotografiert in der Befürchtung, auch dafür zur Kasse gebeten zu werden. Eigentlich sieht das Rabbintal aus wie jedes Tal in den Alpen. Durch fast jedes Tal fließt ein Fluss oder Bach zu dem jeweils größeren, namhaften Fluss.

Allein diese Flüsse und Bäche würden den Anwohnern eine Energiefreiheit garantieren, die nur per höherem Gesetz untersagt werden kann. Die Gebirgler sind also Diktate in allen Formen gewohnt. Was der Pfarrer nicht richten kann, muss eben notgedrungen mit Gewalt erreicht werden. Mir gehen gerade die Familien- und Besamungsrichtlinien durch den Kopf.

Also kehrt. Auf nach Madonna. Dort habe ich mir einen neuen Abstecher erspart. Langsam wurden die Sehenswürdigkeiten gefragter und die Parkplätze und Straßenränder füllten sich. Für einen Freitag, ziemlich erheblich.

Nach der Überquerung Madonnas, nahm ich den üblichen Weg ab Tione in Richtung Sarche. Sarche wäre mir zu der Tageszeit zu warm. Ich bog in Ponte Arche ab nach Molveno und Andalo. Dort war die Temperatur zu der Zeit noch bei 28°C.

Am Molveno war verhaltener Betrieb und auch sonst traf ich wenig touristischen Verkehr. Mit einer Ausnahme. Ich traf riesengroße Motorradgruppen von bis zu fünfzig Fahrern. Das letzte Mal sah ich solche Gruppen vor weit mehr als fünfzehn Jahren. Ja; so lange hatten wir keinen richtigen Sommer in Südtirol. Unsere Sommer sind seit fünfzehn Jahren, permanent ersoffen. Und schon redet das Propagandaministerium von Dürre. Welch ein Wunder. Vor fünfzehn Jahren wurde daraus ein Werbeslogan: 300 Sonnentage in Südtirol.

Kommen Sie und seichen Sie in unsere Seen. Ihr Forellenteller wird es Ihnen danken. Vor allem dann, wenn Sie unsere Forellen mit den Pellets Ihrer körpereigenen Bioanlage füttern.:-))

Zurück bin ich über den Gampen. Dabei durfte ich feststellen, selbst unsere Estnischen Kraftfahrer geben sich Mühe, den Gampen vom 50 Tonner aus kennen zu lernen. Und da soll Einer sagen, die Ausnahmegenehmigungen würden nicht helfen.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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