Pfannenstrudel


Der Pfannenstrudel ist für unsere Mitbürger interessant, die eben keinen Backofen haben oder sich die dafür benötigte Energie nicht leisten können. 

Strudel werden entweder aus Blätterteig, Hefeteig oder Mürbeteig gefertigt. Als Neusüdtiroler bevorzuge ich natürlich Mürbeteig.

Mürbeteig ist eigentlich eine recht einfache Übung. Bei mir zu Hause ist der in fünf Minuten fertig. Mit Öl geht es noch schneller als mit Butter. Die müssen wir erst zerlaufen lassen.

Eine Methode ist, den Mürbeteig im Kutter herzustellen.

In den Kutter gebe ich Butter, Staubzucker, Mehl und Gewürze wie Vanille und Zitronenschale im Verhältnis 1:1:1. Mürbeteig ist ein Teig, der klassisch, 1:2:3 verarbeitet wird. Wobei 1- das Fett, 2 – der Zucker und 3 – das Mehl ist. Selbst vom Mürbeteig gibt es wieder Unterarten, zum Beispiel für Streusel. Ein Ei lockert oder versteift den Teig. Wir geben in unseren Mürbeteig, wegen der kleinen Menge, nur das Eigelb. Das macht den Teig samtig.

Den Ansatz lassen wir so lange drehen, bis sich ein Teig bildet, indem sich die Butter auflöst. Das dauert nicht lange. Jetzt geben wir Mehl hinzu, und zwar so lange, bis sich der Teig vom Gefäß löst.

Diesen Teig drücken wir jetzt in eine Pfanne, die wir wie ein Backblech, leicht gefettet haben.

Die Äpfel, in unserem Fall, Südtiroler, schälen wir und reiben sie mit einer Scheibenreibe (für Gurken- oder Krautsalat z.B.) in Scheiben. Das Kerngehäuse müssen wir nicht umstandlich rauspopeln. Wir reiben einfach Außen herum. Die Scheiben geben wir in eine Schüssel. Nach klassischem Rezept müssen jetzt süße Brösel eingearbeitet werden. Die haben wir zu Hause als Keks, Waffel, Zwieback oder Rührkuchen. Das Zerkleinern dieser Zutaten übernimmt wieder der Kutter.

Etwas Zimt und Nelke darf nicht fehlen. Gewürze nehmen Haushalte am besten in Pulverform. Kaufen können wir sie ganz, aber mahlen tun wir uns das zu Hause. Ich nehme dafür eine Kaffeemühle. Das ist sozusagen, unser kleinster Kutter mit den höchsten Umdrehungen.

Bei manchen Äpfeln ist Zitrone nötig, bei wieder anderen, Zucker. Wir vermischen mit der Hand unter leichtem Druck die Äpfel mit den Zutaten.

Die fertige Fülle setzen wir in die Mitte des ausgelegten Teiges in der Pfanne. Jetzt schlagen wir die zwei Seiten um die Fülle zusammen, lackieren den Strudel mit dem Eiweis und geben etwas Staubzucker darauf. Das ist für die Colore:-))

Wir möchten, dass der Strudel recht zügig fertig wird. Also, drücken wir vor dem Lackieren mit der Hand auf den Strudel, um ihn etwas flacher zu

bekommen. Gebacken wird bei kleinster Hitze. Der Strudel dürfte in etwa 20-25 Minuten fertig sein.

Bisweilen gibt es Einlegegitter für Pfannen und Töpfe. Wer sich also nicht traut, den Strudel auch mal zu wenden, kann sich eventuell mit so einem Gitterchen helfen. Ansonsten hat der Handel heute Silikonmatten, die wir gefaltet unterlegen könnten. Backpapier ist auch Silikon. Das würde ich auch nur gefaltet unterlegen.

Es gibt schnellere Methoden. Über die schreibe ich ein anderes Mal. Bei diesen Methoden müssen Sie sich von der klassischen Zubereitung etwas verabschieden. Wir würden die Ergebnisse eher als Taschen, Ministrudel oder Riesenschlutzer beschreiben.

Auf Griddleplatten habe ich die Strudel im a la minute – Geschäft gefertigt.

Die Vanillesauce dazu geht noch schneller. Vanille habe ich zu Hause grundsätzlich schon als Sirup. Ich nehme nur echte Vanille. Etwas Schlagsahne steif schlagen, ein Eigelb zu geben und das Ganze mit etwas Vanillesirup würzen. Fertig:-)

Warm geht es genau so schnell. Die Sahne mit den Gewürzen erhitzen (nicht kochen) und mit ein – zwei Eigelb glatt rühren. Beim glatt Rühren darf die Sauce leicht an den Kochpunkt kommen. Sobald sich die Sauce versteift, ist sie fertig.

Herzlichen Dank an meine Leser


Am vergagenem Wochende inklusive Heute, durfte ich einen neuen Rekord meiner Besucherzahlen registrieren. Wie Ihr wisst, betreibe ich zwei Blögge. Der Blog auf WordPress wird mein Bücherverkaufsstand und auch ein politisches Journal mit internationalen Themen aus der Sicht eines Arbeiters mit kommunistischer Erziehung. Wir haben um die zweihundert Besucher an einem Tag registriert. Und das führt bei mir zu einer Art – Euphorie. 

Gelegentlich berichte ich von den gesellschaftlichen Fortschritten unserer Genossen weltweit als auch von deren zeitweisen Niederlagen. Sobald es national ist und uns direkt betrifft, finden wir die Beiträge auch auf meinem Südtiroler Portal, das bei Konverto gehostet ist. Danke hierfür an Konverto, früher ROL.

Bücher, die ich über Amazon und BoD vertreibe, werde ich auch hier im Buchladen führen. Dazu werde ich die Händler aufzeigen, die meine Bücher mit führen und von mir beliefert werden. Bisher habe ich das im Eigenverlag getan. Deswegen bemühe ich mich, meinen Verlag als Kleinstbetrieb zu etablieren. Unsere Gewerkschaft, die CISL, hilft mir bei meinem Anliegen. Dank an die Genossen.

Gelegentlich werde ich diverse Parkplätze aufsuchen und unter Ihren Scheibenwischern ein Kärtchen meiner Blogs platzieren. Ich bitte Sie um Nachsicht. „Arme Hunde“ haben kaum eine andere Möglichkeit der Werbung. Ich bitte Sie, die Kärtchen nicht im öffentlichen Raum zu entsorgen; auch, wenn Sie Wut über mich und diese Aktion empfinden. In erster Linie helfen Sie damit Konverto mit Klickzahlen auf der einen Seite und mir beim Vertrieb meiner Bücher. Auf meinem Konvertoblog ist es mir nicht möglich, Werbung zu platzieren. Das mache ich ausschließlich bei WordPress. Dort kann ich das direkt abrechnen. 

Der Direktverkauf hier auf meinem Hauptblog bei Konverto für uns Südtiroler, erfordert ein paar mehr Schritte der Bestellung und Abrechnung als bei WordPress. Zunächst ist die jeweilige Seite direkt aufzurufen, indem Sie den Beitrag anklicken. Dann sehen Sie die Kommentarspalte und können dort direkt bei mir bestellen. Sie müssen ihre Adresse eingeben. Kommentare muss ich nicht frei schalten. Das heißt, es bleibt unter uns. Sie bekommen dann von mir die Kontoverbindung, die Sie auf Ihre Art bedienen können. Wohnen Sie in der Nähe von Partschins/Naturns und Meran, bringe ich Ihnen das Buch/die Bücher persönlich. Natürlich signiert und bereit, Ihre Fragen zu beantworten.

Soviel ich bisher heraus bekommen habe, beträgt die Zustellungsgebühr für ein Buch im Land um die 1,50€. Ich werde das an mir noch testen. Die Verpackung wird mir von Bizay angeboten und kostet in etwa 50 Cent. 

Bleiben Sie mir gewogen. Im kommenden Monat werde ich Ihnen „Die Saisonpause“ als Novelle liefern. Darin erfahren Sie, wie Saisonkräfte ihren Urlaub verbringen. In diesem Jahr kommt der Erste Monat „Der Saisonkoch – Sommersaison“ (das ist rein Südtirolerisch) und ganz sicher noch zwei Krimis. Joana 2, mein Liebesroman für einsame Herzen, schafft es sicher noch bis Weihnachten. Darin entführe ich die einsamen Herzen nach Griechenland, nach Süditalien, nach Nordafrika, nach Östereich und in die Schweiz.

Ich muss jetzt etwas an meinem Computer tun. Die Tasten scheinen etwas zu hängen oder meine Finger sind zu faul. Laufend habe ich einen Buchstaben in einer Dreier- bis Fünferfolge.

Heute möchte Joana mit mir eine kleine Motorradausfahrt unternehmen. Etwas Vergnügen haben wir uns schon verdient, denke ich.

Schauen wir mal zum Rollepass

Ein wirklich kleiner Tipp zu meinen Eintöpfen


Bekanntlich sind viele Deutsche, Deutschstämmige, Franzosen und auch die Genießer unter uns, Saucenfans. Der Grundansatz für eine wirklich wohlschmeckende Sauce wird bei einem Eintopfgericht ohne jegliche Extrazutaten, besonders gut erfüllt. Die artgerechte Vielfalt der Zutaten. Nur, die Bindung fehlt.

Und genau ab dem Punkt, wird aus einem Eintopf- bisweilen ein Zweitopfgericht. Die Brühe (in der Fachsprache- Jus oder in den Alpen-Säftl) gießen wir jetzt über die Kante in ein zweites Gefäß. Die Brühe binden wir dann.

Die Methoden:

1- Wir binden ganz einfach mit einer Mehlschwitze (in der Fachsprache – Roux)

2- Wir binden mit einem Dunst (das ist doppelgriffiges Mehl aus Mais, Reis, Weizen usw.)

Diese Methoden erfordern ein aufkochen und Nachziehen

3- Wir binden mit Kartoffelflocken (bekannt als Püreezubereitung-ohne Milchzusatz)

4- Wir pürieren Bestandteile des Eintopfes und rühren das zurück

Sobald wir dem Eintopf, Sättigungsbeilagen wie Reis, Nudeln, Kartoffeln usw. zu gegeben haben und die zusammen mit dem Fleisch, Fisch usw. gebraten und gekocht haben, haben wir auch die passende Sauce in dem Saft. Bisweilen können wir auch mit Gewürzzugaben, den Geschmack noch etwas beeinflussen. Dieser Püreezubereitung können wir geschmacksgebende Pürees in Form von Wurzelgemüse, Pilzen usw. zusetzen. Das geht auch mit einer Frischezugabe. Zu beachten ist dabei, sobald diese Frischezugabe zugesetzt wird, ist der unmittelbare Verzehr, Pflicht. Das läßt sich einfach nicht lagern oder aufbewahren. Sollte die Sauce oder das Gericht mit Frischeanteil nicht aufgebraucht werden, muss Alles zusammen, noch einmal aufkochen. Dafür eignet sich bei kleineren Mengen auch eine Mikrowelle (abdecken nicht vergessen bitte).

Leseprobe Der Saisonkoch – Zweiter Monat


Tag 36

Es ist Samstag und wir wecken nicht durch den Wecker auf, sondern vom Lärm am Hotel. Ein Bus mit relativ jungen Leuten ist angekommen. Mit dem Blick aus dem Fenster, sehen wir, es sind holländische Gäste. Wir hören Dursun, wie er „Pst“ zischt und sehen ihn danach heftig gestikulieren. Wahrscheinlich hat Alfred die Personalzimmer bewusst so platziert, dass wir mit unseren Gästeanreisen aufwecken. Ich glaube, Alfred hat diese Gäste schon gestern Abend erwartet. Aus dem Grund steht Dursun auch schon in der Tür. Die Anreisenden hätten sonst läuten und etwas warten müssen. Es kann auch sein, der Busfahrer hat wie üblich, schon vorher angerufen.

Von den Anreisenden macht keiner irgendwelche Anstalten, Türen und Behälter, leise zu betätigen. Im Gegenteil. Wir hören jedes Wort und jede Handlung. Am lautesten gehen sie mit den Skiern und den Taschen um. Bei Einigen denke ich, sie sind schon in Skischuhen ankommen. Sie trampeln laut. Schlagbohrmaschinen klängen dagegen wie Haarföne. Joana und ihre Kolleginnen werden sich über den Zustand des Foyers freuen. Eigentlich führt Dursun die Skigäste direkt in den Skiraum. Dort können sie die Ski, Skischuhe und die gesamte Skiausrüstung deponieren. Offensichtlich gibt es so viele Diebstähle bei den restlos, ehrlichen Westeuropäern untereinander, dass sich Keiner dieser Anreisevariante bedient. Dursun soll ihnen Alles auf die Zimmer schleppen. Marlies wird für Dursun heute ein Extrafrühstück vorhalten müssen.

Wir trinken gemeinsam Kaffee und erzählen uns, was wir so am Vortag erlebt haben.

Köche sind im Allgemeinen, ziemlich viel gewöhnt. Aber es sind Schilderungen Joanas dabei, die selbst mir den Kaffeegeschmack verderben können. Ein Bad war bis an die Decke mit Dünnschiss bespritzt, ein anderes, mit Kotze verstopft und in einem Zimmer, waren selbst die Betten mit diesen Garnituren versehen. Manchmal denke ich mir, selbst Krankenhäuser können, kein, so ein Aufkommen an Stuhl – und Magenproben aufweisen wie Hotels. Man könnte fast davon ausgehen, die gesunden Menschen liegen im Krankenhaus und die kranken, im Hotel. Unsereiner würde sich zu Tode schämen, so ein Zimmer zu hinterlassen. Ahu hat Joana gestern erzählt, sie musste ein Zimmer putzen, welches von einem Hund oder soll ich Kalb sagen, vollgeschissen wurde. Offensichtlich hat dieser Riesenhund auch noch im Bett geschlafen und von hübschen Hündinnen geträumt. Ein menschlicher Mitbewohner war jedenfalls nicht anwesend in dem freien Bettplatz. Ich wüsste jedenfalls kein Beispiel, bei dem ein DDR – Urlauber, jemals so ein Zimmer hinterlassen hätte. Nicht mal unsere Bauarbeiter waren zu solchen Zimmerhinterlassenschaften fähig, wenn sie am Abend davor ein Saufgelage abgehalten hatten. Offensichtlich ist in der neuen kapitalistischen Gesellschaft die Hemmschwelle soweit gesunken, dass sich selbst Tiere eher schämen als unsere Mitbürger. Anders, jedenfalls, kann ich mir das nicht erklären.

Joana war etwas spazieren bei uns

Leseprobe Der Saisonkoch – Zweiter Monat


Tag 35

Unser Morgen beginnt mit einem, in letzter Zeit, etwas ungewohntem Ritual. Wir sind weit vor dem Weckruf aufgewacht und haben uns die Freizeit mit Genitalspielereien verkürzt. Wir trinken auch unseren Kaffee zusammen. Von Müdigkeit – keine Spur. Unsere Gespräche drehen sich nicht um eklige Bäder und Zimmer. Auch nicht um Einzelpersonen, deren Hinterlassenschaften und Gewohnheiten. Dieser Morgen dient der reinen Entspannung nach den Feiertagen. Generell dürfen wir von einer Art Befreiung sprechen, wenn der sechste Januar geschafft ist. Bis dahin reden wir von Feiertagsdruck. Neuerdings wird das als Stress bezeichnet, was eigentlich nur die Kollegen trifft, die fachlich wenig vorbereitet sind. Wir schauen uns noch den Anfang von einem Film gemeinsam an, „The Guard“, ein Lieblingsfilm Joanas, bei dem sich unsere Stimmung noch zusätzlich hebt. Joana geht schon ins Bad. Langsam wird es Zeit, zur Arbeit zu gehen.

Heute ist Freitag und freitags ist immer mit einem besonders frühem Ansturm zu rechnen. Ich werde sechs Uhr losfahren. Eigentlich wäre heute, Pünktlichkeit nicht so wichtig, aber ich will meinem Ruf nicht schaden. Auf dem Rückweg könnte ich ja noch bei zwei Gastbetrieben vorbei schauen, bei denen ich mich beworben habe. Vielleicht benötigen sie noch einen Koch. Es ist eine recht gutgehende Restauration dabei als auch ein Tanzbetrieb. Letzteres interessiert mich etwas weniger, weil ich dann ausnahmslos, abends arbeiten müsste und meine Joana nicht treffen würde. Joana würde keine Nacht mehr ruhig schlafen und sich permanent Sorgen machen.

Das Theater geht schon im Ort los. Die Abreisenden haben sich die Autos untereinander beschädigt und jetzt streiten sie lautstark auf dem Parkplatz rum. Ich höre Deutsch und Holländisch. Es fehlt nur noch, dass die sich schlagen. Je höher die Schulden, desto verbitterter der Streit. Mir fällt ein Film ein; Al Bundy, glaub ich, in dem es sich zwei Familien nach einem Unfall in einem Stau, richtig gaben. So in etwa, spielte sich dieser Streit ab.

Auf dem Weg in die Viadukte des Reschen in Richtung Pfunds, darf ich schon den zweiten Unfall bewundern. Ein Ausrutscher der feinsten Sorte. Selbst das Geländer hat der vollbeladene Dreitonnen – SUV raus gerissen. Der ganze Kram und selbst der, vom Buffet mitgenommene Reiseproviant, lagen am Rand und auf der Straße verstreut. Tja, Traktor fahren will gelernt sein. Der Fahrer will mich anhalten und ich solle ihm einen Abschleppdienst anrufen. Ich sage ihm, ich muss auf Arbeit und für seinen Kram habe ich keine Zeit. „Sie haben Urlaub und damit Zeit; ich nicht!“

„Wieder so ein Ostdeutscher. Die sind überall!“

„Wegen ihnen“, antworte ich dem Troll.

Seine Frau steht in Pelz und Pantalons mit hohen Stiefeln im Schnee. Sie kreischt irgendetwas, das ich nicht verstehen kann. In dem Aufzug, hätte ich die Dame eher am Straßenrand in einer Großstadt gesucht, aber sicher nicht in einer Schneewehe. Obwohl; der Straßenrand passt schon. Unsere Fernfahrer aus dem Osten, würden sich schon freuen.

Bis Prutz geht es ziemlich zügig und ab da, wird der Verkehr ziemlich dick.

Leseprobe Der Saisonkoch – Zweiter Monat


Die Flüge in und von diesem Urlaub waren vergleichbar mit Gefängnistransporten, so eng saßen wir. Zehn Stunden voller Qualen für ein paar Tage Urlaub in Westkultur. Wir hatten uns vorgenommen, das nie wieder zu tun.

Insgesamt war der Urlaub vor Ort recht nett. Der schlimmste Eindruck für uns war das direkte Kennenlernen der anderen Deutschen samt ihren Kontrollorganen auf den Flugplätzen. Die unglaubliche Überheblichkeit, gepaart mit einer Dummheit, die uns so – fremd ist. Wir bekamen das auch umgehend gesagt von unseren Gastgebern. Sie meinen, wir DDR – Bürger wären wesentlich zugänglicher und freundlicher als die Westdeutschen. Alfred und Marco aus Nauders bestätigen uns das immer aufs Neue.

Kaum sind wir da, begrüßt uns schon Dursun mit „Gesundes Neues Jahr, Ihr Beiden!“

„Gleichfalls; auch Deiner Familie, Dursun.“

„Danke. Wie war de Feier?“

„Beschissen, wie immer.“

„Haschte ni gefeiert?“

„Wir feiern das ni, Dursun.“

„Ah, okay; alles kloar.“

Marlies rennt gerade bei ihrem Frühstücksservice. „Guten Morgen“, kommt ihr gerade so über die Lippen und schon ist sie weg. Ihr Neujahrsmorgen ist praktisch schon der erste Dauerlauf im Neuen Jahr. An Feiertagen hat sie etwas mehr zu tun, weil sie die Brötchen und Backwaren selbst aufbacken muss. Marco bezieht sie als Gefriersortiment. Die gefrorenen Teiglinge sind etwas angebacken und müssen noch, rund fünfzehn Minuten lang, fertig gebacken werden. Die Methode hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt und sie entlastet auch etwas die örtlichen Bäckereien. Marlies kommt zurück und wünscht uns ein Gesundes Neues Jahr, was wir ihr natürlich auch wünschen. Marco ist noch nicht da und wir beschließen, nach einem Schluck Kaffee, ins Zimmer zu gehen. Im Foyer herrscht, bis auf ein paar Frühstücksgäste, Totenstille.

Unser Zimmer ist recht warm aber riecht etwas muffig. Joana öffnet kurz das Fenster zum Lüften und geht schon mal ins Bad, sich frisch machen.

„Willst Du glei los machen?“

„Ja. Nach’m duschen.“

„Ich schmeiß mich noch ne Stunde hin.“

„Stell Dir ’n Wecker.“

Joana ist schon wieder im Arbeitstrance. Die Zimmermädchen haben im Neuen Jahr ganz sicher reichlich zu tun. Und das beschäftigt sie natürlich schon jetzt. Neben der Zimmer- und Badwäsche mit den entsprechenden Spuren, ist auch die Tisch- und Küchenwäsche fällig. Vom Haus und den Toiletten möchte ich nicht schweigen. Das wird praktisch die erste Kotzübung des Neuen Jahres. Das überstehen nur die Härtesten ohne Appetitsverlust. Bei den Zimmermädchen können wir heute sicher Personalessen sparen. Vom Nachtbuffet ist noch eine Menge übrig. Ich hab es im Kühlhaus gesehen.

Kurz vor Acht, klingelt unser Wecker. Joana hat mich nicht geweckt und es riecht auch nicht nach Kaffee. Unser Zimmer ist jetzt etwas frisch, um nicht kalt zu sagen. Dafür ist der muffige Geruch weg. Im Bad riecht es nach Joanas Parfüm. Meinen Kaffee werde ich hier im Bad trinken. Hier ist es schön warm.

Im Personalraum sitzen alle Kollegen. Wir wünschen uns ein Gesundes Neues Jahr. Einige küssen sich untereinander. Marco sieht etwas verbraucht aus heute. „Wie lange hast Du gestern gefeiert?“, frage ich ihn.

„Du meinst, heute!“

„Wann bist Du ins Bett?“

„Gerade eben. Kurz, bevor Du gekommen bist.“

„Wer war die Glückliche?“

„Schau Dich um. Das siehst Du sicher.“

‚Naja‘, denk ich mir. `Die sehen alle recht zufrieden aus.`

„Meinst Du Alle?“

Marco kann sich kaum halten vor Lachen.

„Schön wär’s.“

Wenn ich so genau hin schaue, sieht Mira etwas glücklicher aus als ihre Kolleginnen. Ich frage Marco nicht. Das ist seine Sache. Marco kann bei den Kolleginnen nichts falsch machen. Sie sind alle schön und wunderschön. So wunderschön, wie meine Joana. Viele Zimmermädchen neigen wegen ihrer Arbeit etwas zur Hyperaktivität, die sich im freizeitlichen Zusammenleben schwer bremsen lässt. Marco dürfte damit gut zurecht kommen. Als Koch muss Unsereiner schon auch ein Spur Hyperaktivität besitzen. „Was hattest Du Gestern als Galamenü, Marco?“

Leseprobe Der Saisonkoch – Zweiter Monat


Jetzt beginnt der Zweite Monat und ich glaube fast, das passt in die aktuelle Zeit.

Ab dem Zweiten Monat erspare ich meinen Lesern die Kochlehre, Rezepte und Arbeitsanleitungen. Ab diesem Teil konzentriere ich mich ausschließlich auf die Saisonarbeiter, deren Arbeitgeber und auf die zurück gelegten Wege. Es geht um Arbeitslosigkeit, Vorstellungsgespräche und die Auswirkung auf die Psyche. Meine Südtiroler Leser werden schon einige Südtiroler Betriebe mit finden. Auch den Kontakt mit meinen neuen Landsleuten. Selbstverständlich vergleiche ich die DDR mit meinem neuen Gastgeberland. 

Tag 32

Kurz nach Zwölf wecken wir vom Knallkörpergeräusch in unserer Nachbarschaft auf. Die Gäste von unserer Nachbarin feiern Neujahr und starten ihre Raketen und Knallkörper. Über Meran und in unserem Ort sehen wir ein herrliches Feuerwerk. Nach zehn Minuten hören wir, wie schon die ersten Fahrzeuge ankommen, um Gäste von Doris abzuholen. Die Feier scheint nicht lange zu dauern.

In der DDR gingen Silvesterfeiern bedeutend länger und die Feierlichkeiten waren wesentlich intensiver. Das lag einfach daran, dass in der DDR sämtliche Getränke und Speisen in der Gastronomie, erheblich preiswerter waren und kaum einen Unterschied zu den Ladenpreisen darstellten. Für DDR-Bürger war dem zu Folge, Kultur und Zusammensein, bedeutend erschwinglicher. Zum neuen Jahr erwartete den DDR- Bürger auch kein Entlassungsschein und schon gar keine unerschwingliche Versicherungsrechnung. Aus genau dem Grund, waren unsere Silvesterfeiern ausgelassen und echte Feierlichkeiten. Komischerweise konnten wir uns zum Neuen Jahr auch etwas vornehmen, ohne befürchten zu müssen, dass uns ein äußerer Umstand an der Umsetzung hindert. Genau das aber geschah Neunzehnhundertneunzig. In diesem Jahr wurden alle Wünsche im Juni umgeschrieben und in neunzig Prozent aller Fälle, durch äußere Umstände im Laufe des Jahres gebrochen. Diese Enttäuschungen wirken noch heute und bei sehr vielen unserer Mitbürger waren die Enttäuschungen und Misshandlungen so grob, dass sie sich das Leben nahmen oder mit falschen Medikamenten, umgebracht wurden. Allein in unserer Familie, waren es fünf Angehörige, die in der DDR noch leben würden. Einer unserer Väter wurde bei einer normalen Zuckerkrankheit auf Westmedikamente umgestellt und wir durften machtlos zusehen, wie er binnen einem halben Jahr, auf dreißig Kilogramm Körpergewicht zusammenfiel. Seine Frau, eine meiner Mütter, verstarb an Einsamkeit, weil wir Kinder uns das Geld woanders verdienen mussten. Ein Onkel, der in der DDR einen sicheren Behindertenarbeitsplatz als Beifahrer hatte, wurde entlassen. Er hatte in der DDR einen Arbeitsunfall. Dessen Arbeitsplatz wurde mit der Auflösung seines Betriebes, abgeschafft. Er lebte mit seiner Mutter, meiner Oma zusammen und sie sollten zusammen, von der gekürzten Rente unserer Oma leben. Beide legten sich vor den Gasherd und starben an Gasvergiftung. Unsere Familie hat damit mehr Opfer zu beklagen als kriegsgeschädigte Familien des Zweiten Weltkrieges, in dem wir als Familie, neben der Umsiedlung, auch ein Mitglied verloren. Zum großen Glück, hatte die DDR – Regierung unserer Familie, väterlicherseits, ein Gut mit Boden geschenkt, auf dem sich zu DDR – Zeiten gut auskommen ließ.

Zu jedem Neujahr gehen mir diese Gedanken durch den Kopf und meine Joana übt sich in gemeinsamen Mitgefühl. Es gibt also keinen Grund für uns, ein Neujahr unter diesen Bedingungen zu feiern.

Fischknödel


Fischknödel

Wir kochen heute mal Fischknödel. Spezielle Fischknödel sind gemeint.

Zum Einen, die Thunfischknödel und zum Zweiten, die Sardellenknödel. Der Koch kann auch beide Fischsorten gleichzeitig benutzen.

Als Sauce empfiehlt sich eine Senf- oder süß-saure Sauce. Eventuell mit Kapern und/oder einer Spur Knoblauch.

Vorneweg möchte ich anmerken, Haushalte in unserer Größe sind gut beraten, Knoblauch, überhaupt Gewürze und auch Kapern, in getrockneter Form zu Hause zu haben. Es gibt wenige Ausnahmen, die getrocknet nicht schmecken. Dafür haben wir aber Blumentöpfe, Balkons und etwas Beschäftigung.

Wie üblich, können wir Knödel aus frischem oder getrocknetem Brot herstellen. Es soll Haushalte geben, die einfach kein trockenes Brot haben. Gratulation dazu!

In das gewürfelte Brot geben wir eine Mischung aus Ei, Öl/Butter, Sardellen und/oder Thunfisch, etwas Gewürz der Wahl, die wir vorher mit dem Mixtstab oder Blender pürieren. Etwas Grünes schadet nicht. Petersilie oder Schnittlauch sind auch geschmacksgebend. Die Kräuter werden nicht mit gemixt.

Die Knödel würde ich dämpfen. In Wasser kochen geht natürlich auch. Dafür müssen sie aber sehr sorgfältig, mit angefeuchteten Händen, gerollt werden. Beim Knödel rollen für das Kochen im Wasser ist zu beachten, dass der Knödel eine homogene Oberfläche bekommt, die keinerlei Risse, Dellen oder Löcher besitzt. Für das Dämpfen ist diese Sorgfalt nicht notwendig. Der Koch kann auch mit dem Löffel, Nocken oder Knödel abstechen. Ich persönlich liebe diese Art der Knödelzubereitung.

Natürlich schmeckt der Knödel auch mit brauner Butter. Käse…ist wohl eher eine Geschmacksfrage. Bei Sardellen…naja… .

Auf alle Fälle braucht es für diesen Knödel, außer vielleicht einer gebutterten Wurzelgemüsemischung, keine Condorni.

Condorni sind Beilagen.

Nach den Festtagen ist das schon mal eine recht gute Abwechslung.

Nebenbei bemerkt:

Das Lektorat für meinen Ersten Teil des Saisonkoch ist fertig. Ich werde das jetzt mal bei meinen Partnern einspielen.

Ich warte jetzt noch auf eine Probe von meinem Krimi „Leblos im Schnalser Stausee“.

Dieses Buchformat verwende ich dann für alle Bücher bei Amazon. Wenn mir das nicht gefällt, richte ich dort auch A5- ein. Das aktuelle Format da, ist etwas kleiner.

In diesem Monat richte ich bei WordPress meinen Buchhandel ein. Vielleicht kommt noch ein Vertrieb in einem anderen Format dazu. Die Bücher von meinem Buchhandel werden ausnahmslos mit Widmung verkauft.

Bei Books on Demand, Ihr Lieben, bekommt Ihr alle Bücher im A5-Format. Diese Bücher sind ohne Widmung. Für einen günstigen Druck müsste ich bei BoD recht große Chargen bestellen, um günstige Preise zu realisieren. Das ist in meinen bescheidenen Wohnverhältnissen leider nicht möglich. Also ist von BoD direkt zu bestellen. BoD verkauft übrigens erheblich mehr Bücher als Amazon an meine Kunden. Herzlichen Dank dafür.

Alle meine Bücher werden nur noch in 12Pt gedruckt. Das ist eine Art Großdruck. Die aktuell angebotenen Bücher wandle ich in dieses Format um. Das dauert in aller Regel so lange, bis ich das jeweilige Lektorat abgeschlossen habe.

Leseprobe Der Saisonkoch – Erster Monat


Ich frage Marco, ob er einen Kaffee mit trinkt und er willigt ein. Marco greift sich eins von den frischen Brötchen und belegt das mit Kochschinken. „Mein Frühstück heute“, sagt er. „Willst Du auch eins?“

„Ja, gern.“ Jetzt, nach der kurzen Anstrengung, habe ich auch etwas Appetit. Nach dem ersten Biss in das Brötchen, sage ich zu Marco, die Brötchen schmecken fast so gut wie in der DDR. „Das wundert mich nicht. Bei unserem Bäcker arbeiten zwei Thüringer Bäcker aus der DDR. Mich wundert nur, dass Du das sofort raus schmeckst.“

„Das ist die Macht der Gewohnheit, lieber Marco.“

„Wie schmecken denn Dir unsere italienischen Brötchen?“

„Im Großen und Ganzen, recht gut. Italienische Bäcker sind auch so gut wie DDR Bäcker. Sie lieben ihren Beruf und das schmeckt man. Mich beeindruckt die Vielfalt der Brotbackwaren in Italien. Das hatten wir so nicht. Außer vielleicht, beim Kuchen. Der Kuchen, der in der DDR gebacken wurde, ist heute noch, ungeschlagen. Den bekomme ich, europaweit, nicht in der Qualität.“

„Da habt Ihr Euch aber ganz schön umstellen müssen.“

„Nein. Wir backen unseren Kuchen zu Hause. In den Bäckereien wird mir zu viel Glukose eingesetzt und das mag ich nicht.“

„Zum Glück sind wir Köche und können uns selbst helfen“, sagt Marco und grinst breit über sein braungebranntes Gesicht.

„Woher kommst Du, Marco?“

„Naja. Das ist ein ganz schönes Stück zu fahren. Aus Santa Maria bei Neapel.“

„Da hast Du schon auch so weit zu fahren wie wir aus der DDR.“

„Deswegen nehme ich immer zwei oder drei Tage zusammen frei.“

„Ich hab mal in der Sowjetunion gearbeitet. Da haben wir drei Monate am Stück gedient und dafür einen Monat frei bekommen.“

„Nach der Saison habe ich auch einen Monat frei. Das wird mir aber nicht bezahlt. Wie war das bei Euch in der DDR?“

„Bei uns wurden auch die freien Tage bezahlt. Die haben wir ja auch vorgearbeitet. Der Lohn wurde praktisch immer bezahlt, aber das Trennungsgeld entfiel bei den Ferien.“

„Trennungsgeld? Was ist das?“

„Wenn wir von unserer Familie getrennt waren, haben wir eine Entschädigung bekommen. Im Land waren das neun Mark und, wenn wir im Ausland gearbeitet haben, sechsunddreißig Mark pro Tag.“

„Da hast Du tausend Mark verdient, ohne zu arbeiten? Nur, weil Du von Deiner Familie getrennt warst?“

„Ja. Das wurde zu dem Lohn, steuerfrei, dazu gezahlt.“

„Aha. Deswegen seid Ihr pleite gegangen.“

„Die DDR, unser Staat, war nicht pleite.“

„Aber, das haben die in allen Nachrichten so gesagt, Karl.“

„Wenn Du, Deinem Nachbarn die Kasse stiehlst, sagst Du doch auch, es waren nur ein paar Lire drin.“

„Das stimmt.“

„ Die Besatzer haben uns sämtliche Maschinen, den Grund und Boden, unsere Häuser, Fabriken und Anlagen geklaut. Dazu die Staatskasse, unsere Guthaben auf den Banken und die Versicherungskassen. Das war sicher eine Billion. Schulden hatten wir keine.“

„Jetzt begreife ich Deine Einstellung. Die Italiener sagen schon immer, dass die Westdeutschen, Abschaum sind. Die spüren sofort den Unterschied zwischen einem Westdeutschen und einem DDR Bürger. Nicht nur sprachlich, sondern vom Charakter her“, antwortet mir Marco.

Leseprobe Der Saisonkoch – Erster Monat


Tag achtundzwanzig

An unserem freien Tag stehen wir zur gleichen Zeit auf wie an unseren Arbeitstagen. Lediglich zum Kaffeetrinken lassen wir uns mehr Zeit. Zu besorgen haben wir nichts. Unser freier Tag wird ein wirklich freier Tag. Aus dem Grund, gehen wir den Tag ganz entspannt an. Joana geht schon runter, um unser Auto etwas vorzuheizen. In unsere Thermoskanne fülle ich den Kaffee. Eine Flasche Wasser nehme ich noch mit und folge Joana. Joana war drinnen in der Küche bei Marlies und hat sich dort vier frische Brötchen mit Salami und Schinken belegen lassen. Das wird unser Reiseproviant, weil wir natürlich zu Hause nichts haben. Marlies wollte uns noch Kaffee mitgeben, aber Joana hat abgelehnt. Zum freien Tag trinken wir anständigen Kaffee. Das Auto ist schon warm und wir reisen ab. Im Ort ist noch sehr wenig Betrieb. Bis zur Hauptstraße treffen wir kein Fahrzeug. Tanken müssen wir nicht mehr. Ich habe schon gestern auf dem Arbeitsweg voll getankt. Der Preisunterschied zu uns ist aktuell vierunddreißig Cent pro Liter. Die eingesparten Euro brauchen wir eh für unsere Autobahnmaut. Um diese Zeit ist Alles dunkel. Auf dem Reschen jedoch, blicken wir über das Vinschgau, direkt in den Sonnenaufgang. Bisher erscheint er nur als eine Korona, bei der sich die Dolomiten als Schattenspiel mit Hintergrundbeleuchtung absetzen. Gelegentlich sieht man am Himmel ein blinkendes Flugzeug. Über Südtirol fliegen von denen, täglich, mehrere hundert Maschinen. Wollen wir hoffen, dass die ihre Fäkalien wenigstens über dem Meer ablassen und nicht über unseren Köpfen. Auf der Vinschger Straße ist schon reger Werksverkehr. Behinderungen in Mals gibt es keine. Die Straße ist absolut schneefrei. An den Rändern, vor allem an den Seitenplanken, gibt es sehr kleine Schneeverwehungen, die niemanden behindern. Bereits unten im Ort, liegt so gut wie kein Schnee mehr. Gelegentlich sehen wir ein paar Reste von Silvesterraketen. Unsere Jugend hat sicher ein paar getestet nach dem Kauf. In Schluderns brennen noch die Festungsbeleuchtungen. Schluderns sieht recht verträumt aus. An der Ampelkreuzung sehen wir ein paar Fahrzeuge, die in Richtung Schweiz unterwegs sind. Das sind unsere Pendler, die in der Schweiz arbeiten. Wir fahren durch Spondinig, in etwas Entfernung, an Prad vorbei. Angekommen in Eyrs, bekommen wir schon einen recht umfangreichen Verkehr in unsere Richtung. Wir reihen uns ein und fahren ab hier in der Schlange. Auf der großen Geraden in Laas überholen uns ein paar sportliche Fahrer, die sicher in Schlanders oder in den Gewerbegebieten arbeiten. In Schlanders haben wir schon den ersten Stau. Ich frag mich immer wieder, warum ausgerechnet im Werksverkehr, so viele Lastwagen und Traktoren fahren. Überholen ist unmöglich und wir eiern mit maximal fünfzig Stundenkilometern die Vinschger Straße entlang. In Vezzan, einem kleinen Gewerbegebiet, in dem auch die Firma Recla, ein großer Speckerzeuger Südtirols, arbeitet, fahren einige Traktoren und Lastwagen ab. In Latsch, am Kreisverkehr, beginnt ein neuer Stau. Er zieht sich hin bis Kastelbell. Wir fahren in Schrittgeschwindigkeit. Ich schätze, das liegt sowohl am Verkehr zur Obstgenossenschaft als auch an der Ampelregelung in Kastelbell. Kastelbell hat eine sehr schmale Durchfahrt, die nur einspurig befahren werden kann. Für die einheimische Bevölkerung ist das eine unerträgliche Belastung. Seit geraumer Zeit baut die Gemeinde an einem Tunnel, um dort den Verkehr umzuleiten. Mit dem Stau fahren wir langsam am Imbiss der Firma Moser vorbei. Ein paar Arbeiter fahren dort auf den Parkplatz, um da Kaffee zu trinken. Wir kommen in Einhundertmeterschritten vorwärts. Sozusagen, im Ampeltakt. In knapp dreißig Minuten haben wir Kastelbell passiert.

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