Fortsetzung Der Saisonkoch – Frühjahr


Zur Feier des Tages entscheiden wir uns, eine kleine Ausfahrt nach Riffian zu unternehmen. Wir gehen ins Riffl und gönnen uns ein paar Pommes mit einem Mailänder Schnitzel.

Natürlich ist der Verkehr um diese Zeit ziemlich dicht. Beinahe hätte ich einen Bus auf einer Brücke geküsst. Der Fahrer hat laut gehupt und ich bin ziemlich erschrocken. Mit einem Vollhelm hat man doch nicht den Überblick, den sich ein Motorradfahrer wünscht. Der Blick durch einen Vollhelm ist in etwa mit einem Blick eines Beamten vergleichbar. Tunnelblick. Der Blick kann ziemlich starrsinnig machen. Warum gerade Autofahrer über diesen Blick verfügen, kann ich nicht nach vollziehen. Die haben doch Fenster und Spiegel an jeder erdenklichen Ecke. Vielleicht wurde ihr Sichtfeld mit einem Bildschirm verengt? Ich denke gerade an Telefonbildschirme. Das Ergebnis würde ich nicht mehr als Verengung betrachten. Das wird dann schon reine Sturheit sein. Oder soll ich Starrsinn sagen.

Wegen einer mit einem Handy bewaffneten Dame mussten wir gerade eine Vollbremsung unternehmen. Joana ist mir fast über die Schulter geflogen. Ich glaube, die Dame hat das nicht mal gemerkt. Ihr Kopf und der Handybildschirm waren Eins.

„Die kannst du überfahren. Die wecken erst im Krankenhaus auf“, sagt Joana zu mir.

Der Abend geht etwas glücklicher zu Ende als sonst.

Wir duschen zusammen.

Der kommende Morgen ist etwas hektischer. Joana ist besorgt um mein Aussehen. Sie legt meine beste Kochuniform bereit. Ich entscheide mich für zwei Messer, den Stahl und einen Schleifstein. Das Handgepäck soll nicht zu sehr belasten am ersten Tag. Das muss auch in die Tanktasche passen.

Das Haus ist verschlossen und ich suche verzweifelt einen Eingang. Keiner rührt sich. Ich klopfe an allen Türen und Fenstern, die an diesem Gebäude zu finden sind. Nichts. Jetzt versuche ich es auf der Rückseite. Die liegt direkt an der Etsch. Eine kleine Liegefläche mit ein paar Sonnenliegen, einem Grill und einer Garage zeigen sich mir. Die Garage steht offen. Ich rufe. Der Besitzer des Anwesens empfängt mich.

„Ich schließe dir auf“, sagt er.

„Hannes ist noch nicht da. Du musst dich selbst kümmern.“

Nebenbei zeigt er mir den Keller des Hauses, den ich von der Seite noch nicht gesehen habe. Schön.

Mein Bein muss jetzt eingelaufen werden. Wie scheint, nicht nur das Bein. Ich habe meine feste Runde. Heute waren unsere Straßen noch feucht. Bei dem Touristenaufkommen fahre ich natürlich nicht vor die Tür. Bei feuchten Straßen wäre mir das aktuell zu gefährlich. Immer in Hinblick des Bruches und der verbauten Titanhülse an meinem Schienbein. Übrigens: 

Das ist unsere Wasserknappheit von heute. Da wir uns mit dem Wasser etwas verplappert haben, müssen wir das abändern in eine Klimakatastrophe. Auf dem Radweg, den ich zum Wandern nutze wegen dem Verknicken, ist reichlich Betrieb. Ich freue mich, dass unsere Investition so gut angenommen wird. Leider kann ich nicht nachvollziehen, warum doch noch Einige oder Mehrere auf den Fernstraßen rumeiern und den Werksverkehr behindern. Wir werden wohl langsam Strafbescheide einführen müssen. 

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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