Fortsetzung Der Saisonkoch – Sommersaison


Schon am Eröffnungstag spüre ich, Pizza wird reichlich abgefragt. Mit dem Restaurantessen sieht es etwas anders aus. Vor allem, abends. Es scheint hier zu Lande keine Tradition zu sein, abends groß zu Essen. Vor allem nicht in Arbeiterkreisen. Wie scheint, wird das nur sonntags in Familie wirklich gepflegt. Unter der Woche geben sich meine Gastgeber bescheidener. Bedenken wir den Kalorienbedarf unserer südlichen Gastgeber, besteht gegenüber einem Sachsen schon ein gewaltiger Unterschied. Ich schätze, es sind um die fünfhundert Kalorien, die hier zu Lande weniger gebraucht werden. Hier ist es bedeutend wärmer als in Sachsen. Meine persönliche Umstellung darauf, fällt mir wegen der Bewegung nicht besonders schwer. Komplizierter wird es erst in Ruhepausen oder zwischen den Saisons. Zwischen den Saisons nehme ich regelmäßig zehn bis fünfzehn Kilo zu.

Meine Gastgeber werden abends weniger essen als wir in Sachsen. Zumindest, wenn sie bereits ein Mittagessen zu sich genommen haben. Unsere Handwerker haben das. Sie essen ja teilweise bei uns zu Mittag. Selbst in dieser Ausgabe muss ich mich erheblich bremsen. Ich lege zu viel auf den Teller. Unsere Handwerker verzehren mittags immerhin ein Menü. Salat, eventuell Suppe oder Pasta, Hauptgang und Dessert. Das wiederum könnte ich nicht verzehren zu Mittag. Ich würde sofort müde und müsste mich schlafen legen. Ich weiß jetzt nicht, ob sich damit eventuell die Geschwindigkeit auf Arbeit erklären lässt. Den Eindruck bekomme ich aber bisweilen. Bei meinen Kollegen. Ob das jetzt mit anderen Handwerkern vergleichbar ist, kann ich schlecht beurteilen. Gehe ich nach meinen optischen Erkenntnissen, könnte sich der Eindruck als wahr erweisen. In der Folge wird der grobe, Blutdruck verzehrende Verdauungsvorgang, etwa zwei bis drei Stunden anhalten. Dann ist ja schon auch bald Feierabend. Komisch. Zum Feierabend werden die Handwerker wieder wach. Und das ist genau wie in der DDR. Ein alter Nachbar sagte mir als wir bauten, ich soll den Handwerkern kein Essen anbieten. Erst zum Feierabend. Diesen Tipp habe ich auf mich persönlich angewendet. Was soll ich sagen. Meine Kollegen, die gern ein Mittag aßen, waren regelrecht froh, mich zu haben. Sie konnten dadurch besser verdauen.

Steinschlag im Suldnertal


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