Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Toni verabschiedet sich. Zuerst schaut er aber in der Rezeption ins Gästebuch. Er sucht nach bestimmten Namen. Debeule, Marcos Familie und alle, gegen die er ermittelt.

„Wir machen ihnen Kopien der Seiten“, sagt die freundliche Rezeptionistin. Toni bedankt sich und geht mit dem Stapel Papier.

Er will jetzt die Kontodaten von Reinald. Außerdem will er erkunden, wer bei Reinald gearbeitet hat seit seinem Neubau. Die Zwei sind doch nicht die einzigen.

Er ruft Monika an und berichtet von seinen Erkenntnissen.

„Komm erst mal her. Wir haben auch genug Neuigkeiten.“

„Ich muss aber erst noch zu Karin“, sagt Toni.

„Wer ist Karin, du Schlawiner?“

„Karin ist die Vermieterin der Personalzimmer hier in Schenna.“

„Bleibst du in Schenna?“

„Kommt drauf an, wie Karin aussieht.“

Die Zwei lachen.

„Komm bitte noch vor Acht.“

„Was ist da los?“

„Marco ist noch da. Er ist bei Luise mit eingezogen. Er bleibt bis morgen. Er hat einen Riesenstapel Laborergebnisse mit. Wir sichten das gerade zusammen.“

„Ich komme sofort nach dem Besuch von Karin. Das wird nicht lange dauern. Ich will nur erfahren, wer dort noch alles lebt.“

„Bis dann. Küsschen.“

Toni fährt jetzt schnell zu Karins Mietwohnungen. Tatsächlich leben bei ihr vier Gastarbeiterfamilien. Zwei aus Pakistan und Bangladesch und zwei aus der Slowakei. Und genau das sind die, die Toni sucht. Toni interessiert aber die Unterkunft wenig. Er will eigentlich nur wissen, was die Mieter an Miete zu drücken haben. Als er den Betrag hört, muss er sich erst Mal setzen. Karin ist besorgt und fragt, ob er etwas zu Trinken braucht. Toni würde jetzt am liebsten einen großen Grappa bestellen. Leider muss er noch fahren.

Beim berechneten Vergleich der zwei Summen, Gehalt und Miete, wird Toni umgehend klar, dort bleibt sicher kein solches Auto übrig. Nicht mal in zwanzig Jahren eisernen Sparens. Irgendwo müssen die Zwei eine Quelle haben.

„Sind die Zwei Slowaken verheiratet?“

„Bisweilen sehe ich ein paar Damen. Aber das sind nicht deren Frauen. Die hätte ich melden müssen.“

Mit den Erkenntnissen verabschiedet sich Toni höflich von Karin, die recht hübsch aussieht. Die Nervosität von Monika kann er jetzt verstehen.

Jetzt schwingt er sich auf sein Motorrad und begibt sich in Richtung Prad. Bei dem Treffen mit Marco wird noch Einiges dazu kommen.

Seine Fahrt fällt genau in den Feierabendverkehr. Gerade in Meran, im Vinschgau um Naturns und um Schlanders, ist der Teufel los. Toni fragt sich, ob er ein Motorrad oder ein Laufrad gekauft hat. Seine Füße sind permanent am Boden. Micha, sein Schuster aus Algund, wird sich freuen. Er hat schon beim letzten Sohlenwechsel gefragt, ob Toni Laufrad fährt. Ihm fiel auch auf, die linke Sohle war abgenutzter als die rechte.

Bis Prad braucht Toni fast eine Stunde. Das wäre die doppelte Fahrzeit als er gewöhnlich benötigt.

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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