Fortsetzung Das Ende unseres Hotels


Joana hat plötzlich den Wunsch, zu heiraten. Wir entschließen uns, kurzfristig zu heiraten und so unseren neuen Lebensabschnitt zu meistern. Ein Liebesbeweis der ganz besonderen Art. Montag ist das Aufgebot bestellt. Wir laden eh nur die Eltern und Geschwister ein. Gefeiert wird nicht groß. Schon am Mittwoch geht es zu Steffen und Karin. Der lang ersehnte Urlaub ruft. Nach der ergebnislosen Rückkehr wollen wir uns in Deutschland kümmern, ob da ein Plätzchen für uns ist.

Wenn nicht, geht die Suche in Europa los.

Mit der Pfändung unseres Hauses habe ich mich obdachlos gemeldet. Auf die Frage nach einer Postanschrift, durfte ich antworten: „Ich erwarte von Besatzern keine Post!“

„Sie dürfen ein Auto kaufen. Aber bitte keinen Luxusschlitten“, sagt mir der Banker am Telefon.

Wir gehen zum Händler und kaufen einen Memes. Nicht neu, aber mit nur zwanzig Tausend Kilometern. Er schwört mir, „der Wagen hält länger als Sie. Der hat noch Garantie und auch eine Zusatzgarantie für Sie.“

Immerhin waren diese Leute unsere Essenskunden. Das war sozusagen, ein Abschiedsgeschenk der Belegschaft.

Wir setzen uns rein und das Ding fährt wie auf Schienen. Die Belegschaft hat uns ein Hochzeitsträußchen drauf montiert. Eigentlich fehlen nur noch Radeberger Büchsen hinten dran.

Mit dem Auto fahren wir zum Standesamt. Alle Familienmitglieder sind da. Auch unsere italienischen. Die haben es gerade so geschafft. Wir hören John Bon Jovi, Aerosmith und Guns and Roses. Nur das Feinste. Nach anfänglicher Kritik, weinten unsere Mütter literweise Wasser. Die gute Titelauswahl hat dafür gesorgt. Ich habe nur die allerfeinsten Herz- und Seelentröster gewählt. Die Standesbeamtin wollte umgehend das Band. Ich glaube fast, sie hat die Marsch- und Blasmusik auf den Eine – Mark – Scheiben aus dem Westen ins Feuer geworfen.

Fortsetzung Das Ende unseres Hotels


In der Woche gibt es noch viel zu planen. Das Essen ausfahren ist schon fast Nebensache. Ich rufe Steffen an uns sage ihm Bescheid. Zunächst wollen wir einen Urlaub mit Suche nach einem Arbeitsplatz antreten. Karin hört mit und ruft: „Wir fahren mit!“ Steffen sagt, „wir buchen und bezahlen das.“ Langsam kommt der Punkt, an dem ich mich schäme. ‚Er hat das sicher nicht so gemeint‘, denk ich mir.

Ich bitte alle Angestellten und Helfer, bei der Lieferung zu sagen, wir arbeiten die letzte Woche. Unter der Woche gibt es kaum Probleme. Wir sind bei sieben Hundert und Fünfzig angekommen. Pünktlich am Freitag, liegen alle Umschläge und diverse Geschenke bereit. Angefangen bei Socken, Badehosen und Bikinis in DDR Qualität, sind auch Präsentkörbe und wirklich schöne Karten dabei. Das Postfach für Emails quillt über. Der Provider mahnt schon, Platz zu machen.

Zwischendurch bin ich noch auf das Kreisamt gefahren. Ich hab die Schließung samt Konkurs bekannt gegeben.

„Was wollen Sie jetzt tun?“, fragt mich die Beamtin.

„Haben Sie irgend ein Angebot?“

„Sie könnten bei uns Sozialarbeiter machen.“

„Also, ich soll die Leute trösten, die Sie beklaut und betrogen haben?“

„Naja. Zumindest unsere Sozialfälle.“

„Das tut mir Leid. Ich kann Ihnen unmöglich die vielen Handwerker, Pendler, Kollegen und deren Angestellte aus den Särgen holen. Gehen Sie bitte zu einem Richter. Die sind dafür zuständig.“

„Tut mir sehr Leid um Sie. Wir haben gern bei Ihnen und Ihrer Familie gegessen.“

„Ich schreibe ihnen, wenn wir in einer echten Ersatzheimat wieder Essen kochen.“

Sie weint etwas. Ich weiß nicht, ob gekünstelt oder nicht.

Ich frage den Banker, ob wir uns ein Auto kaufen dürfen für unsere Arbeitssuche. Oder ob sie uns das weg pfänden. „Ich schreibe einen Freistellungsantrag. Morgen kann ich Bescheid geben.“

„Danke. Wir lassen Ihnen Alles zur Verwertung stehen wie es ist.“

„Wir werden das Haus versteigern und kümmern uns um die Konkursmasse.“

Das Gespräch ging schnell und unbürokratisch.

Fortsetzung Das Ende unseres Hotels


Der Abend geht noch lange. Unsere Jugend, unsere Freunde und Bekannten, verabschieden sich und gehen zu Jochen in die Bar. Das Spektakel vertreibt sie förmlich. Mischa hat dem Filmteam ein kleines Buffet gerichtet. Belegte Brote und ein paar Happen. Sonja, die Betrunkene, stürzt sich wie besessen auf die sauren Gurken und Zwiebeln. Ihren Namen hörte ich nebenbei aus dem Mund eines ihrer Kollegen, der versuchte, sie zu beruhigen. Nach dem Verzehr ging es ihr plötzlich etwas besser. Sie entschuldigte sich bei mir und griff mit fester Hand in meinen Schritt. Noch so ein Griff und ich kann zukünftig auf Sex verzichten. Und das nach dem schönen Nachmittag.

Andrea geht zu Jochen und Renate verabschiedet sich mit einem Küsschen. Mischa geht mit Andrea. Ich soll ihnen bei Gelegenheit folgen. Joana hält Wache. Sie lässt sich bei dem Filmteam selten sehen. Es fehlen nur noch die offenen Fenster. Die Musik ist schon ziemlich laut. Vater hätte jetzt klassische Musik aufgelegt und teilweise aufgestuhlt. Das Team macht keine Anstalten, schlafen zu gehen. Und das nach dieser Woche.

Gegen Fünf verabschiedet sich Alex. Er kommt extra in die Bar zu mir. Wir haben zwischenzeitlich etwas Billard gespielt. Jochen lässt mir gerade den sechsten Kaffee durch. Alex gibt mir einen Breshnew – Kuss und steckt mir zweihundert Mark extra zu. „Für Deine Mühe“,sagt er. Er hat keinen Schluck getrunken. Ich lade ihn zu einem guten Cognac ein. Den habe ich mal im Delikat gekauft. Ein kleines Glas trinken wir zusammen. Ein Genuss.

„Ich muss jetzt schnell ins Bett. Nach dem Schnaps bin ich besoffen.“

„Wir gehen zusammen, mein Freund.“

Joana hat schon das Licht ausgeschaltet und wartet.

„Die Letzten musste ich fast raus schmeißen. Die Frau hat noch gestrippt. Mein Gott! Die Unterwäsche sah aus. Pfui!“

Alex entschuldigt sich mehrfach. Auch bei Joana.

„Wann kommt ihr frühstücken?“

„Gegen Acht. Wir reisen morgen auch ab.“

„Das wissen wir von Klaus.“

„Wir lassen trotzdem unser Gepäck bei Euch, bis wir mit dem Drehen fertig sind.“

„Ist gut, Alex. Wir legen Alles in ein Zimmer“, antworte ich ihm.

Fortsetzung folgt

Heute: Der Blick nach China


Larry Romanoff kann man nicht unterstellen, er wäre ein Kommunist und damit ein entsprechender Agitator. Heute erzählt uns Larry etwas von Chinesischen Eisenbahnen und der Behauptung Deutscher Kriegsverbrecherfirmen nebst angeschlossenen Propagandaapparat, China würde deren Technologie stehlen. Wie üblich, werden wir vom Gegenteil überzeugt:

https://www.moonofshanghai.com/2021/07/sp-larry-romanoff-los-trenes-de-alta.html

Kleiner Hinweis zur DDR


Kleiner Hinweis zur DDR

Geschrieben von BeyerKH am Dienstag, 27. Juli 2021 | Eintrag bearbeiten

Auf einer russischen Seite können Sie auch Daten zur DDR finden und Statistiken anschauen.

http://istmat.info/library

Interessant dürften für die Rückständigen unter uns vor allem Sowjetischen Daten aus der 

Stalinzeit sein. Ein mancher Träumer wird überrascht werden:-))

Die Dokumente lassen sich auch per Google übersetzen (.pdf).

Viel Spaß bei der Literatur.

Es gibt übrigens auch BRD-Statistiken für Jene, die sich gern einhundert Jahre zurück versetzen wollen. 

Nur damit Sie wissen, welche Werte Ihnen geklaut wurden:-))

Hier wird übrigens mit den altbekannten Mythen gründlich aufgeräumt:

http://wiki.istmat.info/

Der große Vaterländische Krieg (UdSSR, 1965 – synchronisiert)


Der Große Vaterländische Krieg

Ich habe dazu zwei Beiträge von Sascha und von Karovier eingelegt.
Karovier behandelt das in einer Folge.

Warum bringe ich diese Beiträge gerade heute?

Ganz einfach: Heute bekommen wir bewiesen, warum die eingeleitete, bürgerliche Konterrevolution unter Chruschtschow eben der falsche Weg war.
Russland ist heute Teil der kapitalistischen Welt.
Führt das etwa dazu, dass an Russlands Grenzen keine faschistischen Armeen stehen?
Wird dem bürgerlichen Russland nicht mit Krieg gedroht?
Wird nicht über Rußland gelogen wie es Goebbels bereits tat?

Mit etwas Gehirn werden Sie selbst entscheiden können, warum gerade sozialistische Länder als wehrhaft, fortschrittlich und sozial gelten. Oder sind Sie lieber ein Sklave, der nach 90-Stunden-Arbeitswochen um eine Minimalrente mit 70 bettelt. Dann sind Sie sicher ein guter Vegetarier, der betend seinem Muskelschwund zuschaut:-))

https://sascha313.wordpress.com/2021/07/26/der-grose-vaterlandische-krieg-udssr-1965-synchronisiert/

https://karovier.wordpress.com/2021/06/22/der-grosse-vaterlaendische-krieg-teil-1/

Sie dürfen auch gern vergleichen:

„Millionen Menschen – Männer, Frauen und Kinder – mussten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion  Zwangsarbeit zur Unterstützung der deutschen Kriegführung leisten oder wurden ins Deutsche Reich verschleppt wo sie, in Konzentrationslager gesperrt, für Rüstungsbetriebe, in öffentlichen Einrichtungen, in der Landwirtschaft, im Handwerk, auf Baustellen und auch in Privathaushalten als rechtlose Arbeitssklaven einem brutalen Ausbeutungsregime unterworfen wurden.“

Sie werden feststellen, dazu brauchte es ab 1990 nicht mal einen großen Krieg. Nur dutzende kleine- mit Milliarden Opfern an der Peripherie.

Sascha's Welt

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Hinweis 260721


Heute war ich im Krankenhaus Meran.

Die Wartezeit war sehr kurz.

Nach dem Verbandwechsel haben die Ärzte fest gestellt, die Wunde ist geschlossen.

Alle Klammern sind gezogen.

Der neue Verband wird etwas leichter.

Es ist eine strumpfartige Endlosschlauchbinde.

Bedeckt haben sie die Naht mit einer Art Riesenpflaster.

Der kommende Termin ist in vierzehn Tagen.

Die Schwellung geht nach Meinung der Ärzte erst in einem halben Jahr zurück.

Damit steht fest; Motorradstiefel passen in diesem Jahr nicht mehr.

Ich schätze, die kommenden Fototouren werde ich im Herbst mit dem Auto machen müssen.

Zum Glück haben wir einen Automatik.

Der fährt sich im Gebirge eh besser als eine Handschaltung.

Das Ende unseres Hotels


Das Ende unseres Hotels

Zur Trauerfeier unseres Dachdeckers musste ich das erste Mal etwas weinen. Ein Handwerker, wie er im Buche steht, verlässt uns. Wir fühlen uns allein. Unsere gemeinsamen Pläne betreffs des Saales, gehen mit ihm dahin. Fast zweihundert Gäste, Geschäftsfreunde und Genossen verabschieden sich von ihm. Steffen und Karin haben ein Telegramm geschickt. Die Familien kennen sich noch von Bauprojekten in Berlin.

Die Postfrau hat geheult bei der Übergabe des Telegramms. Sie wohnt in der Nachbarschaft und kann das nicht fassen. Dazu trägt auch der Abriss unserer Brücke bei, die von allen Nachbarn rege genutzt wurde. Über diese Brücke wurden vor allem die sperrigen Dinge bewegt. Auch Baugerüste.

Bei der Trauerfeier gelangen Gerüchte zu uns, die uns langsam besorgt werden lassen. Man projektiert ohne unser Wissen, ein Altersheim auf unserem Grund. Eigentlich wäre dafür sogar noch Platz bei uns. Es würde uns zu dem, an Wochenenden reichlich Umsätze garantieren. Dem Reden nach wird die Rechnung ohne uns gemacht.

Wir sind davon nicht überrascht. Gastwirte haben das Ohr am Volk. Wir können uns gut vorstellen, man hat die freie Fläche für gebührenpflichtige Parkplätze der Besucher des Altenheimes eingeplant. Was ist wertvoller als ein Parkplatz?

Vom angeblichen Bürgermeister kommt bis jetzt keine Antwort auf meine Anfragen. Am frühen Nachmittag ist er wieder nicht erreichbar. Ich gewinne den Eindruck, der verweigert sich uns gegenüber. Die Trauergemeinde bestätigt mir meinen Verdacht. Die Handwerker haben schließlich ein Ohr in der Gemeindestube.

Fortsetzung folgt

Fortsetzung Der Erpressungsversuch


Wir haben im Ort eine kleine Druckerei. Dort lasse ich uns das Hausprospekt samt Umleitung drucken. Ich werbe mit Ruhe und diskreter Abgeschiedenheit. Die Druckerei will das Prospekt bereits am Wochenende fertig haben.

Freitags reisen sowohl die Finanzbeamten als auch unsere Monteure ab. Wir sind das Wochenende allein. Klaus hatte uns eigentlich eine Buchung vorhergesagt. Ich rufe bei ihm an. „Die haben abgesagt. Wegen Krankheit“, ist seine Antwort. Jetzt bleibt mir nichts Anderes übrig, als beim Fremdenverkehrsamt und bei meinen Kollegen anzurufen. Das Amt hat keine Buchungen, meine Kollegen sind auch leer bis halb leer. „Saure Gurkenzeit“, sagt mir ein Kollege aus dem Nachbarort. „Ferien sind doch erst in zehn Tagen“, antworte ich ihm. „Naja. Viele nehmen ihre Kinder schon eine Woche vorher aus der Schule und fahren vor der Saison in Urlaub. Das ist billiger.“

„Das geht doch eigentlich nur mit einer Krankmeldung.“

„Bei mir sind zwei Familien, deren Kinder bei ihrer Anreise einen Verband trugen. Jetzt sind sie wieder gesund.“

„Alles klar. Danke. Wiederhören.“

Unser Hotel ist kein Ferienhotel. Die Menschen aus der Stadt wollen in die Natur. Und die vom Land? Die fahren wohl eher in Stadthotels. Wegen dem Einkauf.

Nach unserer Essenslieferung klingelt das Telefon. Mutter ist dran. „Vater ist im Krankenhaus.“

„Wie das?“

„Er ist zusammengesackt. Ich schätze, ein Herzinfarkt.“

„Wir kommen mal vorbei.“

Joana fährt die Tour in die Kreisstadt. Damit fährt sie auch täglich bei unserer Mutter vorbei. Ich rufe Joana an und sage ihr das. Sie möchte unsere Mutter mitbringen. Wir wollen zusammen zu meiner Mutter fahren. Ich bereite gerade ein Schild vor „Wegen Krankheit geschlossen“, da kommt der Sohn unseres Dachdeckers in die Gaststube.

Mitteilung


Ich bin gerade am Korrekturlesen, das ich relativ regelmäßig abhalte bei meinen Büchern.

Die negativen Erfahrungen der ersten Bücher haben mich etwas geschult und den 

Arbeitsstil etwas anpassen lassen. 

Mir fehlt nur noch das letzte Kapitel vom ersten Teil.

Morgen muss ich zum Doktor, meine Wunde und den Bruch behandeln lassen.

Danach werde ich Euch mal die Fotos davon machen und einlegen.

Einen scheinbar großen Vorteil des Bruches möchte ich natürlich nicht verschweigen.

Ich habe an meinem Arbeitstisch jetzt ein Nachttöpfchen stehen, in dem ich wegen meiner 

Bewegungseinschränkung, das kleine Geschäft erledige. Wie im Himmel:-))

Zur Verrichtung des großen Geschäfts mit anschließendem Waschen aller benutzten

Körperteile, muss ich mit dem Bürostuhl ins Bad rollen. Der alte Bürostuhl war dafür etwas zu breit. Wir haben ein

italienisches Produkt gekauft. Der Stuhl paßt durch die Badtür.

Für die Fahrt zur Klinik brauche ich zwei kräftige Gehilfen, die mich samt Stuhl, 

aus der ersten Etage bis zum Parkpatz vor dem Haus transportieren.

Das Weiße Kreuz bei uns hier, macht das perfekt.

Ich möchte damit auch den Trägern herzlich danken.

Wir haben immerhin zwei Kehren und jeweils neun Stufen zurück zu legen.

Ein Kraftakt der besonderen Art. 

Der Dok sagt, der Fuß sieht schon mal recht gut aus.

Ehrlich gesagt, habe ich nicht einen einzigen Tag wirkliche Schmerzen empfunden. Ich nehme keine Schmerzmittel. Offensichtlich sind Köche, Schmerzen gewohnt:-))