Fortsetzung Die neuen Spuren


Das Treffen mit den Spitzeln bringt völlig neue, interessante Ergebnisse. Die neuen Spuren führen ins bekannte Milieu. Wahrscheinlich ist doch Zuhälterei und Erpressung im Spiel. Jedenfalls haben die Spitzel heraus bekommen, die Frauen verdienen bedeutend mehr als sie nach Hause schicken. Bisher können Monika und Toni nur schätzen. Die Frauen bezahlen um die Hälfte ihrer Einnahmen an Andere. Zusammen gerechnet, handelt es sich um gewaltige Beträge.

Toni ordnet sofort an, sämtliche Konten aller Beteiligten zu überprüfen. Er glaubt, dort des Rätsels Lösung zu finden. Monika sieht das ähnlich. Monika ist mittlerweile zum Inspektor befördert worden.

„Inspektor Monika“, sagt Toni. „Das muss gefeiert werden.“ Monika ist damit eingestellt und kein freier Mitarbeiter mehr. Sie können jetzt täglich zusammen auf Arbeit und nach Hause fahren. „Hat das Marco eingerührt?“, fragt Monika.

„Sicher“, antwortet Toni.

Die Tür geht auf und Marco kommt. Er hat Prosecco in der Hand. „Ich gratuliere zur Beförderung!“

„Jetzt können wir nichts trinken“, sagt Toni.

„Das trinken wir heute Abend bei Euch auf der Hütte.“

„Alle? So viel Platz haben wir gar nicht.“

„Wir gehen ins Restaurant. Ich habe schon angerufen. Ihr fahrt jetzt noch mal zu Silvio in die Alpenrast.“

Marco gibt Toni einen Zettel in die Hand mit Fragen, die er gern geklärt haben möchte. Es betrifft Kontostände, Einnahmen und Ausgaben. Als das Toni liest, rollt er mit den Augen. „So viel verdient ein Hotelmanager? Warum bin ich Kriminaler?“

„Frag mal bei der Hotelgruppe. Du wirst staunen.“

„Warum?“

„Bei denen verdient er das nicht. Deshalb sollst du ihn befragen. Schau auch gleich mal nach, welches Auto er fährt.“

Das klingt schon ziemlich dringend. Kaum sind sie auf dem großen Parkplatz in Kurzras, sehen sie Darek an seinem Auto. Sie gehen zu ihm.

„Es gibt noch Fragen, Darek“, sagt Toni.

Darek stellt sich nicht dumm und schon gar nicht unwissend. Er scheint sofort zu ahnen, worum es geht.

„Hast du heute frei?, fragt Toni.

„Ja. Ich will mal nach Bozen fahren.“

„Deswegen haben wir ein paar Fragen.“

„Gerne.“

„Wann hat Jolka frei? Habt ihr wenigstens auch mal zusammen frei?“

„Schon. Aber sehr selten.“

„Wer macht eure Schichtpläne?“

„Ich. Die werden im Büro kontrolliert und bei Bedarf angepasst.“

„Wann triffst du deine Frau?“

Darek scheint langsam zu begreifen, um was es geht.

„Ich hole sie manchmal von ihrer Arbeit in Bozen ab.“

„In der Nacht?“

„Ja. Manchmal ist die Zeit bis zum Frühstücksservice ziemlich knapp.“

„Schläfst du auch manchmal in der Vigilstraße?“

„Selten. Meist schlafe ich in der Trentiner.“

„Macht Jolka die Abrechnung mit dem Vermieter?“

„Ja.“

Das Ja klingt etwas aufgeregt. Darek scheint das ziemlich zu stören. Er verzieht sichtbar das Gesicht.

„Wir suchen schon eine geraume Zeit eine andere Wohnung. Mit unseren Papieren ist das nicht einfach. Die Vermieter wollen einfach zu viel.“

Fortsetzung folgt

Wir schauen vom Jaufen in Richtung Sterzing

Die Spur


Die Spur

Marco ruft seine Österreichischen Kollegen an, ob sie Zusammenhänge mit Kraftfahrern kennen. Die bestätigen das. Ein kurzer Anruf bei den Carabinieri, lässt Marco fast aufjubeln. Binnen ein paar Stunden kommen Protokolle aus Sterzing und von fließenden Kontrollen.

Jetzt müssen sie sich die Fahrzeugnummern, deren Halter als auch deren Fahrer anschauen.

Die Wege und Touren beginnen jetzt von Neuem. Sie müssen wieder nach Kurzras im Schnalstal. Die Frauen sind zu fragen, wie oft sie in Bozen sind. Ob sie die zwei Häuser kennen und ob sie auch gelegentlich auf der Innsbrucker Straße zu sehen sind.

Natürlich liegen auch Touren auf die Seiser Alm an, genauso wie Besuche in Brixen und im Wipptal. Marco wird im Pustertal, in Bruneck und Brixen ermitteln. Vielleicht gibt es dort auch einige Mietwohnungen.

Die Sekretärinnen haben bereits die entsprechenden Anfragen an die Gemeinden verschickt.

Um das weitere Vorgehen abzusprechen, wäre es jetzt notwendig, eine Gastwirtschaft zu finden, in der nur Einheimische arbeiten. Die Spesen dürfen trotzdem nicht so üppig wie bei Abgeordneten des Landtages ausfallen. Die Suche entwickelt sich zu einem Lottospiel. Es gibt kaum einen Betrieb, in dem keine Saisonarbeiter dienen. Toni glaubte anfangs, er müsse nur die gastronomischen Angestellten berücksichtigen. Dabei gibt es auch noch Reinigungskräfte, Hausmeister und Knechte zu berücksichtigen. Über all diese Kräfte kann das Team um die Ermittlung auffliegen. Selbst ein Ausweg nach Österreich oder in den Trentino kommt nicht in Frage.

Im Büro wirkt das Alles zu kalt und zu trocken. In einer Wirtschaft lässt sich das leichter besprechen.

Monika fällt der Aschbach ein. Toni will das abklären. So viel, wie er weiß, geht es da auch nicht. Selbst beim Gang ins eigene Büro, fühlen sich die Kommissare und ihre Ermittlungsgruppe beobachtet.

„Wir müssen getrennt fahren und uns treffen“, sagt Marco.

Bisher war die Suche ergebnislos. Selbst Mensen kommen nicht in Frage. Überall helfen Gastarbeiter aus Osteuropa. Marco übergibt die Suche den Bürokräften. Der Treffpunkt muss zumindest für ein wöchentliches Treffen geeignet sein. Er sollte nicht zu weit entfernt liegen und auch nicht von Saisonarbeitern besucht werden.

„Eine Hütte wäre ideal“, sagt Toni. „Ich rede mal mit meinen Eltern.“

Walter, der Vater Tonis, hat eine Hütte in der Nähe.

„Dahin kannst du auch fahren“, sagt er am Telefon.

„Ich mach die euch fertig.“

Toni ist erleichtert. Sara, eine der Sekretärinnen Marcos, macht die Einladungen fertig. Sie druckt kleine Zettel mit dem Termin und einem Treffpunkt.

Die Verteilung übernehmen die Kolleginnen aus Ungarn und Polen.

Fortsetzung folgt

Gardasee Januar 2016

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