Eine kleine medizinische Mitteilung an die Deutschen Goebbelsfressen in den Medien


Ein syrischer Arzt erfindet ein Gerät zum automatischen Aufbau von Unterkiefer und Kinn

Wie Sie aus den Nürnberger Prozessen wissen, hinterlässt das dauernde Lügen bei Faschisten und ihren Propagandahälsen, dauerhafte Schäden am Unterkiefer. Die Schäden im Kopf sind aktuell leider nur mit Arbeit zu behandeln. Vielleicht erfindet ein Syrischer Arzt in der Zukunft auch Gehirnwaschmaschinen für Faschistenhohlräume. Mal sehen. Auf alle Fälle stehen und jetzt Behandlungsmöglichkeiten für Goebbelsmäuler zur Verfügung. Aber nur dann, wenn die zu feige sind, ihrem Gott nachzueifern.

Heute gedenken wir mit unseren Kubanischen Genossen einem…


…unbeugsamen Genossen und Staatsmann. Seine Erkenntnisse und die seiner Genossen bei der Zerschlagung von faschistischen Putschversuchen sind uns aktuelle Lehrbücher.

Granma

Fidel zurück auf die Treppe

Gestern Abend fand auf den Stufen der Universität von Havanna der bereits traditionelle Abend statt, der zu Ehren des Oberbefehlshabers abgehalten wird, um an seinem Todestag zu singen und an ihn zu erinnern

Gestern Abend fand auf den Stufen der Universität von Havanna der bereits traditionelle Abend statt, der zu Ehren des Oberbefehlshabers abgehalten wird, um an seinem Todestag zu singen und an ihn zu erinnern.

Bei dieser Gelegenheit namens Fidel en mí, der künstlerischen Gala, die an dem Ort zusammengebracht wurde, an dem er laut Fidel selbst ein Revolutionär wurde, versammelten sich junge Menschen, die dem Verband der Gymnasiasten (FEEM), dem Verband der Universitätsstudenten (FEU) angehörten und der Union Junger Kommunisten (UJC). Unter dem Hashtag #FidelxSiempre wurde über die sozialen Netzwerke geteilt, was im Haus der Höheren Studien geschah.

Während des Auftritts sprach die nationale Vizepräsidentin des FEEM, Janny Gómez Blanco, die auf die Verbindung verwies, die Fidel immer zu jungen Menschen aller Generationen von Kubanern hatte, auch zu denen, die sich aufgrund ihres jungen Alters kaum an ihn erinnern. „Die meisten meiner Klassenkameraden und ich trauern um den geliebten Menschen, den Vater aller, den tapferen Großvater, der die Schulen und Krankenhäuser gebaut hat“, sagte er über den Tag, als er mit nur zehn Jahren die Karawane sah, die den Oriente eroberte geh vorbei, sterbliche Überreste des Anführers.

Die Kinder des Tiny Choir, geleitet von der Lehrerin Carmen Rosa López, zollten dem Kommandanten Tribut, indem sie ihr Talent auf der Bühne zeigten; Tanzstudenten der National School of Art; die Darsteller Annie Garcés, Eduardo Sosa und Arnaldo Rodríguez, die Dichter Alex Díaz und Rolando Ávalos und die Banda de Boyeros. Die Show endete mit der Kombination des letzteren mit den Stimmen von Alejandro Padrón, Verónica Velázquez und Kiko Ruiz, mit einem Arrangement, das die anthologischen Stücke Pequeño serenata diurna mit La maza vereinte , beide von Silvio Rodríguez.

Das Publikum, das neben der Alma Mater auf den Stufen des Ortes saß, der so viele Größen unserer Geschichte geprägt hat, verabschiedete sich von der Nacht mit dem energischen Schrei des Slogans, der nach dem 25. November 2016 natürlich populär wurde: „Ich bin Fidel“. .

Den Vorsitz des Abends führte das Mitglied des Politbüros Esteban Lazo Hernández, Präsident der Nationalversammlung der Volksmacht; Roberto Morales Ojeda, ebenfalls Mitglied des Politbüros und Organisationssekretär des Zentralkomitees der Partei; der Kommandant der Rebellenarmee José Ramón Machado Ventura und der Kommandant der Revolution Ramiro Valdés Menéndez.

Abschied vom Partisanen Elia


Contropiano – PCI

Einige Tage vor der Beerdigung wollten wir Elia Putzolu, dem heutigen Partisanen, die Ehre erweisen, der im Alter von 27 Jahren im Kampf für die Freiheit der Völker des Donbass gegen die Nazi-Milizen und die Putscharmee von Kjev starb.

Er hatte beschlossen zu gehen, um die Heuchelei und die Ungerechtigkeiten des Westens hinter sich zu lassen, Mailand zu verlassen, wo er wie viele unserer Generation als Barkeeper arbeitete. Und dies jedoch, indem man die Resignation verweigert und sich in den Dienst des Kampfes der Völker des Donbass stellt, indem man sich auf die richtige Seite der Geschichte stellt, die des Antiimperialismus und der Selbstbestimmung der Völker, der dasselbe, dass wir aufgerufen sind, auch hier unsere Heimat gegen den imperialistischen Krieg der NATO, der USA und der Europäischen Union in der Ukraine zu tragen.

Auf der falschen Seite steht jedoch heute die gesamte politische Klasse im Parlament, dieselbe Klasse, die seit 2014 den Putsch von Kjev und seine Massaker unterstützt hat, von der des Gewerkschaftshauses in Odessa bis zur Zollabfertigung und Ausbildung von Neonazis. Nazi-Bataillone und die heute weiterhin den imperialistischen Krieg der NATO und der EU führen und zu einer sehr ernsten militärischen Eskalation beitragen, die Gefahr läuft, die Menschheit in eine Dritte Welt oder einen Atomkrieg zu führen.

Mit Elias Beispiel in unseren Herzen werden wir weiterhin noch stärker gegen die Barbarei des imperialistischen Westens für eine andere Welt kämpfen.

Auf Wiedersehen, Partisan Elia, in den Kämpfen werden wir Ihre Erinnerung am Leben erhalten.

Meiner lesenden Kundschaft möchte ich heute Südtiroler Literatur vorstellen, der ich mich aus Arbeitersicht verpflichtet fühle


Das hat Alessandro Costazza geschrieben unter dem Titel:

„Die Südtiroler hatten über sich nichts auszusagen“. Vergangenheitsbewältigung in der Südtiroler Literatur der fünfziger und sechziger Jahre

In dem Zusammenhang, möchte ich an Norbert.C.Kaser erinnern

Ich möchte damit meine Leser bitten, sich nur Etwas mit der Vergangenheit und auch mit Ihrer Zukunft zu befassen. Wenn ich es schon tue oder getan habe, wird es doch meinen lieben Gastgebern eine Leichtigkeit sein.

Ihnen kann nur ein Licht aufgehen.

Also, geben Sie bitte Ihren Wunsch, meine Arbeiterliteratur im eigenen Land gedruckt zu bekommen, auf. Gehen Sie zu Amazon und BoD. Diese Händler haben keine Probleme mit der Vergangenheitsbewältigung aus Arbeiter- und Bauernsicht. Schon gar keine – mit der Gegenwart. Meinen Kollegen und Leidensgenossen, stelle ich natürlich meine Literatur auch weiter hin kostenlos zur Verfügung. Zumindest als Ebook und Blogeintrag.

Übrigens: Der Herr Kaser, Genosse der PCI, wurde in der DDR, in Bad Berka behandelt. Bad Berka war unsere Zentralklinik für Lungenkrankheiten, in der sehr viele Wismut- und Bergbaugeschädigte behandelt wurden.

Leseprobe Der Saisonkoch – Wintersaison – Erster Monat



Im Ersten Teil vermittle ich neben der Arbeit auch Rezepte, Menüs und diverse Arbeitsanleitungen. Eigentlich sollte das ein Kochbuch geschmückt mit Erlebnisberichten werden. Ein Tagebuch ist das Ergebnis.

Auszug:

Jetzt lege ich auf den Grill noch Speckscheiben. Das muss jetzt außerordentlich schnell gehen, weil die Platte sich schon den dreihundert Grad nähert. Ich schalte die Gaszufuhr ab. Das kann ein Spaß werden in der kommenden Zeit. Ein-Aus. Wenn dann die Piezozündung nicht geht, muss ich mit einem Holzstäbchen das Gas anzünden. Ein Thermostat kostet mit Einbau, etwas um die einhundert Euro. „Das muss gebaut werden.“

Acar meint, der Chef wüsste das schon vier Wochen. Tja, die Leute, die damit nicht arbeiten müssen, vergessen schnell die Reparatur.
Jetzt, nachdem das Fleisch fertig ist, frage ich Acar, ob seine jungen Kollegen wissen, wie Topfennocken gehen. Eigentlich braucht man dafür Kartoffeln, die am Tag vorher gekocht wurden. Die sind trockener als frisch gekochte. Acar ruft Berk zu sich. Berk ist ein unverkrampfter, junger Mann, der sicher schnell lernt. Er wollte die Nocken mit Weißbrot herstellen. Praktisch, wie Knödel. Die Variante hätte ich eher im Rahmen der Vorspeisen gewählt. Die anderen Methoden waren ihm fremd. Er kannte sie aber vom Gefriersortiment industrieller Erzeuger. Da werden sie als Knödel und gefüllte Knödel angeboten. „Was schätzt Du, mit welchem Träger die Knödel hergestellt wurden?“
„Mit Grieß“, war die prompte Antwort.
„..und?“
„Weiß ni.“
„Kartoffel“, gab ich zum Besten.
„Aaah“, zeigt er sich überrascht.
„Ich mach Dir die ersten vor.“
„Danke!“
„Zuerst schälst Du mir bitte vier Kilo Pellkartoffeln. Nimm die aus dem Dämpfer.“
Er kühlt sich die Kartoffeln. Ich gebe ihm einen Pellkartoffelschäler.
„Mit dem geht das schneller.“
Die vier Kilo waren in keinen zehn Minuten geschält. Die Augen von Berk leuchten.
„So einen muss ich mir auch kaufen!“ „Dafür reicht ein gezacktes Handmesser“, sagt Acar.
Jetzt geben wir die Kartoffeln wieder in den Dämpfer bei einhundert dreißig Grad. Mit Dampf. Acar beobachtet, was wir tun. Jetzt gehen wir zur Schlagmaschine. Ich nehme einen Schlagbesen für feste Massen. Der feine ginge auch, wenn er stabil genug ist. Berk hängt den Kessel aus und wir geben in den Kessel die heißen Kartoffeln. Nach dem Einhängen stelle ich die Maschine auf wenig Geschwindigkeit und schalte sie ein. Jetzt gebe ich Muskat, etwas Salz, Vanillesirup, Zitronenschale und Zucker dazu. Kurz darauf füge ich, schluckweise, Eigelb dazu. Ich erhöhe etwas die Geschwindigkeit. Die Jungs staunen, wie sich die Masse mit dem Eigelb verfestigt. Die Masse ist jetzt soweit fertig und wir nehmen sie ab. Dann geben wir die Masse, flach, in Gastronormbehälter. „Acar, stell die mal ins Kühlhaus. Am besten, auf den untersten Regalboden. Die Masse muss recht zügig abkühlen.“
„Wir haben im Trockenlager einen Schnellfroster. Ich mache das damit.“
Den hatte ich bis jetzt noch gar nicht zur Kenntnis genommen. Der Schnellfroster ist natürlich ideal für unser Vorhaben. Acar kühlt die Masse mit der milden Froststufe schnell herunter. Jetzt können wir in die Masse, doppelt griffiges Mehl geben. Doppel griffiges Mehl ist ein Dunst, aus dem auch unsere Teigwaren hergestellt werden. Dazu geben wir Quark und etwas Eiweiß. Nach dem Kneten muss das Nocken formen recht zügig erfolgen. Die Masse ist wegen der Restwärme instabil. Das liegt am Mehl. Mehl reagiert mit Flüssigkeit und wird mürbe. Baser kommt mit zwei Löffeln und fängt an, Nocken zu formen. Die anderen Kollegen gesellen sich zu ihm. Ich gehe schnell zum Kasten, in dem die Bestecke für das Salatbuffet liegen. Dort werde ich fündig. Im Kasten liegen vier tropfenförmige Salatlöffel, mit denen wir ganz schnell die Nocken formen. Eigentlich gibt es dafür auch Zangen, in der Art einer Eiszange. Leider haben nur wenige Betriebe, brauchbares Handwerkszeug. Ich zeige den Kollegen, wie man Nocken mit einem Salatlöffel macht. „Das geht ja zehn Mal schneller“, sagt Acar zu mir. Meine Kollegen lachen laut. Sie hätten im Traum nicht an so eine Möglichkeit gedacht. Eigentlich geht dafür jeder Löffel. Salatlöffel sind aber schön tief ausgeformt. Damit werden die Nocken etwas größer. Die fertigen Nocken geben wir auf achtzehn Millimeter, Eineintel Bleche und schieben die in den Dämpfer. Heute sind einige Abreisen und wir benötigen für unsere zwei Hotels, nur einhundert zwanzig Nocken, bei einer Nocke pro Gast. Selbstverständlich drehen wir reichlich Reserven. Pro Hotel, um die fünfzehn Nocken. Es wird auch recht oft, Nachschlag geordert. Die Kollegen sind fertig und Berk schlägt mir leicht auf die Schulter und sagt: „Spitze, die Erfindung!“ „Ich hab das nicht erfunden.“ „Doch!“ Während unsere Nocken dämpfen, können wir uns mal mit einer Zigarette und einem Kaffee belohnen.

Sommersaison – Frühjahr


Unsere Küche liegt im Keller. Eine Etage tiefer als das Erdgeschoss. Eigentlich ist das günstig. Man muss nur die Fenster öffnen zum Entlüften. Die Lage hat aber auch einige Nachteile. Kalte Luft fällt nach Unten und drückt die warme, auch die feuchte, nach Oben. An der Decke der Küche ist das Ergebnis zu sehen. Die Decke droht stellenweise herab zu fallen. Gasbetrieb und der wirklich heiße Betrieb von Ölöfen wird den Zerfall der Decke noch beschleunigen.

Der Nachteil dieser Lage ist aber auch anderweitig spürbar. Der Sauerstoff, den das Gas und der Ölofen verbrennt, kommt nicht in dem Maße zur Küche, wie man es tatsächlich benötigt. Die Luft wird dünn. Abhilfe soll nun die Öffnung der Kellertür bringen. Aber genau das, stört wieder die Empfindlichen. Zugluft. Stelle ich jetzt noch die Lüftung ein, kann ich schon von einer Knappheit an Sauerstoff reden. Und die ist selbst für eine noch brennende Gasflamme gefährlich. Das Gas geht einfach aus. Wenn ein großer Topf darauf steht, sieht das der Koch nicht. Die Piezozündung soll für gewöhnlich eine unkontrollierte Entzündung der Brennstelle verhindern. Wir würden das als Explosion bezeichnen. Im geringsten Fall als Verpuffung. Unter den Töpfen herrscht aber eine Temperatur, die sich auch auf die Brennköpfe der Gaszufuhr auswirken. Die werden samt dem Bimetall so heiß, dass sich das Gas sofort wieder entzünden kann. Zwei Mal durfte ich das Phänomen beobachten. Ich bekomme langsam ein gemischtes Gefühl bei der Verwendung von diesen Brennstellen. Die Induktion ist mir da bedeutend lieber. Leider ist aber unser Maximalverbrauch begrenzt. Ich versuche schon lange, heraus zu bekommen, ob die Energie des Hauses mit einer Software reguliert wird. Spätestens dann, wenn die Sauna ihren Dienst beginnt, bricht mir das Netz zusammen. Ich stehe dann im Dunkeln. Und das ist besonders gefährlich für mich. Genau aus dem Grund, versuche ich, sämtliche Speisen vor der Ausgabe fertig zu haben. Das ist zwar nicht frisch im Sinne von ganz frisch. Aber es ist die einzige Möglichkeit, unsere Gäste qualitativ hochwertig zu versorgen. Ich nehme Abstand von Hauptgerichten, die zu viel Energie benötigen. Unsere Fritteusen werden mit Gas betrieben. Zum Glück. Das hat aber auch Nachteile. Ziemlich gefährliche dazu. Gasheizungen benötigen einen Austritt. Sozusagen, einen Auspuff wie am Auto. Und dieser Austritt wird ungeheuer heiß. Verbrennungen sind dabei an der Tagesordnung. Und nicht nur das. Die heiße Luft verdrängt zusätzlich Sauerstoff. Der Koch bekommt schnell Kopfschmerzen. Genau aus diesem Grund, hasse ich Gasküchen. Stehe ich in so einer Küche über zehn Stunden am Tag in Sechs – Tage – Woche, sind massive Gesundheitsschäden sicher das kleinste Übel.

Das größte Übel sind Zustände, die das nicht anerkennen. Mit der Anerkennung des Übels, würden auch Maßnahmen ergriffen, das abzustellen. Und genau das findet eben im Kapitalismus nicht statt. Auch nicht in Südtirol. Und das, trotz der Anwesenheit von sogenannten Institutionen, die das überwachen sollen. Angestellte können das nicht anzeigen. Das können nur Fachleute sehen und auswerten. Die Institute sind damit für die Katz. Sie sind ganz sicher nicht für die Köche gedacht. Jeder halbwegs ausgebildete Klempner sieht den Missstand auf der technischen Zeichnung des Gebäudes samt Einrichtung. Den Bürokräften fehlt es an Praxis.

Mein Mittagstisch für die Kollegen ist fertig. Ich habe teilweise Überschüsse vom Abendmenü mit verarbeitet. Die Mama kommt in die Küche und holt sich ihr Essen. Die Familie isst im Gastraum Die Kollegen haben ein Extrazimmer. Es herrscht Rauchverbot. Ich muss durch den Keller auf die Straße schleichen. Die Rauchpause lege ich oft mit Tätigkeiten zusammen, die mich in die Nähe einer Tür nach Außen bringen. Rauchen, Sonnenlicht und frische Luft in einem Atemzug. Das Alles ist knapp in einer Küche. Wir werden das später mit lockeren Zähnen, Hautausschlag und kaputten Lungen bezahlen. Das ist dann der Mehrwert, den der Koch bekommt. Natürlich unvergütet.

Nach dem Mittag verschwinde ich so schnell es geht. Aamit bietet mir an, die Küche zu reinigen. Er möchte die Küche wieder wischen. Den Abzieher, den ich beim letzten Mal organisiert habe, nutzt Aamit nicht. Mir ist das langsam egal.

Kurz vor der Mittagspause kommt die Kollegin. Eine junge Frau. Sie geht recht robust an den Ölofen und wirft ihn an. Es stinkt im Haus wie an einer Tankstelle.

Der Zeitpunkt meines schnellen Verschwindens ist gut gewählt.

„Bis dann“, rufe ich zu den Zweien.

Im Flur meines Zimmers ist schon wieder recht lautes Stöhnen zu vernehmen. Ich glaube, ein Quieken mit zu hören. Auf alle Fälle sind es mehr als zwei Personen. Meine Tür ist noch nicht ganz geschlossen, höre ich das Öffnen der Tür des Zimmers, aus dem die Geräusche kamen. Meine Neugier überwältigt mich. Jetzt bediene ich mich einer Gewohnheit unser leider verstorbenen Nachbarin – Paula. Ich spioniere kurz durch den Türspalt, was da vor sich geht. Auf dem Flur steht eine junge Frau mit einem Zelt im Morgenmantel. Das Zelt erinnert mich an die Mumoprala in meiner Turnhose nach dem Aufstehen. Mutters Morgenprachtlatte ist die Abkürzung von Mumoprala. Wir entschuldigten uns mit dem Argument in der DDR, wenn wir zu spät auf Arbeit kamen. Heute würden wir diese Entschuldigung mit der Hälfte unseres Lohnes bezahlen. Selbst das scheint verboten zu sein für Saisonarbeiter.

Leseprobe Der Saisonkoch – Wintersaison – Erster Monat


Die Bratkartoffeln mit Kruste schiebe ich auf die Platten mit einhundert Grad und lege gleich noch ein paar Kartoffeln nach. Wieder abgedeckt mit der Pfanne. Das Personalessen ist jetzt fertig. Es ist fast elf Uhr. Die Mädchen holen Alles ab und gehen mit Soltan zum Essen. Die Küchentür geht auf und unser Chef kommt herein. Mit der Chefin. Beide, total blau. Fehlt noch die Oma. Die Oma kommt, restlos besoffen, mit zwei Hausgästen in die Küche. Es stinkt wieder wie in der Bar. ‚Die haben sich noch nicht mal umgezogen, geschweige, gewaschen`, denk ich mir.
„Wir haben Hunger!“
„Wer wir?“, frag ich.
„Wir alle“, sagt Oma.
„Was wollen Sie essen?“
„Was haste denn da?“
Jetzt soll ich den besoffenen Haufen noch aufzählen, was sie da haben. Zu dem Suff kommt also noch ein Haufen Blödheit, der gar nicht zu beschreiben geht. ‚Die wissen nicht mal, was sie im Kühlhaus haben‘, denk ich mir.
„Champignonschnitzel und Spätzle“, schlag ich dem Suffhaufen vor.
„Und reichlich geröstete Zwiebel“, ergänzt Oma.
‚Die wollen wohl ihren Alkoholgestank jetzt durch Zwiebelgestank ersetzen?‘, denk ich mir. Und schon kommt die Antwort von einem Gast.
„Für mich keine Zwiebel!“
„Für mich auch nicht!“
Alkoholiker lehnen, mehrheitlich, Zwiebel ab. Ich weiß nicht, warum. Oma scheint eine Ausnahme zu sein.
„Für alle?“, frag ich Oma.
„Ja!“
„Chef und Chefin, auch Zwiebel?“
„Ja!“
Oma antwortet im Befehlston. Das wird ein Spaß heute.
Fehlt nur noch Opa. Der ist wahrscheinlich gleich in die Bar gegangen. Das ist sein Lieblingsplatz.
Ich stell den Wassertopf auf die Induktion und gebe volle Last. Soltan schlägt mir gleich zehn Eier in den Robot. Ich gebe noch Muskat, Salz dazu und schlage die Eier schaumig. Danach gebe ich Mehl in den Eierschaum. Durch die Öffnung, gebe ich bei laufender Maschine noch Mehl dazu bis eine Spätzlemasse entsteht. Jetzt nehm ich die Masse heraus und gehe mit dem Spätzleeisen zum kochenden Wasser. Soltan hat schon die Champignons durch die Maschine geschickt und damit zu Scheiben geschnitten. Ich fülle die Spätzlemasse um in eine Schüssel und Soltan reibt die Spätzle ins Salzwasser. Den Blixer nehme ich jetzt zum Zwiebel hacken. Dazu gebe ich Öl und Zwiebel zusammen in den Blixer und schneide die Zwiebel mit der Impulstaste, fein würfelig. Soltan will mir eine Pfanne bringen und ich sage ihm, dass mir ein Bratentopf lieber wäre. Gesagt, getan. Nachdem wir die Zwiebel samt Öl in den Bratentopf gegeben und die Zwiebel angeröstet haben, schicke ich die Champignons dazu, gebe etwas Mehl dazu, rühre das um und gieße mit heißem Wasser auf. Nach dem Aufkochen, rühre ich etwas Sahne und Petersilie dazu. Die Schnitzel würze ich in der Schüssel fertig. Selbstverständlich, setze ich auch hier einen Schuss Öl mit rein. Ich brate auf der einhundert sechzig Grad Platte die Schnitzel einseitig an, wende sie kurz und gebe sie in die Champignonsauce. Das Essen ist jetzt fertig. Es kommt Niemand das Essen zu holen. Soltan drückt die Glocke. Keine Antwort. Zwischenzeitlich habe ich Zwiebelringe meliert, gewürzt und in ein Fettbad gegeben. Das hab ich in einer Schüssel auf der Induktion gerichtet. Die Fritteuse war mir zu schade für die Zwiebel. Stahlschüsseln gehen auf Induktionskochfeldern sehr gut als Topf zu benutzen. Stahlschüsseln nehme ich in Italien auch zum Pasta schwingen. Vielleicht ergibt sich hier auch die Gelegenheit. Das ist eigentlich wie ein Wokprinzip; nur besser. Die Woks, die als Induktionsgeräte verkauft werden, sind dafür nicht gut, weil damit die Nudeln braten. Das ist beim Pasta schwingen unerwünscht. Soltan klingelt noch mal. Es kommt Keiner. Jetzt geht Soltan, schon etwas mit Wut geladen, in die Bar. Als er zurück kommt, fragt er mich, ob die Zimmermädchen schon fertig waren mit Putzen. „Sicher. Sie wären sonst nicht essen gekommen.“
„Es sieht schon wieder so aus wie heute Morgen.“ Soltan sagt, dass er die Bar von heute Morgen gesehen hat. Oder soll ich sagen, gesehen und gerochen.
“Sind die Chefitäten noch in der Bar?”
“Alle besoffen!”, sagt Soltan nicht zu leise.
Die Küchentür geht auf und der Chef kommt rein gewackelt.
“Wie sieht denn mein Herd aus?!”
Ich antworte ihm nicht. Der ist stockbesoffen. Ich frage mich, ob der etwas mitbekommt. Soltan verschwindet gleich im Kühlhaus. Jetzt steh ich allein mit der besoffenen Sau. Er hat einen Pinkelfleck an der Hose. Pfui. Ich gebe ihm nicht mal die Hand.
“Das Essen ist fertig. Wollen Sie das mitnehmen?”
“Bring uns das raus!”
Der Mann ist so blöd. Der denkt, ich bediene ihn und seine versoffene Brut. In der Hoffnung, eine Bedienung käme in die Küche, klingele ich noch mal. Und siehe da, unsere Bedienung kommt.

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