Fortsetzung Der Saisonkoch – Sommersaison


Wir rechnen mit zehn Platten belegter Brote. Die Platten sind etwa so groß wie ein Viertel eines Tisches für vier Personen. Ich backe auch ein paar süße und herzhafte Kleingebäcke dazu. Gabriel ist sehr zufrieden damit.

Ähnlich bereiten wir auch die Eröffnung des Restaurants vor. Paolo bäckt kleinere Pizzas und ich stelle eine kleine Auswahl warmer Gerichte und ein Kaltes Buffet her. Hannes rechnet, außer bei den Handwerkern, mit recht wenig Besuch. Sollte Etwas übrig bleiben, geben wir das in die Disco zu den jungen Leuten. Wir sind uns sicher, die verbrauchen den Rest.

Die Türen öffnen sich. Nach und nach treffen die Handwerker ein. Meist gut angezogen und mit ihren Familien. Die Männer gehen gleich an die Bar. Die Frauen und Kinder nehmen im Restaurant – Platz.

Die Familie bedient unsere Gäste. Jetzt treffe ich das erste Mal die komplette Familie. Dazu gesellen sich Greta und Evi. Das sind einheimische Frauen, die sicher nebenbei bedienen. Erwin, ein professioneller Kellner, einheimisch, markiert eine Art Oberkellner. Die Familie hat ihn mitgebracht.

„Ich bin Firmeneigentum“, sagt er lachend zu mir.

Jetzt erfahre ich, die Familie und er leben eigentlich vom Winterbetrieb am Kronplatz. Diese Tätigkeit möchten sie als Ergänzung in der Sommersaison führen. Wahrscheinlich reichen die Einnahmen des Winters nicht, um über das Jahr zu kommen.

Ich kann mich aber erinnern, auch im Sommer dort reichlich Touristen gesehen zu haben. Das scheint für die zu vielen Restaurants nicht zu reichen. Wir sind wieder bei dem Thema – Halbpension und Marende. Das ist eigentlich schon eine Dreiviertelpension. Kein Mensch im Urlaub kann diese Massen zu sich nehmen. Im Grunde kann ein Gastronom nur mit wirklichen Eigenprodukten und speziellen Attraktionen in Nischenmärkten glänzen. Touristen sind gelangweilte Gäste in einer Art – Schlafzustand. Tagestouristen hingegen, sind vergleichbar mit aufgezogenen Abenteurern, die an einem Tag, das kennen lernen möchten, wofür die anderen Touristen sich vierzehn Tage – Zeit nehmen.

Einige Touristen betreten unser Restaurant und täuschen ein Interesse vor. Deren Hauptaufmerksamkeit richtet sich eher auf das Gratisangebot. Wie üblich, werden die Kinder vor geschickt, welche an den Buffets ihre Spuren hinterlassen. Erwin ist fast am Durchdrehen. Den beruhigen sie mit geheuchelten Komplimenten. Italienische Landsleute sehe ich nicht einen. Obwohl gerade die, sich zahlreich in Richtung Schnals bewegen. Ich schätze, in Schnals erwarten sie das bessere Angebot. Offensichtlich stehen zu wenig Autos auf dem Parkplatz vorm Haus. Stünden mehr dort, würden auch unsere Italienischen Gäste eine Neugierde entwickeln.

Die Bar ist gut besucht. Ich täusche mich also nicht an der Gewohnheit meiner Gastgeber. Mir fällt ein Sprichwort ein:

„Appetit hole ich mir auswärts; gegessen wird zu Hause.“

Autor: dersaisonkoch

Meisterkoch der DDR

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