Foto – Giro



Ich komme gerade zurück von einer Foto-Giro. Ich habe heute ausnahmslos für Cover fotografiert. Das heißt, hochkant. Dafür bin ich die Mendel rauf und über das Brezer Joch, Profeis und Ulten, retour gefahren. Einen kleinen Stop habe ich eingelegt. Ich wollte mal paar Walderdbeeren fressen. Den rechten Fleck dafür kenne ich natürlich. Ein paar Senker habe ich mir für den Balkongarten mitgenommen. Die habe ich bereits gesetzt und gegossen. In der Ruffre gehe ich natürlich im Hotel Roen einen Kaffee trinken. Die Chefin habe ich uns gleich mal verewigt. 

Fortsetzung Steinschlag im Suldnertal


Bei eiligen Abreisen wird allgemein viel vergessen. Auf alle Fälle kann Toni die Fingerabdrücke ziehen. Vielleicht sind auch ein paar Genproben dabei. Die holen sich dann die Kollegen. Toni spekuliert auf den Sanitärbereich.

Bei der Durchsuchung merken sie, im Bad haben die Jungs ziemlich eilig poliert. Die Spurenfahnder werden viel Arbeit haben. Fingerabdrücke hat Toni hingegen reichlich. Die paar Möbel im Zimmer haben die Sportler nicht komplett geschafft. Wahrscheinlich ist die Warnung sehr spät eingegangen. Marco könnte jetzt mal die Telefongesellschaft fragen, wann Telefonate statt gefunden haben. Plötzlich lacht Monika ziemlich laut. Sie hat etwas in der Hand und hält es hoch. Toni muss auch sofort lachen.

„Eine Gummischnalle“, ruft Monika. Sie kennt das. In ihren Zimmern auf der Hütte finden sie auch gelegentlich so ein Teil.

„Die Abreise war wirklich sehr eilig. Die haben sogar ihre Braut vergessen“, scherzt Toni.

„Ich dachte, Radfahrer sind impotent.“

„Das sind sicher windige Meldungen“, sagt Toni.

„Ich denke eher, Motorradfahrer sind da am meisten gefährdet.“

„Bei Auffahrunfällen, ganz sicher“, lacht Monika.

Sie kann sich gut erinnern, wie der Tank nach dem Unfall von Toni aussah.

„Lach du nicht zu früh. Schambeine brechen auch bei einem Auffahrunfall.“

„Ja schon. Du hast Recht. Aber das Futter bleibt frisch.“

Die Anspielung hat Toni sofort begriffen. Das wird wieder eine wilde Nacht.

„Hast du etwa den Heizboiler schon angesteckt?“

„Du bist heute bei mir auf der Hütte.“

„Was gibt es denn zu Essen?“

„Ultner Kalb.“

„Als Braten?“

„Nein. Als Fleischkrapflen.“

„Ah, die Rester.“

„Den Braten haben wir schon verkauft.“

„Lass uns aufbrechen.“

Die Zwei haben ihre Spuren gesichtert und werden zu Hause den Rest auswerten. Marco wird sich freuen.

Eigentlich wollten sie bei ihm vorbei schauen. Er hat aber per Telefon abgesagt. Zu viel Trubel. Toni kann sich das gut vorstellen mit den vielen Ausländern.

Die Carabinieri haben zwei Rennfahrer mitgenommen. Deren Werte waren viel zu hoch. Die Teamchefs haben gleich mit den Medien gedroht.

Eine Mannschaft hat sich beim Eintreffen der Carabinieri verdrückt. Fluchtartig. Marco sagt, es wäre das Draft – Team. Die wollten sie noch aufhalten. Das hat aber nicht funktioniert. Der Fluchtwagen stand schon bereit. Daraufhin haben die Carabinieri die Grenzposten informiert. Dort ist Keiner von denen durch gekommen.

„Die sind geflogen“, sagt Toni.

„Tja. Das nenne ich eine gut organisierte Flucht“, antwortet Marco.

„In den Zimmern werden wir genug Material finden.“

„Mach bitte keine Pressemitteilungen. Wir müssen ermitteln.“

„Versprochen.“

Die Zwei fahren mit dem Moto durch den Vinschgau. Die Zeit ist günstig. Der Feierabendstau ist vorbei. In Richtung Schlanders ist der Verkehr noch etwas rege. Aber danach ist es schon ziemlich ruhig.

Seilbahn fährt keine mehr. Die Zwei müssen mit dem Moto bis zum Aschbach. Zum späten Feierabend gibt es einfach keine Verbindung. Wehe, der Dienst geht zu lange. Dann steht man im Regen. Toni schimpft vor sich hin.

„Wir stehen morgen etwas später auf“, sagt Monika zu ihm tröstend.

Giro 280422


Die Ausfahrt heute führte mich in die Brenta. Ich bin hinzu über Ulten-Profeis gefahren und 

zurück über den Gampen. Eigentlich wollte ich mal auf den Tonale fahren. Dort wird gerade der

Belag gewechselt. Ich bin umgekehrt und hab es bei Madonna probiert. Welch ein Wunder,

dort bauen sie auch. Wie sagt man bei uns so schön:

Kommen die Touristen, kommen die Baustellen.

Wir wollen unseren Gästen schließlich zeigen, dass wir ihr Geld auch verbauen und keine

faulen Gastgeber sind.

Giro 231021


Früher bin ich an Wochenenden nicht gern gefahren. Und wenn doch, waren es Arbeitswege weit vor und nach dem touristischen Verkehr. An der Töll staut es wie immer. Vor zwanzig Jahren hat man uns versprochen, gerade dort, den Verkehr staufrei zu gestalten. Das Ding ging nach Hinten los:-)) Vielleicht hätte man diesen oder jenen Bürger oder Bürgermeister fragen sollen. Diese Millionen sitzen aber sicher im Sand von Jesolo:-))

Blick auf Bozen vom unteren Gampen aus:

Blick von St.Felix:

Blick von Laurein zur Brenta:

So entstehen meine Buchcover:

Natürlich war das die erste Giro auf ziemlich anspruchsvollem Gelände (Brezer Joch) mit dem Bruch. Dem entsprechend unbeholfen war auch mein Fahrstil. Meine Zweiradkollegen, die ich traf, mögen mir das bitte entschuldigen. Auf der Tour meide ich es, abzusteigen. Eine Tour findet praktisch zwischen zwei Pinkelzeiten statt.

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