Ich habe jetzt bei Amazon…


…meine Novelle: „Die Saisonpause“ in Druck gegeben. Das Buch wird für 10.-€ das Stück gehandelt. Ohne Zustellung natürlich. Ich habe es in A5 drucken lassen. Damit ist der erweiterte Vertrieb wie bei den anderen Büchern, ausgeschlossen. Ich bekomme pro Buch in etwa 2,50 € brutto Tantiemen. Das sind 25% vom Verkaufspreis. Im Großhandel wird das Buch, wie die anderen in A5, nicht geführt. Mit einem anderen Cover werden Sie es dann noch bei Books on Demand finden. Das Innenleben ist gleich; keine Angst. Aktuell bereite ich noch den englischen Titel vor. Die bereits veröffentlichten Bücher übersetze ich noch in diverse Sprachen. Meist maschinell mit zweifacher Rückübersetzung zur Kontrolle. Die Saisonpause hat 230 Seiten gute Unterhaltung. Darin wird Ihnen gezeigt, wie Saisonkräfte ihren unbezahlten Urlaub verbringen. 

Aktuell arbeite ich noch an einem Krimi. „Steinschlag im Suldnertal“. Der ist fast abgeschlossen. Danach weiß ich erst mal nicht recht, wonach mir der Sinn steht. Entweder folgt ein Krimi in einem anderen Tal oder der erste Teil von „Der Saisonkoch – Sommersaison“. In der Warteschleife liegt noch ein Liebesroman „Joana 2“, ein Kochbuch für die Krisenküche „Sparsame Küche“ und ein verrückter Titel, bei dem es um eine Horde Krimineller geht, die gerade eine Regierung bilden. Das muss noch etwas recherchiert werden wegen der Inhaltsfülle und wegen der Übersichtlichkeit.

Meine Leser dürfen in diesem Jahr mit den zwei Titeln, die gerade laufen, acht Bücher erwarten. Dafür bräuchte es mindestens drei Wochen Urlaub am Stück bei fleißigem Lesen. Wollen wir hoffen, dass Sie diesen Urlaub auch bekommen unter dem aktuellen Regime. 

Die Ebooks der Bücher stehen Ihnen kostenlos als Epub per Anfrage auf meiner .com – Seite zur Verfügung und für 4.-€ das Stück auf meinem WordPresskonto in Form eines PDF-Ebooks. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass nicht alle Titel sofort in allen Formaten bereit liegen. Das ist für mich auch ein gewaltiger Arbeitsaufwand. 

Größere Aufträge von befreundeten Verlagen/ Buchhändlern/ Großhändlern/ Vertrieben etc. nehme ich gerne an. Die lasse ich extra drucken. 

Meine Cover werden von mir persönlich fotografiert und druckfertig gemacht. Grundsätzlich verwende ich Motive aus Südtirol und dem Trentino.

Betreff „Die Saisonpause“


Ich bekomme die Novelle „Die Saisonpause“ im Juni noch fertig. Das Cover stelle ich, wie üblich, in mehreren Varianten vor. Das Ebook in Form von Ebook (gratis auf Email) und PDF (kostenpflichtig) wird heute Abend von mir rein gestellt.

Der Krimi „Steinschlag im Suldnertal“ wird erst im Juli fertig. Ich schätze, es braucht noch eine Woche. 

Nach der Saisonpause folgt natürlich „Der Saisonkoch – Die Sommersaison“. Die kann ich wegen der bereits erfolgten Vorstellung des Küchenablaufes und diverser Rezepte, kürzer fassen. In etwa vergleichbar mit Teil – Zwei und Drei.

Fortsetzung Die Saisonpause


Wie unsere Wintersportler zum Beispiel. Unsere Ausbeuter hätten das gerne.

Joana sagt mir, sie könne mich an ihrem freien Tag gern begleiten auf die Seiser Alm. Wir nehmen uns vor, Morgen, ganz früh, aufzubrechen. Mit dem frühen Aufbruch möchten wir den Kontakt mit diversen Kontrollpersonal entgehen. Die kurze Fahrt würde sonst zu einer kostspieligen Tagesreise. Die arbeitslosen Mitbewohner sind sozusagen vom Besuch dieser Alm von Vornherein ausgeschlossen. Ich möchte dort aber arbeiten. Kein Grund, sich schon am Eingang ausnehmen zu lassen.

Die Fahrt ganz früh, hat sich als goldige Entscheidung heraus gestellt. Wir können kostenlos dem Sonnenaufgang folgen. Leider habe ich den Fotoapparat vergessen. Das könnte immerhin der letzte Besuch dieser Alm sein. Bei den Waffen, die allein in den Tälern Südtirols und dem Trentino liegen, dürfen wir bei einer Antwort der angegriffenen Macht davon ausgehen, diese Berge das letzte Mal zu sehen. Und wer weiß bei den Diktaturen so recht, wann der Punkt erreicht ist. Die Gier ist grenzenlos. Die eingesetzten Vertreter sind verrückt genug.

Rudolf erwartet uns schon. Auf dem Parkplatz vorm Hotel stehen noch zwei Autos. Eigentlich dachte ich, die Autos der Familie zu kennen. Für gewöhnlich stehen die teuren Schlitten eine Etage tiefer. Vielleicht hat der Sohn eine neue Freundin. Oder gar die Tochter einen neuen Freund?

Im Büro angekommen, empfangen mich schon zwei Kollegen. Hiesige. Rudolf stellt sie mir vor. Nach deinem Kaffee bekommen wir trocken mitgeteilt, die zwei Kollegen sind mein Ersatz. Ich sei aus dem Rennen. Hiesige Kollegen gehen vor.

„Ich kann einen Kollegen von hier unmöglich einem Fremden vorziehen“, ist die trockene Antwort. Die Zwei zeigen etwas Mitgefühl. Das war es. Joana ist stinksauer.

„Kein Geld?“

„Du wolltest mir noch einen offenen Rest bezahlen“, sag ich zu Rudolf. Rudolf greift in die Schublade seines Schreibtisches und zückt einen Umschlag.

„Unterschreiben? Wo muss ich unterschreiben?“

„Das ist nicht notwendig heute.“

„Na denn. Tschüss.“

Wie mir scheint, ist das die Abfindung. Bedanken muss ich mich dafür nicht. Ich habe ja gearbeitet dafür.

Die Suche beginnt von Neuem. Wir bleiben nicht auf der Alm. Der Appetit kommt etwas kurz bei der aktuellen Stimmung. Wir könnten noch bei anderen Betrieben vorbei schauen. Aber eine große Tour auf der Alm ist ausgeschlossen. Dort drohen schon erhebliche Busgelder. Ob die Förster mich noch kennen wollen, ist fraglich.

Auf der Rückfahrt müssen wir kurz anhalten. Die Schranke bleibt unten. Ich gehe ins Häusel und frage, was das denn kostet, zur Arbeit auf die Alm zu fahren. „Es gibt einen Pass dafür. Der kostet zehn Euro.“

„Was? Ich soll zehn Euro drücken um da zu arbeiten?“

„Ja.“

„Sie finden das normal?“

„Ja.“

„Na denn, schönen Tag noch.“

Die Schranke geht nicht auf. Wir fahren den Abzweig durch den Ort. Etwas Stolz muss sein.

Zurück zu Hause, schaue ich natürlich sofort nach, bei wem ich mich beworben habe. In Frage kommen Betriebe, bei denen ich noch nicht vorstellig war. Das Passeier lockt. Dort rufe ich an. Die Antwort der Chefin klingt verlockend. Natürlich frage ich jetzt Freunde, ob sie den Betrieb und sie Chefin kennen. Der Arbeitsweg wäre kurz. Das lockt. Der Nachteil ist, ich müsste zwei Mal durch Meran. Im Trockenen geht das. Bei Nässe und den vielen lackierten Fußgängerüberwegen, kann ich von einem ziemlich hohen Risiko sprechen. Dank diverser Gesetze sind die Fußgänger auch nicht mehr die gleichen wie früher. Man stürzt heute mit dem Handy vorm Gesicht über die Straße. Ein Blick nach oben? Vielleicht in den Verkehr? Aussichtslos. Die Stadt gehört den Dümmsten. Irgendwie scheint auch Keiner mehr das Leben und die Gesundheit zu schätzen.

Ich werde schon morgen zum Termin eingeladen. Joana kann nicht mitfahren. Sie muss uns schon wieder den Lebensunterhalt verdienen. Das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Joana ist gelernte Verkäuferin. Komisch. Gelernte Verkäuferinnen werden nicht benötigt. Fast wie bei den Köchen.

Ich schätze, die vier Arbeitswege hin und zurück, müsste sie auch bezahlen als Verkäuferin. Lassen wir es so. Als Zimmermädchen hat sie wenigstens acht Monate Arbeit. Zumindest, wen sie den Streit der Saisonbetriebe untereinander aus dem Weg gehen möchte.

Die Einladung zum Termin hebt etwas die Stimmung bei uns. Wir belohnen uns mit einer Pizza von Doris aus der Nachbarschaft. Etwas Luxus muss ein.

Fortsetzung Die Saisonpause


Wie vermutet. Ich bin selbst daran Schuld. Da bleibt mir noch, Agnes anzurufen. Agnes geht ran.

„Mach dir keine Sorgen. Ich hatte deine Anmeldung nur noch nicht abgeschickt.“

Mir fällt ein Stein vom Herzen. Also doch ein Wegeunfall. Wenn Alles gut geht.

Trotz des Wegeunfalls ließ die Rechnung nicht lange auf sich warten. Die Beköstigung. Eine Rechnung von fast tausend Euro. Ich staune. Wir haben das nicht gewusst. Dann hätte ich die Kost natürlich abgelehnt. An sich war die Kost nicht schlecht. Krankenhauskost eben. Trocken Brot, etwas Butter oder Speckfett und bisweilen ein Stück Wurst oder Käse, hätten mir gereicht. Wer den ganzen Tag in überhitzten Küchen steht, hat eigentlich keinen Appetit auf warmes Essen. Warmes Essen regt den Appetit an. Man frisst zu viel. Bei dem gleichen Essen in Kalt, würden wir uns mit der Hälfte begnügen.

Ich frage jetzt bei der Gewerkschaft, ob es für das Essen eine Hilfe gibt. Nein. Es gibt ein Tagesgeld und das habe ich bekommen. Schön zu wissen, das Tagegeld der Gewerkschaft in der Krankenhauskasse wieder zu finden. Für ein Menschenrecht. Für Essen.

Wir schwören uns, zukünftig auf die Leistung dieses Etablissements zu verzichten. Das Menschenrecht des Essens im Krankenhaus müssen wir in Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Zu Hause habe ich natürlich als Erstes den Kontakt mit Rudolf aufgenommen. Bis zum Saisonbeginn dauert es noch knapp zwei Wochen. Ich soll unbedingt mal vorbei kommen. Mit dem Motorrad wird das nichts. Das muss noch gebaut werden. Dafür habe ich kein Geld. Markus in der Werkstatt sagt mir, dafür gäbe es eine Landesversicherung. Die zahlt bei Schäden, die durch Steinschläge auf den Landesstraßen verursacht werden. Bei der Frage, wo ich diese Leute erreiche, wird Markus etwas stummer. Also, nutze ich meinen Urlaub, um den Mann zu finden, der mir den Schaden bezahlt. Die Suche samt Telefonaten dauert. Wie scheint, habe ich es mit einem streng versteckten Amt zu tun. Keiner kann mir Auskunft geben. Die Recherche verläuft im Sand. Dabei habe ich sicher fünfzig Telefonate geführt. Mit einem Handy zum Kartentarif hätte ich tausend Euro bezahlt. Zum aktuellen Stand sieht es so aus, als würde ich für die Suche nach Arbeit einen Kredit benötigen. Das ist schon ein starkes Stück – Freiheit. Ich stelle das mir gerade vor. Auf die Frage nach Sicherheiten bei meiner Südtiroler Sparkasse sage ich, Arbeitssuche. Das Gelächter könnte ich draußen auf der Algunder Straße hören. Nun weiß ich nicht, ob das so gewollt ist. Ab einem gewissen Alter jedoch, empfinde ich das als Schikane. Im günstigsten Fall. Ich frage mich, mit welcher Laune dann ein Arbeiter seine Stelle antritt. Und schon sehe ich die Begründung der Sprachlosigkeit meiner neuen Landsleute. Die kennen das System zu gut. Es ist ein Unterdrückungssystem. Uns DDR Bürgern ist das völlig unbekannt. Trotzdem wir bisweilen einen ähnlichen Vorwurf zu hören bekommen. Das ist leider eine Lüge, die meinen neuen Landsleuten eingetrichtert wurde. Dabei gilt einfach zu wissen; sobald ein sozialistisches Land besser mit seinen Mitbürgern umgeht als ein kapitalistisches, wird es um einhundert Jahre zurück gebombt und restlos geplündert. Ein fadenscheiniger Grund findet sich immer in westlichen Propagandastuben. Die Verantwortlichen jammern dann vor Tribunalen, wenn sie erwischt werden.
„Ich habe von Nichts gewusst.“

Leider steht ihnen aber das Recht im Weg. Das nennt sich, niederer Beweggrund. Sie haben es für Geld getan. Und wer hat schon Mitleid mit Söldnern?

Der Söldner ist damit ein bewaffneter Prolet. Dazu zählt auch der Maulsöldner. Würde der Söldner dem gesellschaftlichen Fortschritt dienen, sprich – der gerechten Verteilung von Arbeit und Erlös, wäre sicher eine Zieländerung das Ergebnis seiner Arbeit. Leider haben diese Söldner die gleichen Lebensschulen besucht wie unsere neuen Gastgeber.

Die falschen. Sie sind der Meinung, für ein gutes Leben muss man sich erbärmlich schinden. Oder gar das Leben riskieren.

Fortsetzung Der letzte Arbeitstag


Es gibt aktuell zwar weniger Touristen. Aber eine gewisse Hektik in Vorbereitung der Feiertage ist spürbar. Der Grüne Donnerstag als auch Ostern, sind in unmittelbarer Nähe. Wir feiern diese Tage nicht. Für uns bedeutet das Arbeit. Und das, nicht zu wenig.

Auf der Seiser Alm versuche ich es mit einem Anruf kurz nach unserer Ankunft zu Hause. Keine Antwort. Vielleicht geht eine Email? Auch Nichts. Ich gehe davon aus, die Chefitäten sind ausgeflogen.

Eigentlich hätte ich gern eine Stelle, bevor ich an Urlaub denke. Schon auf Arbeit habe ich mir diverse Angebote angeschaut. Für mich interessante Angebote, habe ich markiert und in mein Adressbuch aufgenommen. Bevor wir das Haus verlassen, muss ich daran denken, sämtliche Bewerbungen abzuschicken.

Nachdem wir unser Geld zusammen gelegt haben, geht es an die Haushaltkasse. Wir haben zu ermitteln, wie viel Geld wir für unsere Kosten aufzubringen haben. Nach dem Abzug der Kosten, die wir großzügig bis Juni kalkulieren, ergibt sich unsere Urlaubskasse. Wir kalkulieren bis Juni, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich rechtzeitig eine Stelle bekomme. Zu berücksichtigen gilt auch, die um einen Monat verzögerte Lohnzahlung im Falle einer Einstellung.

Unsere Urlaubskasse lässt nach der Inventur keine großen Sprünge zu. Kredite für Urlaub, Fahrzeuge und Überziehungen sind nicht unser Ding. Wieso sollen wir Dinge doppelt bezahlen, wenn uns schon der normale Erwerb zu sehr belastet? Schließlich belastet uns schon ein Menschenrecht zu sehr. Das Recht auf Wohnen.

Jetzt, nachdem unsere Pflichtaufgaben erledigt sind, feiern wir unseren Urlaub mit einem Bier.

Bei dem Besuch der Heimat vor der Wintersaison, haben wir uns etwas Bier unserer Lieblingsbrauerei mitgebracht. Ein dunkles Bockbier. Eigentlich verschenke ich davon eine Kostprobe an die Monteure in unseren Werkstätten. Die sorgen schließlich dafür, dass wir rechtzeitig auf Arbeit fahren können. Für unseren Durst lege ich uns vier bis fünf Flaschen zurück, die wir im Laufe eines Jahres genießen. Neben einem gelegentlichen telefonischen Kontakt mit Familienangehörigen, ist das mit der einzige Weg, seiner Heimat zu gedenken.

Am kommenden Morgen dürfen wir dann auf das Arbeitsamt in Meran fahren. Das Parken in dieser neuen Umgebung ist gebührenpflichtig. Wenn der Parkplatz nicht geöffnet ist, gibt es kilometerlange Wege durch die Stadt. Fahren wir mit dem Motorrad, droht uns ein Busgeldbescheid, der sich gewaschen hat. Neuerdings steht auf der Brücke in Richtung Sandplatz ein Verbotsschild. Vielleicht ist es besser, das Amt gar nicht zu besuchen. Das wiederum, wird ganz sicher auf dem Rentenbescheid zu sehen sein.

Also, wie kommen wir jetzt zu diesem Amt? Joana überlegt.
„Wir fahren mit dem Motorrad. Nur so kommen wir zeitnah und preiswert dort hin.“

Es steht immerhin die Befürchtung im Raum, alle Parkplätze der näheren Umgebung sind belegt von Arbeitern, die sich arbeitslos melden müssen. Mit dem Motorrad kommen wir etwas näher ran.

Gesagt, getan. Wir schnappen uns die Unterlagen. Joana überfliegt noch einmal genau sämtliche Dokumente.

„Hoffentlich haben wir Nichts vergessen.“

Wir fahren los und finden gegenüber des Sandplatzes einen Platz für unser Motorrad. Der Weg zum Sandplatz ist fast einen Kilometer lang. In Schutzkleidung für das Motorrad, kann das ziemlich anstrengend werden. Mit Helmen und Taschen, ist auch für reichlich Handgepäck gesorgt. Trotzdem haben wir gewaltig gespart. Für die Fahrt zu Zweit, von zu Hause aus, hätten wir zehn Euro bezahlt. Ein Taxi wäre vielleicht preiswerter.

Vor dem Haus angekommen, werden wir von einer Schlange erwartet, die ich bestenfalls bei den ersten Grünen Gurken in der HO der DDR angetroffen hätte. Die Grünen Gurken kamen immer pünktlich vor der Jugendweihe frisch aus Rumänien. Das Kilogramm kostete damals sieben Mark dreißig. Für das Geld, würde sich heute kein Kunde in eine Reihe stellen, um Grüne Gurken zu kaufen. Dafür stehen wir aber in einer Menschenmenge, um uns arbeitslos zu melden. Es ist schon erstaunlich, aus welchem Grund heutzutage, Menschen in Schlange stehen. Heute stehen wir für einen Stempel, etwas Misshandlung oder für eine Schüssel warme Suppe.

Passeiertal im Juni

Fortsetzung Der letzte Arbeitstag


Dort, wo das Personal die Zigarettenpause machen darf, scheint nie die Sonne. Nicht selten ist es im Keller oder neben den Mülltonnen. Mehr Freiheit wird uns selten zugestanden. Und selbst diese Freiheit wollen uns diverse Kreaturen verbieten. In den Zimmern darf nicht geraucht werden. Rauchpausen werden vom Lohn abgezogen. In den meisten Fällen, bekommen wir diese Befehle von den Erbinnen der Leistung der Eltern. Wie soll man diese Kreaturen betiteln? Chef wäre dafür eher ein Lob.

Die Straßen sind relativ leer. Zwischensaison. Auf den Hauptstraßen ist Stau im Rückreiseverkehr. Gelegentlich sehe ich ein paar Landsleute auf einem Motorrad. Sie nutzen die Ruhe in den Bergen für ihre Touren. Noch sind einige Gasthäuser geöffnet. In ein zwei Tagen sind auch die geschlossen. Saisonarbeiter brauchen keine Gaststätten, scheint die Einstellung zu sein.

Auf meiner Straßenseite, die ich fahre, ist kaum Verkehr. Der Gegenverkehr staut an bestimmten Stellen. Vor allem, an den Mautstationen und an Kreuzungen und Auffahrten. Die Einheimischen scheinen diesen Verkehr zu meiden. Es gibt zu viele Unfälle.

Ich fahre über Sankt Lorenzen nach Reischach. In Bruneck ist mir zu viel Verkehr. In der Ruhe an weltberühmten Sehenswürdigkeiten entlang zu fahren, gibt mir kein besonderes Gefühl. Wohl in der Kenntnis, zu Hause, unendlich viele dieser Sehenswürdigkeiten in Not verlassen zu haben.

Joana soll noch vier Tage arbeiten. Ich darf mit ihr im Personalzimmer meine ersten vier freien Tage verbringen. Das Personalzimmer ist kein Hotelzimmer. So ein Sterne – Zimmer könnten wir uns eh nicht leisten. Die Zimmer kleinerer Pensionen finden wir persönlicher eingerichtet und nicht selten, bedeutend sauberer. Eigentlich ist das Zimmer ein Zweibettzimmer. Die Kollegin ist aber schon abgereist. Den Grundputz müssen also nicht alle Mitarbeiter leisten. Es scheint bessere zu geben. Die Zimmerkollegin war einheimisch. Sie muss schon wieder auf ihrer Sommerstelle sein. Wir nicht. Joana schon. Aber das ist wahrscheinlich nicht so wichtig.

Fortsetzung Der letzte Arbeitstag


In diesem Winter haben wir wieder keine Stelle zusammen bekommen. Der wöchentliche Besuch meiner Frau hat uns reichlich Ärger bereitet.

Einmal bin ich auf einen Eisblock aufgefahren, der sich von den Felswänden in der Völs gelöst hat. Die Reparatur kostete fünftausend Euro. Joana hat geweint am Telefon, als ich nach dem Unfall anrief. Ihre erste Sorge betraf nicht den Zustand des Autos. Sie dachte, ich hätte mich dabei verletzt.

Ein anderes Mal stand ich fast zehn Stunden im Stau. Ich konnte nach dem gemeinsamen Frühstückskaffee, gleich wieder zur Arbeit fahren. Generell war jede Fahrt mit der Sorge verbunden, wegen Umständen, Joana nicht besuchen zu können oder zu spät auf Arbeit zu kommen. Das Wetter in den Bergen ist zu tückisch, um feste Zusagen einhalten zu können.

Auf der Fahrt gehen mir oft Dinge durch den Kopf, die ich fast schon in Selbstgesprächen zu lösen versuche.

‚Was treibt mich, abends, nach einer Fünfzehn stündigen Arbeit an, unbedingt meine Frau in über hundert Kilometer Entfernung, regelmäßig besuchen zu wollen. Eifersucht?‘

„Hat sie endlich einen neuen Freund, deine Frau?“, fragte mich Joseph oft.

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, antworte ich meist und Joseph lacht dazu. Joseph kennt meine Joana.

Ist es Liebe, was mich regelmäßig zu meiner Frau treibt? Oder ist es die Sucht auf Abwechslung? Endlich ein mal das schwarze Loch von Küche zu verlassen. Die teilweise herrisch wirkenden Familienmitglieder des Chefs. Wer ist eigentlich der Chef? Alle Familienmitglieder oder nur einer von ihnen? Manchmal hat man den Eindruck, selbst die Kinder der Chefs sind selbst der Chef. Man bekommt ein Familienleben vorgeführt, bei dem es keine Einschränkungen zu geben scheint. Jeder Wunsch der Kinder wird irgendwie erfüllt. Wir erarbeiten das. Der Dank dafür, fällt oft bescheiden aus.

Ich komme nicht selten zu dem Ergebnis, mich zieht es förmlich weg, von dem Ort. Ich möchte nicht auf einem Zimmer sitzen und sinnlos in einen Fernseher glotzen, in dem nur vier Programme laufen. Ich möchte nicht mit Kollegen saufen und oberflächliche Gespräche führen. Meine Zeit ist mir dafür zu schade.

Tageslicht sehe ich nie. Ich komme bei Nacht und fahre in der Nacht. Tageslicht sehe ich höchstens während einer Zigarettenpause.

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