Fortsetzung Der Beginn


Das Zusammensein mit Joana war sehr schön. Wir wechselten uns ab beim Eier braten. In der Kaufhalle mussten schnell noch ein paar Eier gekauft werden. Dazu haben wir hausschlachtene Blutwurst, etwas Schinken und Jagdwurst gekauft. Für große Küche fanden wir keine Zeit. Ein paar frische Brötchen vom Bäcker und fertig war das Mahl.

Joanas Eltern kamen nach dem Wochenende wieder. Trotz der Putzaktionen Joanas, wussten sie sofort Bescheid.

Das gemeinsame Kaffeetrinken war angesagt. Kuchen hatten wir vom Bäcker mitgebracht. Eierschecke, Kirmeskuchen und Zupfkuchen. In Sachsen war es fast eine Tradition, seine zukünftigen Schwiegereltern bei einem Kaffeetrinken kennen zu lernen.

Die zukünftigen Schwiegereltern stellten sich vor. Bei den Gesprächen ging es sofort darum, womit ich mein Brot verdiene. Gastwirt war damals noch ein ehrenvoller Beruf. Herbert war davon begeistert. Brigitte auch. Schon bei dem ersten Zusammentreffen wurde mir klar, ich soll Schwiegersohn werden.

Herbert kannte meine Eltern. Mich auch. Davon wusste ich aber nichts. Herbert arbeitete beim Straßenbau. Und die Arbeiter kannten praktisch jede Gastwirtschaft im Kreisgebiet. Vor allem die Gastwirtschaften mit einem Speiseangebot. Bei schlechtem Wetter waren die Arbeiter ziemlich lange in der Gastwirtschaft. Das nannte sich Regenschicht. Arbeiten mit Bitumen waren damals, bei dem Wetter, schlecht möglich. Ebenso Markierungsarbeiten und Arbeiten an Straßengräben.

Herbert erzählt nebenbei, er hätte von meinen Eltern ein Doppelstockbett gekauft. In dem habe ich oben geschlafen. Ich hatte das längst vergessen. In diesem Bett schlief auch Joana und ihr Zwillingsbruder. Joana schlief auch oben. Damals noch ohne mich. Der Zufall wurde in unserer Ehe fast schon ein heiliger Spruch. Wir lachen heute noch oft darüber.

„In diesem Bett hatte ich meinen ersten Sex“, sage ich oft scherzend zu Joana. Ich möchte sie dazu bringen, etwas über ihre ersten Erfahrungen mit der Liebe zu erzählen. Der erste Sex als Kind war selbstverständlich die manuelle Variante.

„Hast Du das etwa gespürt?“

Joana hat bis heute, nichts dazu gesagt. Ich respektiere das. Notlügen will ich keine hören. Das passt nicht zu uns. Wir haben ein ganzes Leben Zeit, Dieses oder Jenes zu beichten. Je länger Etwas her ist, desto größer wird der Spaß damit.

Brigitte arbeitete auch. Fünf Kinder wollten ernährt sein. Auch in der DDR. Brigitte und Herbert haben das prächtig hinbekommen. Ich jedenfalls, kann mich nicht beklagen.

Brigitte arbeitete als klassische Sekretärin. Trotzdem sie eine wirklich schöne Frau war, hatte sie es nicht nötig, ohne Unterwäsche auf Arbeit zu gehen. Brigitte war klug, gerecht, lieb und trotzdem ziemlich dominant. Sie übte ihre Dominanz in einer Art ruhiger Überlegenheit aus.

Montag und Dienstag hatte ich Ruhetag. Herbert war natürlich interessiert, wie ich meine Gaststätte betreibe. Wir fuhren zusammen mit dem Bus. Joana war ziemlich aufgeregt.

Trotzdem ich Ruhetag hatte, stand genug Arbeit an. Die Brauerei hatte geliefert. Es standen vier Fässer Bier vorm Haus. Die Flaschenlieferung war dienstags. Ein zweiter Ruhetag. Herbert wollte sofort die Fässer in den Keller rollen. Als ich ihm die Kellertreppe zeigte, ließ sein Interesse sofort nach. Das war ihm eindeutig zu gefährlich. Mein Bierkeller war ein ehemaliger Luftschutzraum. Fünfzehn Stufen hatte die Treppe. Ein Fass, das dort ins Rollen kam, ging sofort kaputt. Selbst die leeren Fässer hoch zu transportieren, war schon eine Kraftanstrengung. Die Brauerei hatte mir dafür eine wirklich feine Sackkarre gegeben. Das Fass konnte ich darauf anketten. Die Karre zeigte ich Herbert. „Das ist zu schwer für mich.“

Für den Transport in den Keller, bei dem ich extra noch den Kopf extrem einziehen muss, braucht es schon einige Routine. An Tagen, an denen ich da bin, fährt mir der Bierkutscher die Fässer in den Keller. Der kennt die Gegebenheiten genau. Und er ist bedeutend kürzer als ich.

Wir gehen in die Gaststätte. Ich bin da Pächter. Der Besitzer ist ein Bauer. Er arbeitet in der LPG als Traktorist. Wenn ich komme, steht der schon hinter den Gardinen und beobachtet mich. Heute auch.

Zwischenbemerkung

Traktorist ist übrigens eine Berufsbezeichnung aus der DDR und aus der Sowjetunion. Im Zuge der Geschichtsverfälschung, werden Sie das Wort im Duden und in dessen Tradition vergeblich suchen.

Zwischenbemerkung

Fortsetzung folgt

Kleine Ausfahrt 250421


Kleine Ausfahrt 250421

Wie üblich, muss ich gelegentlich vom Schreibtisch weg und mein Motorrad ausführen.

Heute hat mich das nach Obereggen geführt.

Etwas Streugut liegt noch auf der Straße. Mit der gewohnten Vorsicht zu dieser Jahreszeit ist das kein Problem.

Im Moment stürzen in Südtirol mehr Paragleiter, Radfahrer und Bergsteiger ab als Motorradfahrer.

Ab Montag dürfen wir wieder hier hin:

Fortsetzung Der Beginn


Die anderen Freundinnen boten mir schnell an, ich könnte bei ihnen übernachten. Manchmal tat ich das. Vor allem, wenn ich blau war. Zumindest sparte mir das ein Taxigeld oder die Nacht auf den Stühlen.

Nicht selten kam es zu sexuellen Belästigungen nach heutigen Sprachgebrauch. Auf die Art lernte ich sehr schnell die Schönheit der Verschiedenheit kennen. Unsere Frauen und Mädchen waren nicht zu feige, die Schönheit ihrer Figuren zu präsentieren.

Der Sportunterricht, die Freizeitgestaltung, die Arbeit und die damit verbundene Bewegung, bescherte uns Partnerrinnen, die durchweg gesund, klug, fleißig und schön waren.

Prälat Hinter vom Tölzer Bulle, würde jetzt sagen:

„Die gesegnete Gabe von Schönheit und Klugheit wurde in der DDR mit einhundertzehn Prozent erfüllt.“

Im Westen dagegen, wurden wir mit den misslungenen Auslagen der Kosmetikindustrie und Chirurgie geschockt. Nicht selten wurde versucht, aus Truthennen, Truthähne zu kreieren. Und umgedreht. Leider hat das bis heute noch Keiner am Gehirn probiert. Bei diesen Kreaturen hätte die vollständige Entnahme, keinen Schaden angerichtet. Eher, eine leichte Verbesserung.

Zum Glück, können wir diese Kreaturen in Zeitungsredaktionen, Fernsehen, Rundfunk und Parlamente abschieben. Ich stelle mir gerade vor, wir müssten mit diesen chirurgischen Fehlgriffen arbeiten. Grauenhaft. Sie müssen sich nur vorstellen, wie die Bitte: „Bring mir mal bitte eine Kaffee mit“, aus einem chirurgischen Fehlversuch klingt. Sie würden wahrscheinlich das Auto der Kreatur aufschließen.

Joana half mir bei der Nachtarbeit. Sie putzte mit, schälte mit und sie schlief einmal mit auf den Stühlen.

Irgendwann fuhren Joanas Eltern übers Wochenende nach Thüringen zu ihrer Familie.

„Heute und morgen, kannst Du bei mir mit schlafen.“

Ich tat Joana leid.

Eigentlich hatte ich eine Wohnung, die ich mit einer Familie teilte. Mit meiner Familie. Bei der Planung der Familie war ich leider nur ein praktischer Bestandteil. Zu der Familie kam ich in Ausübung des femininen Hausrechtes: „Ich bestimme, wer der Vater meiner Kinder ist!“.

Ein junger Mann lässt sich bisweilen von Dingen blenden, die das Gehirn restlos ausschalten. Meine erste Frau war sehr lieb, fleißig, schön, gesellig und nicht eifersüchtig. Ich hingegen, war es anfangs. Fast schon krankhaft. Es musste Etwas getan werden, um das Eifersuchtsgefühl zu brechen. Arbeit. Viel Arbeit. Und genau das führte mich zu dem Plan, eine Gaststätte zu betreiben.

Das Eifersuchtsgefühl hatte nicht unbedingt sexuelle Ursachen. Mir war nur die komplette Familienplanung entglitten. Ich wurde so zu einem Hampelmann degradiert. Britta, meine erste Frau, hat mich praktisch, kalt gestellt. Mir half nur der rechtzeitige Ausbruch, um auch meinem Leben einen Sinn zu geben. Ich sah das ja bei meinen Eltern und denen gelang es. Meine Berater waren mir also sicher.

Die Genossen meines Betriebes waren eher traurig. Sie hätten mich gern als Ausbilder gesehen. Sie liebten wie unsere Lehrlinge, meine legere Art der Ausbildung. Mir lag die spezielle Begabung meiner Lehrlinge besonders am Herzen.

Trotzdem unterstützten sie mich tatkräftig bei der Umsetzung meines Wunsches. Nicht etwa mit finanziellen Zugaben oder Beziehungen zu Einrichtungsgegenständen. Nein. Mit Ratschlägen. Ich rede von richtigen Ratschlägen und nicht von Klugscheißerei. Jeder Ratschlag der Genossen war hilfreich.

Nach dem Dienst in der Gaststätte gingen Joana und ich zu ihr. Joana stammt aus einer sehr kinderreichen Familie. In der DDR war das keine Seltenheit.

Nach der Abendtoilette kamen wir gleich zur Sache.

„Nimmst Du die Pille?“, war praktisch die erste Frage in der DDR.

„Ja.“

Die üblichen Streicheleinheiten und die herrliche Figur Joanas bescherten uns einen wirklich schönen Abend. Die Erstbesteigung blieb uns erspart.

„Wie hat es Dir gefallen?“

„Das passt. Wir können zusammen gehen.“

Joana wollte von Anfang an mit Vorsatz feststellen, ob es in der Mitte passt. Und wenn die passt, wird der Rest passend gemacht. Ein angewandtes, sehr praktisches DDR Sprichwort. Das klingt jetzt vielleicht zu sachlich. Man könnte fast denken, das Praktikum kommt vor dem Genuss. Und genau damit, liegen wir richtig. Der Rest ist ausbaufähig. Wir leben unser Leben von der einfachen Seite her. Ohne zu große Erwartungen und Pläne.

Zuerst stand natürlich die Scheidung von meiner Britta samt meiner Familie an. Ganz arm waren wir nicht. Ich habe drei Jahre in der Sowjetunion gearbeitet. Britta wollte sich nicht scheiden lassen. Die erste schwere Prüfung stand uns damit bevor. In der DDR wäre die Scheidung an sich kein Problem gewesen. Nur, jetzt kommt die Besatzung, Plünderung der DDR durch die Westbesatzer dazu. Und die bringen ihre missratenen, deutbaren Gesetze mit. Eine Schar von Rechtsverdrehern aus dem Westen überfällt die DDR Bürger und plündert deren Privatkassen mit provoziertem Streit. Faschisten in Nadelstreifen. Und die nehmen das Wort: Recht in den Mund. Mir kraust bei der Vorstellung. Und schon sehen wir es abwandern, das schwer verdiente Geld. Frauen im Westen können gar keine Alimente bekommen, weil deren geschiedene Männer von Anwälten und Richtern geplündert werden. Und Frauen, die das zu verantworten haben, verspielen damit ihr Recht, gleichberechtigt behandelt zu werden.

„Wir schwören uns Treue in guten und in schlechten Zeiten“, heuchelt diese Brut in einem geliehenen oder auf Kredit gekauften Brautkleid.

Britta musste einsehen, dass die drei Jahre Arbeit in der Sowjetunion unser sehr wackliges Familienleben zerstört hatte. Wir waren nicht die Einzigen. Ein hoher Preis für Gas und Öl, das uns der Westen geklaut hat.

Joana verliebt sich praktisch in einen Mann, der bis auf einen alten sowjetischen Koffer, kein Eigentum besitzt. An diesem Mann sind schon zehn Jahre mehr vorbei gegangen. Vorbei. Ohne Gewinn. Ein Start bei Null. Was soll das jetzt werden?

Zur Wendezeit sind unsere schönsten Frauen von kriminellen Westbesatzern gekauft worden. Wenn sie sich haben kaufen lassen. Die Bordsteine waren sehr lang. In sehr kurzer Zeit durften wir den Unterschied zwischen Frau und Nutte kennen lernen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, die Nutten hätten gewonnen. Haben sie nicht. Sie sind jetzt Mitinhaber von Westschuldscheinen. Der Bordstein hat sich verlängert.

Ausfahrt 240421


Ausfahrt 240421

Unsere heutige Ausfahrt führt uns von Meran über Brixen nach Corvarra und von dort zurück über das Grödner Joch, Klausen, Bozen nach Hause. Die Straßen waren trocken, der Himmel blau und, ich meine, ganz Südtirol auf der Achse. Als Reiseproviant bevorzuge ich eine glukosefreie italienische Cola, Wasser und eine Tafel italienische glukosefreie Schokolade. Die Kohlenhydrate der Cola samt Schokolade werden benötigt, um einen Hungerast zu vermeiden. Die Giro dauerte genau sechs Stunden und ich habe dabei etwa eintausendzweihundert Kilokalorien verbrannt.

Ein paar Fotos werden folgen. Die muss ich noch etwas bearbeiten.

Zu Hause haben wir uns dann ein paar Proletenspaghetti mit Tonno, Zwiebel und etwas Alpenbutter geleistet.

In einer Provinz durften wir Preisunterschiede von zwanzig Cent pro Liter Benzin registrieren. Und die ergeben sich nicht etwa aus Gier, sondern wegen der unglaublichen Lieferwege und Behinderungen. Die Straßen, vor allem in den Pässen, waren teilweise schwer zerstört. Soviel ich weiß, bezahlen wir diese Straßenreparaturen. Nicht die großmäuligen deutschen Sanddünenbewohner in ihren protzigen SUV Kästen:))

Ausfahrt 230421


Kleine Ausfahrt heute

Gelegentlich, in dieser Woche täglich, fällt mir die Decke auf den Kopf. Dann verlasse ich kurz das Haus für etwas Gymnastik.

Die einzige Gymnastik, die für einen Koch, der fünfzig Jahre lang, täglich zehn Stunden aufwärts, auf Fließen – und Betonböden gestanden hat, ist das Motorradfahren.

Eigentlich fallen zu dieser Zeit immer die gleichen Runden an. Dabei fahre ich Routinerunden oder Erkundungsrunden. Ich füge also ein paar Panoramafotos hinzu.

Bei sehr schönem Wetter und Erkundungsfahrten fotografiere ich mit Fotoapparat. Bei Routinefahrten mit dem Handy.

Vorstellung und Danksagung


Liebe Leser meiner Blogs und Romane

Zunächst erst Mal, herzlichen Dank für ihr Interesse an meinem Blog und an meinen Büchern.

Der dritte Teil ist jetzt fertig. Ich muss ihn nur noch etwas korrigieren und feinlesen.

Wie üblich, veröffentliche ich den als Ebook und gebunden für das Bücherregal.

Als Cover habe ich einen besonderen Blick auf die Cinque Torri (Fünf Türme) gewählt, das ich selbstverständlich selbst fotografiert habe.

Natürlich nehme ich gleich die Gelegenheit wahr, auch mein Buch für Eintöpfe zu bewerben.

https://www.amazon.de/dp/B08QBY9QTQ

In diesem Buch vermittele ich Ihnen die Grundkenntnisse, mit denen Sie tausende Eintöpfe selbst kochen können. Das Buch richtet sich in erster Linie an Laien und Anfänger.

Spezielle Rezepte nützen Ihnen wenig, wenn Sie das Rohstoffverhalten beim Kochen nicht kennen. Dazu gebe ich Ihnen Hinweise, wie Sie wirklich Energie sparen beim Kochen. Mit einem kleinen Fehler im Cover möchte ich Ihnen die Einmaligkeit dieses Werkes vermitteln. In der Zweiten Ausgabe werde ich Ihnen diese Einmaligkeit wegnehmen.

Ich glaube nicht, dass Ihnen irgendein fachmännischer Kollege mit seinen Werken diesen tiefen Einblicke in das Rohstoffverhalten vermittelt wie dieses Buch.

KhBeyer

Fortsetzung Der Beginn


Sämtliche Speisen und Getränke, insbesondere Mixgetränke, sollten kalkuliert werden. Dabei wurde für zehn Portionen kalkuliert, auf den Zehntel Pfennig genau. Ein Rundungsfehler konnte bei einer Prüfung empfindliche Busgelder auslösen. Die wurden auf zwei Jahre zurück berechnet. Ich habe mich auch mal um einen halben Pfennig verrechnet. Dabei halbe ich die sechste Stelle nach dem Komma falsch gerundet. Der habe Pfennig kostete mich den Monatslohn eines Dreischichtarbeiters.

Selbstverständlich gab es Kollegen, die beim Umgang mit Zahlen ein paar Probleme hatten. Für die wurden alle Kalkulationen fertig in einem Register angelegt. Das konnte man sich kaufen oder bei Kollegen, abschreiben. Heute haben wir Gastwirte, Bedienungen und Barhilfen, die ohne einen Taschenrechner nicht in der Lage wären eine korrekte Rechnung auszustellen. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Die Kalkulationsblätter waren auch gleichzeitig Ratgeber bei der Menügestaltung. Man setzte auf das Baukastenprinzip. Beilagen, Saucen, Fleischgerichte, Desserts; alles war einzeln für jede Garmethode aufgeführt. Der Westen braucht dafür noch hundert Jahre.

Im Ort sprach sich schnell herum, dass ich die Gaststätte allein betreibe. Unter meinen Gästen waren schnell Frauen und Männer, die mir Hilfe anboten. Natürlich gegen ein kleines Entgelt.

In der DDR gab es dafür ein Pauschalsystem. Auf diesen Lohn, der nur mit fünf Prozent besteuert wurde, waren viele fleißige DDR Bürger verrückt.

Auf die Art, konnte ich mir gelegentlich eine Putzhilfe leisten. Die freie Zeit nutzte ich für Einkäufe oder für die Verbesserung meines Gaststätte.

Die einzige Reinigungsarbeit, die an mir permanent hängen blieb, war die Toilettenreinigung. Bei den Mengen Alkohol, die wir unseren Gästen verkauften, kann sich Jeder gut vorstellen, wie die Toiletten am Abend aussahen. Seien Sie gewiss, schon in den ersten zwei Monaten lernte ich nahezu jeden menschlichen Charakter kennen, den eine Gesellschaft zu bieten hat.

Meine jugendlichen und gleichaltrigen Freunde feierten regelmäßig Partys bei mir. Oft kamen Angebote von jungen Frauen und Kolleginnen, mir helfen zu wollen. Das Ganze hatte aber einen Nachteil. Sobald meine Freunde zum Feiern kamen, blieb auch meine Kehle nicht trocken. Meine Mutter, eine gestandene Geschäftsfrau, empfahl mir, keinen Alkohol mit zutrinken. Dafür habe ich mir dann Flaschen mit Saft oder Tee gefüllt. Diese Getränke mussten dem entsprechenden alkoholischen Getränk farblich ähneln. In der DDR gab es Sorten aus Rumänien und Bulgarien, die nie von einem Gast verlangt wurden. Genau in so eine Flasche füllte ich die Nachahmung. Etwas Alkohol musste trotzdem rein in das Getränk. Viele meiner Gäste rochen an den Flaschen. Sie hatten die Absicht, mich nachhaltig einzuseifen, um sich diese oder jene Rechnung zu sparen.

Andere, vor allem die Stammtischbesucher, versuchten das mit Einzelbestellungen. Damit wollten sie mich provozierend in Stress versetzen in der Absicht, keinen Strich auf den Deckel zu bekommen. Zu diesen Zeiten wurden die Rechnungen auf dem Bierdeckel erfasst. Ein Bier war ein Strich, für Speisen schrieb man den Preis und für Schnäpse, ein Kürzel. Die Deckel wurden manchmal weich vom übergetretenen Bierschaum. Bestimmte Gäste versuchten dann, den einen oder anderen Strich zu löschen. Das Gastwirt brauchte also auch ein ungeheuer funktionierendes Gedächtnis. Das Training des ersten Jahres war ganz sicher nicht verlustfrei. Verluste musste der Wirt ausgleichen.

Genau das war aber in der DDR fast ein Kinderspiel. Warum? Der DDR Gastwirt lebte vom Trinkgeld. Nicht von seinem Lohn oder Prozenten. Nur ein Beispiel. Ein Bier kostete dreiundvierzig Pfennig. Kein einziger Gast ließ sich auf fünfzig Pfennig heraus geben. Das kennen wir erst seit wir den Westen kennen. Die verschenken ihre Gelder lieber an Tankstellen und an Zinsen für ihre Kredite. Keinesfalls darf ein Mitbürger von ihrem Geld leben wollen. Es sei denn, er arbeitet für eine Bank, eine lügende Zeitung oder eine das Recht beugende Versicherung. Das löst aber einen ungeheuren Neid aus. Dafür holt sich ein Westdeutscher eben in der Kaufhalle, palettenweise billigstes Gesöff, das er Bier nennt.

Gesoffen wird nicht etwa in einer Gaststätte. Nein. Dafür gibt es Garagen, Keller und Abfallräume.

Westdeutsche Kultur nennt sich das.

In der DDR galt eben noch ein altes Sprichwort, ein deutsches. Unter Freunden gesoffen, ist Kotzen keine Schande. Wenn man aber keine Freunde und nur Heuchler kennt, ist dieses Sprichwort überflüssig. Westdeutsche Kultur eben. Und schon sind wir bei der vielbeschworenen Freiheit. Das ist Freiheit von dümmsten Großmäulern, die Freiheit eben nicht kennen.

Gegen Zwölf, also Mitternacht, war in der DDR, Polizeistunde. Bars, Tanzlokale und ausgewählte Lokale waren davon befreit. Das konnte jeder Gastwirt beantragen. Dafür gab es bestimmte Auflagen, die normalen Gastwirten einfach zu lästig waren. Unsere Gemeindepolizei, der ABV, kontrollierte regelmäßig die Einhaltung der Polizeistunde. Eine sehr vorteilhafte und gute Einrichtung war das. Bisweilen hatte ich Gäste in einem Zustand, der dazu einlud, die Polizeistunde zu missachten. Nicht selten musste ich dafür das Hausrecht bemühen. Volkstümlich würden wir sagen: den Gast rausschmeißen. Leider hatte ich hin und wieder Gäste, denen ich körperlich nicht unbedingt gewachsen war. Und genau da war mir eben der ABV sehr hilfreich. Der ABV war ein Gemeindevolkspolizist. Und der kannte eben jeden Bürger der Gemeinde. Oft half nur dessen Erscheinung. Handgreiflich wurde es sehr selten.

Mein Vorbild in der Hinsicht war mein Vater. Er war ziemlich resolut bei der Durchsetzung des Hausrechtes und musste nicht selten von der Familie gebremst werden. In erster Linie ging es darum, zu zeigen, wer der Hausherr und damit, der Platzhirsch ist. Es geht um Respekt.

Zu einer Party bei mir brachte die Clique ein Mädchen mit, das sich mit Joana vorstellte. Zu der Zeit haben schon andere Mädchen versucht, in das Geschäft einzusteigen. Es erschien ihnen interessant genug. Sie putzten bei mir und wollten auf die Art meine Gunst erreichen. Zu der Zeit habe ich noch in der Gaststätte geschlafen, wenn es zu spät wurde. Ich stellte mir ein paar Stühle zusammen, und legte mich auf denen zur Ruhe. Hauptsächlich war das notwendig, wenn ich größere Gemüselieferungen bekam. Gemüse kam in der DDR im gesäuberten Erntezustand. Also, nicht gefroren. Um Verluste zu vermeiden, war eben Nachtarbeit angesagt. Interessant war das, wenn Rosenkohl, Karotten oder Schwarzwurzel geliefert wurde. Schwarzwurzel war in der DDR der Arbeiterspargel und äußerst begehrt. Rosenkohl natürlich auch. Entscheidend war die Verhinderung von Verlust. Der wäre zu meinen Lasten gegangen. Lebensmittelverschwendung in den unerträglichen Ausmaßen von heute, gab es nicht in der DDR. Die hätte ich protokollieren müssen und dafür hätte man mir die Hosen straff gezogen.

Fortsetzung folgt

Der Beginn


Der Beginn

Eine Selbstständigkeit in der DDR war eher für Personen geeignet, die gern etwas länger und intensiver arbeiten wollten als ihre Mitbürger. Das Konzept der DDR Führung war nicht unbegründet. Die freiwillige Mehrleistung des Unternehmers brachte neben Steuereinnahmen auch innovative Anregungen im Umgang mit schwer verkäuflichen Sortimenten. Bei diversen Handelsabkommen mit Freunden oder wichtigen Handelspartnern fielen bisweilen Produkte an, die in der DDR einfach keinen regen Absatz fanden.

Ein Gastwirt in der DDR hatte neben dem gastronomischen Auftrag, auch einen Handelsauftrag in Form von Straßenverkauf außerhalb der Ladenöffnungszeiten. Heute wird das entweder mit verlängerten Ladenöffnungszeiten oder mittels Tankstellen realisiert.

Der einfachste Weg, ein Gastwirt zu werden, war in der DDR der Weg über die Kommission. Der Betreffende konnte entweder bei der HO oder beim KONSUM, Kommissionär werden. HO und KONSUM waren die beiden führenden Handelsorganisationen der DDR. Mit welchem Partner der zukünftige Gastwirt ein Geschäft eröffnete, hing meist mit der Lage des Betriebes zusammen. KONSUM war eher eine ländliche Handelsgenossenschaft, während sich die HO auf Städte konzentrierte.

Unausgebildet, konnte kein Bewerber in der DDR, Gastwirt werden.

In meiner Gaststätte gab es nur einen Arbeiter. Das war ich selbst. Ich tat es als Koch genauso wie als Zapfer, Verkäufer und Bedienung. Selbst die Reinigung des Betriebes war meine persönliche Aufgabe. Ich war sozusagen ein Einpersonenunternehmen.

Meine Gasträume boten Platz für einhundert Gäste. Zu DDR Zeiten. Das heißt, unsere Gaststätten wurden auch rege besucht. Nicht wie im Westen, wo selbst der Konsum von zehn Bieren, die Haushaltskasse ins Wanken bringen. Genau aus dem Grund, konnten wir in der DDR, täglich oder fast täglich unsere Stammkunden bedienen. In dem Zusammenhang bildeten sich familienähnliche Verhältnisse. Bei Reparaturen oder sonstigen Schwierigkeiten, musste ein Gastwirt nicht zu lange suchen. Die Abhilfe war praktisch sein Stammgast.

Der Gastwirt des Ortes war Bestandteil des Ortes; aber auch seine Nachrichtenzentrale. Neben dem Frisör, dem Fleischer, Lebensmittelhändler und Bäcker, war der Gastwirt ein Nachrichtenportal. Heute fällt diese Aufgabe dem Internet zu.

Mit dem Wunsch, Gastwirt zu werden, verfolgte ich die Familientradition meiner Eltern. Das Leben in diesem Umfeld gefiel mir und bot sehr viel Raum für kreative Ansätze. Daneben war der Bekannten- und Freundeskreis ungeheuer groß. Genau dieses Leben passte sehr gut zur Philosophie der DDR Staatsführung. Arbeit mit und für den Menschen. Die DDR Gastwirte waren sozusagen, mitunter auch ungewollt, Vollstrecker des sozialistischen Gedankens im Sinne der Arbeiter- und Bauernmacht.

Die Gesetze und deren wirksame Kontrolle, verhinderten Betrug und Missbrauch von Geschäften. Mit einer wirkungsvollen Steuergesetzgebung wurden private Bereicherungen verhindert und ein gesellschaftlicher Nutzen aus dem Engagement gewonnen. Die gesellschaftliche Anerkennung des Berufes Gastwirt war sehr hoch.

Die DDR hatte einer der größten gesellschaftlichen Errungenschaften, der Preisbindung, den Vorrang gegeben. Sämtliche Bewerber auf dem Markt hatten nur ein Art der Konkurrenz: Die Qualität ihrer Produkte. Es gab keinen Preiskampf, keine Ausbeutung deswegen und eine ziemlich wirkungsvolle Planpolitik. Kein Händler konnte zu Lasten seiner Konkurrenz, mehr verkaufen als der Plan für ihn vorsah. Er konnte das nur mittels besserer Qualität und einem allmählichen, planvollen Wachstum im Rahmen gesamtstaatlicher Vorgaben. Eine Gesellschaft, ein Wachstum zusammen.

Selbst der gemeine Beschiss zu Lasten der Kunden, wurde ziemlich wirkungsvoll verhindert. Die festen Preise erforderten auch deren Einhaltung. Gastronomen denken jetzt, sie hätten da genug Spielraum. Irrtum. Der Spielraum war gesetzlich vorgeschrieben. Selbst der Gewichtsverlust durch Schälen und Garen, war erprobt und vorgeschrieben. Dafür gab es Tabellen.

Fortsetzung folgt

Joana und Karl


Der Saisonkoch

Joana

und

Karl

Ein Liebesroman

von

KhBeyer

dersaisonkoch.com

und

dersaisonkoch.blog

Vorwort

Um wirklich Liebe empfinden, geben und empfangen zu dürfen, bedarf es meines Erachtens bestimmter Voraussetzungen.

Zunächst bedarf es eines Gesellschaftssystems, in welchem das menschliche Leben geachtet und geliebt wird.

Es bedarf eines Gesellschaftssystems, das frei ist von Existenzangst.

Es bedarf eines Erziehungswesens, in welchem das menschliche Miteinander und Füreinander an erster Stelle steht.

Es bedarf einer Gleichberechtigung und gegenseitigen Achtung.

Es bedarf der konsequenten Einsicht in die Verschiedenheit menschlicher Charaktere.

Es bedarf einer partnerschaftlichen Offenheit.

Es bedarf einer nicht übertriebenen, elterlichen Fürsorge.

Es bedarf der Verfügbarkeit von genügend persönlicher Freizeit in der Entwicklungsphase.

Das bisher einzige Gesellschaftssystem, das die meisten dieser Bedingungen für alle Gesellschaftsmitglieder anstrebt und erfüllt,

ist der Sozialismus.

KhBeyer

Fortsetzung Tag 90 – Saisonende


Die Heimfahrt ist zu kurz für den glücklichen Moment. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ausgerechnet die quälendsten Momente dauern am längsten. In dem Augenblick könnten wir eine Urlaubsreise antreten. Leider muss ich heute noch arbeiten.

Zu Hause angekommen, steige ich um aufs Motorrad. Joana muss sicher etwas einkaufen für uns. Das Wetter passt halbwegs. Es sind aber dicke Wolken am Himmel.

Zwanzig Minuten später bin ich schon im Seniorenheim. Die rauchenden Senioren vor dem Heim, staunen, als ich mit dem Motorrad kam. Es gibt etwas Applaus. „Der rasende Koch kommt“, rufen sie voller Freude.

Als Suppe koche ich heute Früh eine Puddingsuppe. Die ist beliebt und wird sehr gut gegessen.

Zu Mittag plane ich:

Grüne Bohnensuppe

Speckknödel

Rahmschnitzel, Kartoffelpüree und Karotten

Grießfĺamri mit Kirschen

Zur Jause koche ich ihnen ein Mus. Das wollten sie unbedingt von mir. Bei meinem Rundgang habe sich das Einige gewünscht. Ich habe sie gefragt, wie sie das Mus haben wollen. Aus Mais oder aus Hartweizen. Dabei erfuhr ich, das Mus aus Mais wird eher im Pustertal gegessen. Genau das wollen sie von mir probieren. In Südtirol gibt es dafür ein sehr feines Musmehl. Sozusagen, Polenta aus weißem Maisdunst. Eine absolute Spezialität.

Die Schnitzel soll ich vom Schnitzelfelsich herstellen. Das ist für Senioren eigentlich zu fest. Ich würde dafür eher Filetköpfe nehmen. Die sind dem Veranstalter wieder zu teuer. Ich nehme also das Schnitzelfleisch, schneide es etwas kleiner und gebe es in den Kutter.

„Was machst Du da?“, werde ich aus dem Hintergrund gefragt. Die Chefin besucht mich. „Guten Morgen.“

„Guten Morgen. Ich koche Schnitzel für Senioren.“

„Wir nehmen für Schnitzel immer Putenfleisch. Das können sie besser kauen.“

„Ja. Aber hier ist Schwein und das ist etwas fester. Ich schneide es kleiner und stelle sozusagen, ein Hackschnitzel her.“

„Geht das?“

„Aber sicher. Ich pochiere die etwas an und brate sie danach noch mal kurz.“

Das grob Gehackte drücke ich jetzt in der Dicke für Schnitzel auf mehrere Bleche und gebe sie bei fünfundsechzig Grad in den Dampf. Dabei wird auch gleich eine feine Basis für die Sauce mit.

Die Schnitzel werden zart, saftig und für Senioren ein Genuss. In Zehn Minuten ist das fertig.

Die Suppe, die Karotten und das Mus sind angesetzt. Die Basis für das Püree auch. Den Speck für die Speckknödel kuttere ich zusammen mit Öl und Zwiebel. Ich brate das gleich auf der Herdplatte an, die ich auch zum Nachgrillen der Schnitzel verwende.

Kurz vor Mittag kommt schon ein Freiwilliger für das Weiße Kreuz und holt die Speisen für die Senioren ab, die zu Hause versorgt werden. Der Freiwillige schimpft etwas. Ihm werden seine Kosten nicht in voller Höhe zurück erstattet. Das übliche Spiel. Geld verschwindet auf wundersame Weise. „Ich fahre heute das letzte Mal“, schimpft er.

Zum Mittag bekomme ich Hilfe von einer jungen Hilfskraft. Sie möchte auch gern zur Köchin umlernen. „Was ist mit der Kollegin?“

„Die lernt schon fleißig um. Heute hat sie Schule.“

Darüber freue ich mich ganz besonders. Ich sehe mich als Grund für den Wunsch.

„Sag ihr einen schönen Gruß von mir und viel Glück für die Prüfung.“

„Mach ich.“

Unser Mittag ist fertig und das Mus hänge ich in den Dämpfer ein. Dort kann es weiter ziehen ohne anzubrennen.

Dazu bereite ich braune Butter und etwas Zucker mit Zimt. Das wollen nicht alle Senioren, aber schon recht viele.

Der Kollegin gebe ich die entsprechenden Einweisungen und sie kann das jetzt zur Jause ausgeben. Für das Abendessen brauche ich Nichts vorbereiten.

„Heute gibt es Meraner und Frankfurter.“

„Also. Schönen Tag noch. Bis zum nächsten Mal.“

Die Chefin ist nicht da und ich gehe ohne Lohn. Sie hat eh meine Kontoverbindung.

„Kumm bale wieder, Bübchen“, sagt mir eine Bewohnerin mit auf den Weg. Sie sitzt vor dem Büro. Der Rest der Senioren schaut sich gerade eine Fernsehsendung an.

Das Wetter scheint noch zu halten. Ich gebe Gas. Oberhalb Lana fängt es an zu schneien. Schnieben, sagt man hierzulande. Im Nu liegen drei, vier Zentimeter und es wird gefährlich den Berg runter nach Lana. Ich muss untertourig mit dem ersten und zweiten Gang fahren. Das dauert fast eine Stunde. Joana wird warten.

Auf dem halben Berg liegt kein Schnee mehr. Dort fallen extrem wenig Flocken. Hundert Meter weiter unten, ist Alles schneefrei und auch kaum Niederschlag. Dort fallen ein paar Regentropfen.

Bei dem Gefälle muss ich auch bei Regentropfen vorsichtig fahren. Den Berg hinauf fahren fast pausenlos Zementautos und Traktoren, die reichlich Öl verlieren und auf der Straße verteilen. Ein Liter Öl versaut tausend Liter Wasser. Das nenne ich mal Umweltschmutz.

Wie üblich um diese Zeit, staut es an ein und dem selben Ort. Trotzdem bin ich ab Lana, in fünfzehn Minuten zu Hause.

Joana hat uns Kaffee gekocht und etwas Kuchen aus Algund mitgebracht. Der Kuchen ist von einer unserer Lieblingsbäckerei. Ein kleines Fest zum Saisonende muss sein.

Wir reden von Urlaub und davon, dass wir uns das nicht leisten können. Joana hat einen Vertrag. Ich nicht. Und schon sehen wir die paar Groschen mit den Raten für die Wohnung verschwinden. Im Frühjahr sind auch alle Versicherungen und Steuern fällig. Und schon wird der Verdienst wesentlich kleiner. Wir planen eine Ausfahrt nach München oder Mailand. Für einen Urlaub zu Hause reicht schon das Geld nicht mehr. Hoch lebe der Kapitalismus. An jeder Straße und in jedem Büro steht ein Kassenhäuschen. Das Alles für mehr Freiheit.

Im kommenden Roman erfahren Sie etwas mehr über die zwischenmenschliche Liebe der Saisonkräfte, über die Einsamkeit und darüber, wie sie gezwungen werden, selbst ihre Familienmitglieder zu vergessen.

Ein Liebesroman mit dem Titel:

Joana und Karl