Fortsetzung Die Spur


Beim Besuch des Stalles, fallen Monika recht hektische Tätigkeiten auf. In der Tenne stehen zwei Fahrzeuge mit polnischen Targas. Unter den Knechten ist eine Frau. Und die erkennt Monika. Barbara. Barbara ist wunderschön und nicht so dürr wie ein Kleiderbügel. Angeblich ist sie zu Hause im Urlaub. Toni möchte Barbara vernehmen. Josef gibt ihm das gute Zimmer dafür. Eigentlich sind auf Bauernhöfen die guten Zimmer nur für Sonntage und Feiertage reserviert. Es sei denn, besondere Feierlichkeiten liegen an. Gäste kommen natürlich auch in den Genuss des guten Zimmers. Dafür müssen sie sich auch nicht extra die Haxen abkratzen oder gar das Schuhwerk wechseln. Gastfreundschaft auf ländliche Art eben.

Barbara zeigt sich überrascht. Sie hat nie behauptet, im Urlaub zu sein. „Wer hat das gesagt?“, will sie wissen.

„Ihre Mitbewohner in Bozen“, antwortet Monika.

Toni hält sich etwas zurück. Monika kann das Herz und den Mund einer Geschlechtsgenossin leichter erweichen. Barbara spürt sofort, woher der Wind weht. „Ich arbeite in Bozen ein bis zwei Mal die Woche. Unsere Familie möchte essen. Ich sorge dafür. Die Damen von hier machen das für Posten, Gold, Geld, Grundstücke und Luxus. Auch für einen Trauschein mit anschließender Scheidung. Was ist das? Etwa kein Strich?“

Monika muss lachen. Toni schmunzelt bei der Bemerkung. Eigentlich hat er Barbara jetzt im Sack. Die richtigen Fragen und er erfährt so ziemlich Alles.

„Barbara; sag mir mal, ob ihr hier auch Diebesgut lagert.“

„Hier nicht. Das verteilen wir sofort auf unsere Lastwagen.“

„Warum stehlt ihr?“

„Wir müssen essen und trinken. Unsere Ärzte wollen jetzt auch Geld. Wir haben auch kranke Eltern.“

Toni versteht das. Monika sicher auch.

„Gab es Streit mit Soltan?“

„Soltan war mein Freund. Wir hätten nie gestritten.“

Die Aussagen klingen wahr. Auch am Gesicht ist keine Spur einer Lüge.

„Kennst du Jolka?“

„Aber ja. Wir gehen zusammen in Bozen anschaffen.“

„Wer ist die Chefin? Jolka oder du?“

„Das Finanzielle macht alles Jolka.“

„Kommt bei euch auch Hannes kassieren?“

„Der ist leicht glücklich zu machen.“

„Steht ihr auch in der Bar neben eurem Wohnhaus?“

„Aber sicher.“

„Barbara; geb mir mal bitte deine Telefonnummer.“

„Ruf mich aber bitte nicht an. Unsere Telefone kontrolliert irgend Jemand.“

„An welchen Tagen erreichen wir dich in Bozen?“

„Ganz sicher, am Freitag. Unseren Standort kennt ihr ja. Du musst aber unbekannte Freier schicken.“

Eigentlich hat Toni alles erfahren, was er betreffs des Schmuggels erfahren wollte. Das Diebesgut wird kaum zwischen gelagert und sofort weg gefahren. Gerade auch in kleinen Mengen. Das Lager ist dann sicher zu Hause in Polen.

Monika hat von den Telefonen die Nummern aufgeschrieben. Das zu überprüfen, überlässt sie einer anderen Abteilung.

Die Befragung der anderen Knechte brachte trotzdem dieses und jenes Detail ans Licht. Auf alle Fälle, kennen sich Alle untereinander. Offensichtlich werden auch die Kollegen bisweilen versorgt. Immerhin sind die auch sehr lange von zu Hause weg.

Josef hört, wie Monika, Toni fragt, wo sie jetzt etwas essen gehen.

„Wir haben jetzt Jause“, sagt Josef und lädt die Zwei dazu ein.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur


Bei Schorsch finden sie Ersatzteile für Fahrzeuge.

„Wenn ich Etwas brauche, komme ich zu dir“, sagt Toni. Er hält einen Kettensatz von seiner Marke in der Hand, den er sonst nicht unter vierhundert Euro bekommt.

„Ist der original?“, fragt er.

„Was ist original in der heutigen Welt?“

Toni muss ihm Recht geben.

Sie verabschieden sich von Schorsch. Als Nächstes fahren sie nach Graun. In Graun ist Toni relativ oft. Vor allem dann, wenn er ins benachbarte Österreich zum Tanken fährt. In Graun auf dem Parkplatz am Turm, treffen sich oft die motorisierten Kollegen. Graun ist dabei der Ausgangspunkt für gemeinsame Touren. Die dabei eingesparten dreißig Cent je Liter, können sie dann einem Imbissbetreiber zu kommen lassen. Die kleine Umverteilung findet Toni gerecht.

Der nahe gelegene Stall mit dem angebauten Stadel ist ihr Ziel. Auch hier finden sie den Bauer umgehend. Er fährt gerade mit dem Traktor den Mist zusammen.

Nach der Vorstellung gehen sie sofort in die entsprechenden Räume. Rudi zeigt ihnen gleich sein Lager. Sie werden stutzig. Hat vielleicht Schorsch hier schon angerufen? Rudi ist erstaunlich, gründlich informiert. Rudi macht sein Geschäft mit Sportschuhen und Fahrradzubehör. Toni würde sich nicht wundern, wenn er das örtliche Sportgeschäft direkt beliefert. Eine tiefe Kontrolle ergibt nichts Neues. Es sei denn, die Lager sind frisch geräumt. Nebenbei erkundigt sich Monika bei Rudi nach den Frauen und Helfern auf de Hof. Dabei kommen ein paar nützliche Informationen heraus. Die Frauen übernachten oft in den Hotels der Umgebung. Vornehmlich außerhalb der Saisonzeiten. In den Saisonzeiten stehen ihnen Möglichkeiten bei den privaten Vermietern offen. Es gibt auch Personalunterkünfte, die rege genutzt werden.

Toni und Monika wird langsam aber sicher die Größe des Netzwerkes bewusst.

„Wenn die ihre Beute gut verteilen und bewegen, finden wir nichts“, sagt Toni. Genau das, denkt sich auch Monika. „Wir müssen sie in der Bewegung erwischen.“

Trotzdem fahren sie jetzt zu dem letzten Hof. Es geht weit ins Langtauferer Tal hinein. Dort werden sie schon erwartet. Josef sitzt ebenfalls auf seinem Traktor. Er hat Stöpsel im Ohr. Toni meint, Musik bei ihm zu hören. Er gibt ein Zeichen. Josef stellt die Musik ab und nimmt die Stöpsel aus dem Ohr. Toni und Monika stellen sich vor. Josef tut so, als wäre er überrascht. Er bittet die Zwei in die Küche. Dort sieht es etwas unaufgeräumt aus. Auf die Frage, wo seine Familienangehörigen sind, antwortet er eher schüchtern. „Sie arbeiten in Samnaun.“

Die zwei Kommissare sehen, das Leben in dem Tal ist nicht einfach. Das Tal ist ziemlich kalt und eine gängige Infrastruktur gibt es auf dem Reschen nicht. In Zeiten der geschlossenen Grenzen war das Leben dort einfacher.

Auf die Frage, ob er noch schmuggelt, antwortet er ziemlich gelassen: „Ja“. Seine Lagerräume zeigt er freiwillig und ohne jeglichen Druck. In der Küche liegen vier Handys. Das macht Monika stutzig. Mit einem Zeichen gibt sie Toni zu verstehen, er solle Josef mal etwas ablenken. Monika will nur sehen, wem die Handys gehören und welche Rufnummern sie haben. „Das sind die Handys meiner Knechte“, sagt Josef, als er das Interesse Monikas bemerkt.

„Wo sind die?“

„Sie arbeiten in der Tenne und im Stall.“

Fortsetzung folgt

Ein Blick ins Cembratal

Fortsetzung Die Spur


Marco bleibt im Büro und befragt die Frauen weiter. Später möchte er sich einige der Betriebe der Frauen noch anschauen. Er möchte heraus bekommen, ob die jeweiligen Chefs der Betriebe beteiligt oder gar involviert sind. Sollte sich das bewahrheiten, stehen einige große Durchsuchungen an. Die Fahrt durch das Vinschgau wird wieder zur Qual. Eilige Einsätze könnten sie nur mit Blaulicht erzwingen. Selbst da würden sie schwer behindert. Der Transitverkehr ist einfach unerträglich. Toni freut sich heimlich über seinen Wohnort weit oberhalb dieses Durcheinanders. Toni beklagt sich gerade wieder bei Monika über Autofahrer, die auf dem Mittelstrich herum eiern. Die neuen Autos sind Panzer in seinen Augen. Er kann weder durch deren verklebte Scheiben schauen noch deren Fahrstil verstehen. Motorradfahrer möchten die Köpfe der Fahrer sehen, um deren geplante Handlungen lesen zu können. Deshalb müssen sie nahe des Mittelstriches fahren. Nur so können sie den Verkehr folgen. Monika versteht das. Sie sitzt immerhin Hinten drauf. Wie üblich, beginnt der nächste Stau nach Naturns und Kastelbell, kurz vor Schlanders. Die zu vielen Ampeln und Fußgängerüberwege sind verantwortlich für diesen Stau. Das zieht sich durch das gesamte Vinschgau. Besonders schlimm ist es in Kastelbell und auf der Töll. Jeder einzelne Fußgänger oder Radfahrer kann den gesamten Verkehr stoppen. Wenn sie nacheinander kommen, ergeben sich Staus, die ganz sicher nicht dem Umweltschutz dienen.

Selbst mit dem Motorrad benötigt Toni heute fast zwei Stunden bis auf den Reschen.

In den Proben haben die Laboranten, Spuren von Pferden gefunden. Von ganz bestimmten Pferden. Von Haflingern. Außerdem sind Proben von echtem Südtiroler Grauvieh zu sehen. Es gibt nur drei Ställe mit diesem Viehbestand auf dem Reschen. Das macht die Suche weniger aufwändig. Ein Gehöft ist in St. Valentin auf der Heide. Das zweite in Graun und das dritte ist ziemlich versteckt in Kappl im LangtauferTal.

Monika freut sich schon darauf, dieses sehr schöne Tal endlich mal besuchen zu können.

In St. Valentin machen sie den ersten Abstecher. Der Bauer steht vor dem Haus. Toni muss nicht lange warten. Er zeigt seine Marke und sagt, sie müssen den Stall und den dazu gehörigen Stadel kontrollieren. In den Bergen ist das oft ein Gebäude, ein Einhof oder ein Paarhof. Die Landbevölkerung vom Reschen war ziemlich arm und ging traditionell, gern dem Schmuggel nach. Entsprechend angepasst wurden auch die Räumlichkeiten dieser Höfe. Die Suche nach den Räumen kann mitunter ziemlich zeitaufwändig sein. Der Bauer begleitet sie passiv, aber verschmitzt lächelnd. Von allein zeigt er den Zweien nichts. An jeder Tür fragt Toni, was darin steht.

Schorsch, der Bauer, tut meist so, als wüsste er es nicht. Im Stadel gibt es mehrere Böden, die teilweise auch in die Erde eingelassen sind. Keller oder Gewölbe. Schon im ersten Gewölbe werden sie fündig. Das Gesuchte ist aber nicht dabei. Den Fund nutzt Toni jetzt erpresserisch. Er fragt Schorsch jetzt aus, ob er etwas von den Polnischen oder anderen Schmugglern weiß. Schorsch redet wie ein Buch. Monika überlegt, was davon wahr ist und was geträumt. Auf alle Fälle, könnten sie einen ganzen Schmugglerring auffliegen lassen. Dafür haben sie aber kein Interesse. Es ist nicht ihre Aufgabe. Sie erfahren trotzdem sehr viele Namen und lernen auch die Infrastruktur der vielen Schmugglergruppen kennen. Jede Gruppe schmuggelt eine andere Ware. Es gibt keine Konkurrenz.

Fortsetzung folgt

Gestern waren wir zusammen mit dem Auto im Cembra Pass. Meine Frau hat mich fotografiert. Ich habe bewusst den Hintergrund Mauer und alter Kastanienbaum gewählt. Meine Frau muss das Fotografieren noch etwas lernen. Die zwei Jahre Gefängnis ohne Arbeit und ohne jeglichen Verdienst, haben mir zwanzig Kilo Zugewicht eingebracht. Das sind in etwa 120000 Kcal zu viel an Bord. Teilen wir das durch 730 Tage, sind das pro Tag in etwa 165 Kcal zu viel. Wöllte ich die Kcal wieder abnehmen, müsste ich rund 600 Stunden Rad fahren. Das wären dann 25 Tage ohne Unterbrechung. Das ist nur ein Beispiel dafür, was uns diese unfähige (faschistische) Diktatur angetan hat. Die neuen Diktatoren kommen nicht in braunen Hemden. Sie kommen überschminkt, mit gefärbtem Haar in Strapsen und bunten Blusen:-))

Fortsetzung Die Spur


Am kommenden Tag werden die Kommissare von Emese und Oliwia besucht. Die Beiden sprechen von einer regen Nachfrage. Toni vermeidet, nachzufragen, ob die Ermittlungen Haut an Haut stattfinden. Trotzdem fragt er neugierig, wie viel Trinkgeld dabei heraus springt. In erster Linie interessiert ihn, um welche Größenordnungen es sich bei den Einnahmen handelt. Emese ist etwas schöner als Oliwia. Das ist zumindest der Eindruck Tonis. Monika hingegen, sieht Oliwia als schöner an. Beide reden von beträchtlichen Einnahmen. Daraus resultiert eine starke Nachfrage. Offensichtlich hat das Kreuze schwingen des Papstes und seiner Helfer, wenig gebracht in Südtirol. Das zumindest, entnimmt Toni den Schilderungen der Kolleginnen. Monika hört ganz interessiert zu. Sie bewundert die zwei Kolleginnen. Ermittlung im Nahkampf.

Emese glaubt, Hannes ist in dem Geschäft involviert. Sie hat bemerkt, wie er die Frauen einteilt. Außerdem reden die Mädchen davon, Hannes regelmäßig mit Naturalien bezahlt zu haben. Wie das gemeint ist, muss sich Toni nicht extra ausmalen. Er glaubt, Hannes geht nur einer Gelegenheit nach. Oliwia zerschlägt Tonis Gedankengang. Sie hat bemerkt, die Plätze in der Bar sind fest einkalkuliert. Die Bar ist deshalb gut besucht. Toni würde das als Puff bezeichnen, wenn das stimmt.

Das Gespräch dauert etwa zwei Stunden. Die Fakten sind erdrückend.

„Jetzt müsst ihr aber endlich schlafen gehen“, sagt Monika mitleidvoll. Nicht umsonst. Sie müssen heute noch auf den Reschen. Das Lager für das Diebesgut scheint gefunden zu sein. Die Proben sind ziemlich aufschlussreich. An nur drei Gebäuden, haben sie diese Proben gefunden. Praktisch haben sie vor dem Lager gestanden. Es ist ein Stall. Und der ist als das, in Benutzung.

Der Stall als Lager ist gar nicht mal dumm gewählt. Kein Mensch der Umgebung würde irgendeinen Verdacht schöpfen bei dem regem Verkehr im Umfeld des Stalles. Es braucht schon ein paar Arbeiter, welche die Tiere versorgen. Nicht mal Ausländer würden sonderlich auffallen. Generell arbeiten in der Landwirtschaft Tirols und Südtirols, sehr viele Ausländer als Knechte und Erntehelfer. Das unterschiedet die Landwirtschaft kaum von dem Touristikgewerbe. Die Gastwirtschaft als auch die Landwirtschaft als Familienunternehmen, scheint so nicht mehr zu funktionieren. Damit erhöht sich der Anteil der passiven Nutznießer dieser zwei Gewerbe erheblich.

Monika bestätigt das. Die Größe ihres Unternehmens, wäre ohne Fremdhilfe nicht leistbar. Manchmal kommt sie bei ihren Ermittlungen schwer ins Grübeln.

Fortsetzung folgt

Mezzolombardo – Blick in Richtung Trentino

Fortsetzung Die Spur


Im Meraner Büro wartet schon wieder Marco. Nach Bozen fahren sie mit dem Dienstauto. Heute stehen Vernehmungen an. Oliwia hat einige Erkenntnisse gewinnen können. Emese kann frühere Vermutungen bestätigen.

Monika und Toni gehen als Erstes in die Trentiner Straße zu Witek und Danuta. Die Zwei schlafen noch. Nach dem Klopfen stellt Toni fest, das Zimmer ist voll belegt. Vier Personen schlafen heute hier. Dem Anschein nach, hat es eine wilde Nacht gegeben. Die Unterwäsche liegt verstreut im Zimmer. Und nicht nur das. Neben dem Bett liegen benutzte Pariser. Monika zählt heimlich. Neun Stück. Sie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

„Neidisch?“, fragt Oliwia.

„Nicht beim Anblick dieses Zimmers“, antwortet Monika. Toni muss lachen. Marco fragt sich, über was die diskutieren. Er schüttelt den Kopf.

„Wer sind denn die zwei anderen Damen?“, fragt Monika.

„Liliana und Milena. Die kennen sie doch aus der Vigilstraße,“ antwortet Witek.

„Nicht persönlich“, sagt Monika.

Selbst Oliwia und Emese haben sie noch nicht kennen gelernt. Die Zwei dürfen sich natürlich nicht anmerken lassen, für wen sie arbeiten. Sie antworten auf die Fragen von Toni und Monika schnippisch und fast abweisend.

Auf die Frage, wo sie denn waren, antwortet Milena, „auf Arbeit.“

Eigentlich müsste das Monika überprüfen.

„Arbeitet ihr bei Darek und Silvio?“

„Natürlich.“

Monika notiert sich das. Sie kann sich nicht an Alle erinnern, die sie bei Silvio hat auflisten lassen.

Hannes kommt wieder vorbei. Er möchte schauen, wie die Zimmer aussehen, sagt er.

Den Zweien kommt das gerade zurecht. Sie wollen Hannes noch etwas ausquetschen.

Hannes lädt sie wieder in die Bar ein. Sie gehen mit und schon läuft die Kaffeemaschine.

„Hast du besonders rege Bewegungen in den Zimmern bemerkt?“

„Nichts.“

„Wir haben Halina und Barbara nicht getroffen.“

„Die sind, so viel ich weiß, zu Hause auf Urlaub.“

„Wann kommen sie wieder?“

„Nächste Woche, so viel ich weiß.“

„Sie sollen sich mal bei uns im Büro in Bozen melden.“

„Ich sage es ihnen.“

„Wer zahlt für gewöhnlich die Miete bei dir?“

„Die Frauen. Das macht normal Barbara.“

„Und wenn die nicht da ist?“

„Dann macht das Danuta.“

Monika möchte mit Danuta reden.

„Wieviel zahlst du Miete hier?“

„Zweihundert und achtzig“

„Für alle Frauen und alle drei Wohnungen?“

„Nein. Für eine Wohnung.“

„Wer bezahlt die anderen Wohnungen?“

„Jolka und Halina.“

„Sind die da?“

„Nein. Heute nicht. Die sind auf Arbeit.“

Emese gibt ein Zeichen. Sie kommt heute ins Büro. Ein Kollege soll sich mal als Freier ausgeben, der sie mit nach Hause nehmen will.

Marco ruft die Kollegen an, ob sie einen haben, den die Frauen nicht kennen. Der Kollege ist da und er kommt heute Abend.

Tonis Telefon klingelt. Die Auswertungen von den Proben sind da. Volltreffer.

Monika und Toni haben vor dem Lagerhaus gestanden, in dem das Diebesgut zwischen gelagert wird.

„Jetzt müssten wir uns wieder dreiteilen können“, sagt Toni.

„Können wir doch. Du, ich und Marco“, antwortet Monika.

„Das machen wir im Büro ab.“

Eigentlich ist für heute Alles gesagt. Die Kommissare gehen ins Büro und nach Hause.

Fortsetzung folgt

Pinkelpause am Molvenosee

Fortsetzung Die Spur


Darek kommt zum Tisch. Er ist etwas rot im Gesicht. Toni macht sich schon seine Gedanken.

„Die Frauen erzählen uns etwas von Partnerschaften zwischen dir und Soltan“, eröffnet Toni das Stelldichein.

„Jetzt, wo ihr Alles wisst, sage ich es euch. Wir haben uns in die Standgebühren geteilt.“

„An wen habt ihr diese Gebühren bezahlt?“

„An einen Boten.“

„Wie heißt der Bote?“

„Luca.“

„Für wen arbeitet er?“

„Das sagt er uns nicht.“

„Wie zahlt ihr die Miete bei Hannes?“

„Das machen die Mädchen selbst.“

„Gab es Streit zwischen euch und Soltan?“

„Gelegentlich. Wegen der Standplätze und Grenzen.“

„Wurdet ihr handgreiflich dabei?“

„Das war nicht nötig. Wir verstanden uns sehr gut.“

Die Befragung dauert noch eine Stunde. Darek wurde dabei nicht sonderlich nervös und bliebt relativ ruhig.

Eigentlich wissen sie jetzt Alles. Eine Frage schickt Monika hinter her.

„Was kassiert Silvio?“

Jetzt kommt Darek etwas in Stottern. Er schaut sich um.

„Zu viel.“

„Bring uns mal bitte etwas Kaffee und zwei Croissant“, beendet Toni das Treffen.

Darek springt erleichtert auf und bringt das Bestellte selbst. „Guten Appetit!“

Die Zwei Detektive wissen jetzt genug. Sie fahren zurück ins Büro.

„Marco. Wir müssen wieder nach Bozen. Am besten, abends.“

Marco ist hocherfreut über den Bericht.

„Ich glaube, Hannes und Silvio hängen da tief drin.“

„Das ist auch unser Eindruck“, antwortet Monika. „Wir müssen bei den Frauen etwas intensiver nachhaken.“

„Das lassen wir teilweise Oliwia und Emese tun. Die sind mittlerweile etwas warm geworden mit ihren Kolleginnen.“

Die Auswertung geht bis spät in den Abend. Veronika hat Matteo schon zu Bett gebracht und kommt ins Büro.

„Wir gehen Essen heute Abend“, befielt sie.

Monika läuft als Erste zu Veronika und beruhigt sie etwas.

Jetzt, wo das Veronika so druckvoll sagt, bekommt Toni einen Appetit auf Haxe oder Rippele. Monika auch, sagt sie. Marco lässt sich nicht lange Betteln. Sie gehen zum Ochsen in die Stadt.

Es wird sehr spät und Toni kann nicht mehr mit dem Motorrad fahren. Marco ruft die Kollegen von der Stadtpolizei an und fragt, ob sie als Taxi arbeiten können. Die haben nichts gegen eine Kontrollfahrt ins Nächtliche.

Auf der Hütte reicht die Lust und Zeit nur noch für eine Schüssel mit warmem Wasser. Katzenwäsche ist angesagt. Monika wäscht Toni und Toni, mit erregtem Vergnügen, Monika.

Die Drei wollen sich heute etwas später treffen. Das gibt Toni und Monika die Zeit, etwas ausgedehnter zu frühstücken. Zum Glück fahren sie heute nicht mit dem Motorrad. Das Wetter ist sehr bescheiden. Es gibt einen Temperatursturz. Beim Hinausschauen glaubt Monika, Schneeflocken gesehen zu haben.

Tatsächlich. Es hat etwas Schnee gegeben. In der Vinschger Bahn wird der Platz zusehends knapper. Die Zweiradfahrer bevorzugen bei diesem Wetter das Auto und die Bahn. Der Blick von der Seilbahn hinab auf die Vinschger Straße, zeigt Toni einen enormen Stau. Wie scheint, ist ab Naturns, Schrittgeschwindigkeit angesagt. Die Zwei freuen sich, die Bahn gewählt zu haben.

In Meran suchen sie ihren Anschluss. Der Stadtbus bringt sie bis fast vor die Haustür des Büros. Zu den üblichen Bürozeiten ist die Verbindung kein Problem. Aber wehe, sie müssten früher oder später fahren. Bei ihren variablen Arbeitszeiten kommen sie selten in den Genuss einer gängigen Verbindung. Genau deshalb fährt Toni mit dem Motorrad zur Arbeit.

Fortsetzung folgt

Kleine Ausfahrt an den Garda am 081121 – Limone

Fortsetzung Die Spur


Nach Kurzras fahren die Zwei mit dem Motorrad. Am Morgen ist es eiskalt. Viele Stellen sind gefroren. Die kleinen Rutscher manövriert Toni locker aus. Monika fühlt sich trotzdem sicher hinter ihm. Sie umschlingt Toni ganz eng. Man könnte denken, auf dem Motorrad sitzt eine Person.

Am Morgen ist sehr viel Betrieb auf den Parkplätzen in Kurzras. Das Personal der Gletscherbahn bereitet sich gerade für die Auffahrt vor. Im Restaurant gegenüber ist vor dem Tresen kein Platz frei. Im Wintergarten sitzen schon Skiläufer. Auf einigen Parkplätzen stehen Campingautos mit Italienischem Kennzeichen. Sogar Deutsche sind dabei.

Silvio ist noch nicht im Büro. Aber eine Rezeptionistin ist anwesend.

„Silvio ist noch beim Frühstück“, sagt sie und zeigt auf den Frühstücksraum. Am Tisch von Silvio sitzen zwei junge Frauen.

„Hotelchef ist ein schöner Beruf“, stöhnt Toni.

„Nehm dich zusammen“, faucht Monika und zwickt ihm mit den Fingernägeln in den Hintern.

„Das gibt blaue Flecken“, flüstert er zurück.

Die Frauen kennen die Zwei. Sie stehen sofort auf und gehen nach der Begrüßung.

„Arbeitest du gerade an unbegrenzten Verträgen?“, fragt Toni. Silvio lacht.

„Kannst du schon polnisch?“, schiebt Toni nach.

„Hier brauche ich eher Slowakisch“, antwortet Silvio.

„Wir müssen Darek und einige seiner Kollegen und Kolleginnen befragen. Es gibt ein paar offene Ungereimtheiten.“

„Das dauert etwas. Nehmt euch inzwischen etwas vom Buffet. Kaffee ist auch dort.“

„Wenn alle Fälle in Hotels wären, könnten wir uns das Frühstück sparen“, sagt Monika.

„Gegen unser Frühstück in Aschbach ist das hier eher zweite Wahl.“

Beide lachen.

Darek kommt wie zum letzten Mal, etwas später. Toni ist das recht. Er möchte zuerst die Frauen befragen.

Bei der Befragung kommt heraus, sie gehen alle nach Bozen. Dazu erfahren sie, Petr ist wie Darek, auch eine Art Chef. Zuhälter wollen sie jetzt nicht sagen. Trotzdem organisiert er deren Einsätze fleißig mit. Monika fragt sich langsam, wer denn die ungarischen Kolleginnen betreut. Sie steht auf, geht zu Silvio und fragt, ob es einen ungarischen Kollegen gibt.

„Ja. Einen. Den schicke ich dann mit vorbei.“

Die Befragung der Frauen dauert ziemlich lange. Ferenc, der Ungar, kommt im Anschluss an die Befragung der Frauen. Sie haben ihn raus geschickt.

Bei dem Gespräch kommt heraus, Ferenc ist der Mittelsmann, der traditionell die Weisungen von Silvio übersetzt. Damit ist er praktisch ein Hauptmann. Eine zentrale Figur.

Wie bei den Polen und den Slowaken, gehen alle Landsleute zu ihm, um sich zu erkundigen. Bis zu seinem Tod, war das Soltan. Dadurch entwickeln sich ganz spezielle Beziehungen. In wieweit die von den Hauptmännern erpresserisch genutzt werden, können Monika und Toni jetzt nicht klären. Das Schweigen in der jeweiligen Gruppe ist sehr ausgeprägt. Bei der Befragung ergibt sich, alle Hauptmänner organisieren den zusätzlichen Dienst am Straßenrand. Der Gedanke kommt auf, der Tod Soltans könnte etwas mit Konkurrenzkampf zu tun haben.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur


„Gehen wir noch ins Gardaland?“, fragt Veronika, Marco.

„Vielleicht ist es schon zu spät. Frag mal Matteo, ob er noch Lust dazu hat.“

Matteo gähnt schon. Die Frage erübrigt sich. Immerhin fahren sie fast zwei Stunden nach Hause.

„Dann gehen wir eben noch etwas spazieren in den Gassen.“

Selbst da entdecken sie Kolleginnen von Darek und seinen Freunden.

„Wir müssen mal schauen, mit welchen Autos sie hier her gefahren sind“, sagt Toni.

Draußen auf dem Parkplatz gehen sie die Parkreihen ab und finden kein Auto mit Polnischem Kennzeichen.

„Die sind mit Italienischen Targas unterwegs“, sagt Marco.

„Vielleicht gibt es bereits Polnische Migranten, die hier ihren Wohnsitz haben“, antwortet Toni. „Es könnten auch Ungarn oder Slowaken sein.“

„Wir müssen das überprüfen. Eigentlich reicht für die Anmeldung auch ein Zweitwohnsitz.“

Die Heimfahrt findet gerade im Arbeiterverkehr statt. Toni wollte das eigentlich vermeiden. Das ist eine unglaubliche Hackerei bis zur Autobahnauffahrt in Affi. Gas – Bremse, und das bis zur Auffahrt. Sie nehmen die Umfahrung ab Peschiera del Garda. Ab da geht es etwas gemütlicher.

Sie fahren noch einmal in Bozen vorbei. Oliwia und Emese haben sich schon fertig gemacht. Marco tropft der Zahn bei ihrem Anblick. Veronika gibt ihm einen Klatsch auf den Hinterkopf. Das scheint kurzzeitig zu wirken.

„Morgen treffen wir uns“, sagt er kleinlaut zu den zwei Kolleginnen.

„Wir haben viel Neues zu berichten“, sagt Emese.

„Für die Seilbahn ist es jetzt zu spät“, sagt Toni. „Wir müssen mit dem Auto hoch fahren.“

„Ich fahre euch bis zum Büro. Dort nimmst du den Dienstwagen.“

Marco gibt ihm den Schlüssel. Veronika und Matteo wollen mit fahren bis ins Büro. Als sie ankommen, nimmt Monika die Autoschlüssel. „Ich kann mit dem Auto besser umgehen als du.“

„Du bist aber auch eine Ausnahme“, antwortet Toni.

Monika gibt vor jeder verdeckten Kurve eine Lichthupe. Gegenverkehr treffen sie nur einen. Ihren Nachbarn. Er grüßt freundlich.

An der Hütte hängt wieder ein Beutel mit Brot. In dem Beutel ist auch ein Stück frisch geräucherter Panchetta. Monika tropft der Zahn. Der Panchetta ist wirklich mit Salz getrocknet und nicht mit Pökelsalz eingerieben. Dadurch wird auch der Speck bedeutend bekömmlicher auf frischem Brot.

„Du könntest auch mal etwas Trockenfleisch machen“, sagt sie zu Toni.

„Ich glaube, das kannst du besser“, antwortet er.

„Lukas hat eine feine Gewürzmischung“, sagt Monika.

„Morgen sind wir in Kurzras. Darek muss noch etwas klar stellen.“

„Da fahre ich mit.“

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Die Spur


„Die fahren auch unter der Woche an den Garda. Jetzt wissen wir, für was die so viele Transporter benötigen“, sagt er zu Marco.

„Wir könnten jetzt noch nachsehen, ob sie nur hier arbeiten oder auch noch an anderen Orten“, antwortet Marco. „Aber das ist nicht unser Fall.“

„Stimmt genau. Nur; wir müssen wissen, ob sie auch einen Straßenhandel betreiben“, sagt Toni dazu.

„Das bekomme ich einfach heraus. Den müssen sie anmelden. Schwarz stünden sie hier keine Stunde.“

Marco schickt Veronika vor und will sie fragen lassen, ob es die Damen auch mit Frauen treiben und was das kostet. Er will sich in etwa eine Vorstellung machen, was die Kellnerinnen, Zimmermädchen und Putzfrauen nebenbei verdienen. Eigentlich könnten ihm das auch die zwei Kolleginnen aus Ungarn und Polen bestätigen. Veronika lacht, als er ihr sein Anliegen vorträgt. „Du geiler Sack“, hat sie gezischt.

Marco wird sofort knall rot bei der Antwort.

„Lass es sein“, tröstet ihn Toni. „Du bist Kriminaler und kein Steuerfahnder.“

Marco rennt gleich los zum Eisstand und holt sich ein Sortiment von zehn Kugeln. Der Eisverkäufer gibt ihm extra einen großen Löffel dazu. Alle gehen ans Wasser und setzen sich auf eine Bank. Der Blick über den See wirkt sehr beruhigend.

„Essen gehen brauchen wir heute nicht mehr“, sagt Veronika. „Bei den Eismengen.“

Gleich um die Ecke gibt es einen Imbissbetrieb, der sehr große, gut belegte Panini verkauft. Veronika geht mit Matteo, Panini kaufen.

„Willst du auch eins“, fragt sie Toni.

„Monika geht mit Dir“, antwortet Toni.

Die zwei Frauen und Matteo begeben sich ins Gewühl. Vor den Imbissständen ist relativ wenig Betrieb. Sie müssen nicht lange warten.

Die zwei Kommissare unterhalten sich derweil über den Strich und die Damen.

„Die Damen stehen abwechselnd mal Hier und mal Da“, sagt Toni. „Das braucht schon eine ganz schöne Logistik.“

„Das Diebesgut lässt sich so in kleinen Chargen verkaufen“, antwortet Marco.

Darüber hatte Toni noch gar nicht so nach gedacht.

„Die nehmen also normale PKW für den Schmuggel und den Handel. Trotzdem muss das Jemand koordinieren.“

„Ich denke, das macht Darek“, sagt Marco.

„Wir müssen auch sein Handy und seinen Computer inspizieren.“

„Morgen sind wir bei Silvio in Kurzras.“

„Wird dir nicht schlecht bei den Eismassen?“

„Naja. So langsam friere ich.“

„Wir haben keine Heizdecke im Auto.“

„Dafür könnte mich ja Monika etwas aufwärmen.“

„Das würdest du nicht überleben. Die Südtiroler Frauen vom Lande überlebt kein Italienischer Mann aus der Stadt.“

„Sei dir da mal nicht so sicher.“

„Großmaul.“

Beide lachen laut und Monika fragt sie, warum sie lachen. Die Augenzeichen von Toni verraten ihr Alles. Monika und Veronika nehmen Marco in die Mitte.

„Ist dein Kopf heute frei geworden?“, fragt Veronika.

Monika muss laut lachen.

„Marco hat heute keine Kopfschmerzen. Dafür hat er Bauchschmerzen.“

„…und Rückenschmerzen“, fügt Marco lachend hinzu.

„Matteo. Willst du heute bei Mama und Papa mit schlafen?“

„Nein. Du schnarchst mir zu laut.“

Veronika wird rot. Marco lacht.

Fortsetzung folgt

eine kleine Schneerunde gestern – Blick vom Lavazze

Fortsetzung Die Spur


Natürlich versuchen sie, die Betreiber etwas auszufragen. Die Betreiber sind Pächter aus dem Iran. Der Chef ist sehr offen und freundlich. Von den angesprochenen Leuten weiß er, direkt, Nichts zu berichten. Ihm sind aber größere Gruppen mit Überführungskennzeichen aufgefallen. In diesem Bereich wäre das aber nichts Außergewöhnliches.

Auch nicht, wenn die Fahrer, keine Italiener, Südtiroler oder Österreicher sind. Dagegen bemerkt er oft Fahrer in ungewöhnlichen Autos, die ihm etwas zu überheblich vorkommen. Die vielen Motorradfahrer wären erheblich freundlicher. „Liegt das hier an der Luft“, fragt er Toni.

„Da bin ich mir sicher. In einem Auto ersticke ich. Die Autofahrer sitzen in einem eigenen Raum. Und das macht eigenartig.“

Die Gespräch dauert weit über zwei Stunden. Die Frau des Wirtes setzt laufend Getränke und Kaffee nach. Als die Zwei bezahlen wollen, gibt er einen Wink mit der Hand. Die Wirtin dreht umgehend ab.

Toni legt den Mädchen am Tresen ein Trinkgeld hin. Sie bedanken sich herzlich und verbeugen sich.

Monika ist begeistert von dem Betrieb.

Nach dem Ausflug fahren die Zwei nicht ins Büro. Das wäre auch zu spät. Sie fahren direkt zu ihrer Hütte. An der Tür hängt wieder frisches Brot und ein paar Kaminwurzen. Die riechen nach frischem Rauch.

Monika schaltet als Erstes die Wasserheizung ein.
„Duschen wir gleich zusammen?“

„Aber sicher“, ruft Toni. Er hält die Kaminwurzen zur Hälfte in der Hand und wedelt mit ihr. Toni sucht auf dem Computer einen schönen Film für den Abend.

Marco wartet schon im Büro auf die Zwei. Er hat ganz früh angefangen. Am Nachmittag möchte Matteo mal nach Sirmeone ins Gardaland. Veronika konnte nicht Nein sagen. Irgendwie kommt das Marco gelegen. Er wollte so und so einmal den Strich abfahren.

„Machen wir das als Dienstreise“, fragt Veronika.

„Aber sicher! Die Schulen und Kindergärten arbeiten jetzt nicht mehr. Also, muss ich mein Kind mitnehmen zur Arbeit.“

„Und die Frau? Soll die zu Hause bleiben?“

„Du bist die Aufsichtsperson für mein Kind.“

Veronica gibt Marco einen Kuss.

Monika und Toni würden gern mit fahren. Ein kleiner Dienstausflug ist nicht zu verachten. Zumal Toni gern mal ein Eis bei Caesare essen würde. Marco fühlt sich gleich angestochen von Tonis Appetit auf Eis. Von den fünfzig Sorten wird ihm doch sicher eine wilde Kostprobe gut tun.

Nach einiger Büroarbeit, der Auswertung von den Befragungen, ist es so weit. In einer Stunde wollen sie schon am Wasser stehen. Auf dem Parkplatz vor dem Eingangsportal zu Sirmeone ist noch recht viel Verkehr. Eine Seite steht voller Busse. Die Fünf machen sich auf recht viel Gedränge gefasst. Marco verabschiedet sich schon am Tor. Toni fragt ihn, ob er mitkommen soll. Schließlich kennen Toni und Monika schon einige Damen. Marco begrüßt den Vorschlag. Veronika kann mit Matteo allein Eis essen gehen.

Schon nach einigen Metern auf der Promenade, treffen die Drei, ihnen bekannte Gesichter. Die Erkannten tun so, als würden sie spazieren gehen. Das ist eigentlich das, was sie sehen wollten. Toni freut sich, doch noch an die Eistheke zu kommen.

Fortsetzung folgt

Ledro